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Luciatradition

Manchmal die reine Wonne

Publicerat lördag 13 december 2008 kl 15.38
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(Foto: Scanpix)
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Nicht alle drücken sich...
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Lussekatter


Am 13. Dezember feiern die Schweden Lucia. Lucia kommt vom lateinischen Wort für Licht. Die Nacht auf den 13. ist nach dem alten Kalender die längste, dann also muss Licht in die nordische Dunkelheit gebracht werden, um allerhand üble Geister zu vertreiben. So war der Lucia-Brauch vermutlich ursprünglich gemeint.

Heute markiert dieser Tag vor allem die Mitte der Adventszeit. Untrennbar mit dem Fest verbunden ist ein besonderes Hefegebäck mit Safran und Rosinen, die „Lussekatt”, also die Luciakatze. Diese Küchlein finden immer früher ihren Weg in die Geschäfte und werden meist bis nach Weihnachten angeboten. Aber längst nicht immer schmecken sie so wie sie sollten.

Am Morgen des 13. Dezember kleiden sich nicht nur die schwedischen Schüler in lange weiße Gewänder. Ein auserwähltes Mädchen gibt die Lucia mit einem Kerzenkranz auf dem Kopf, die Jungen gehen als Lebkuchenmännchen oder Wichtel in dem feierlichen Lucia-Zug mit. Ein richtiges Lucia-Fest, überhaupt die gesamte Adventszeit ohne „Lussekatter“, das typische Hefegebäck mit Safran - das ist in Schweden fast undenkbar.

„Na ja, eigentlich ginge das wohl schon”, meint zwar die 21jährige My von Heyne, wenn auch etwas zögernd.

Ihre Verwandte Anna Tidholm aber fällt ihr sofort ins Wort: „Also wenn ich mal was sagen darf: Das geht überhaupt nicht. Aber man darf die Safranteilchen wirklich nur zu dieser Jahreszeit essen.”

„Lussekatter“ zu Lucia müssen also sein. Aber wie stellt man sie her?

In einem der bekanntesten Stockhomer Cafés, „Vete-Katten“ sitzen Anna Tidholm, My von Heyne und Mys Zwillingsschwester Stina auf einem blaugeblümten Ecksofa, ihrem Stammplatz.

Selbstgebacken
„Lussekatter zu backen ist doch nicht schwer”, findet Stina. „Man muss nur ein gutes Rezept haben. Ich nehme immer das von meiner Tante.”

Anna Tidholm ist da schon etwas bescheidener: „Naja, mein Mann macht den Teig, die Kinder und ich rollen dann nur noch. Der Teig ist immer sehr gut. Aber man muss aufpassen, dass er nicht zu fest ist, dann werden die Teilchen nämlich schnell hart.”

Locker wird der saftige Hefeteig durch besonders viel Butter und natürlich muss man lange kneten und ihn auch in Ruhe gehen lassen. Anschließend rollt man den Teig in schmale, 20 cm lange Schnüre und formt diese zu einer Acht. Allein über die Theke der Konditorei „Vete-Katten“ gehen pro Saison 30.000 dieser goldgelben Lucia-Teilchen. Kiloweise Safran verbrauchen die Bäcker.

Festliche Gesänge
Würden sich die Festlichkeiten an Lucia nur um das spezielle Gebäck drehen, wären sicher viele Schweden glücklich. Denn der von außen betrachtet so harmonische und stimmungsvolle Lucia-Umzug ist für viele mit unangenehmen Erinnerungen besetzt, etwa für Gustav Mørn. „In der Oberstufe war es besonders furchtbar und vor allem total langweilig. Immer dieselben öden Leute, die immer dieselben öden Lieder singen und auch noch falsch - für mich war das ein einziges zweistündiges Elend.”

Super singen und dann noch vor Publikum, das stresst auch mehr Menschen als man bei den vermeintlich sangesbegeisterten Schweden vermuten könnte. „Ich habe mich seit ich klein war immer davor gedrückt”, gesteht Linnea Skoglund. „Ich hatte schon so viel Schreckliches gehört und gesehen - dass man sich lächerlich macht beim live Singen, dass das Haar durch den Kerzenkranz auf dem Kopf Feuer fängt - darauf konnte ich immer gut verzichten.”

Von einer Widerstandsbewegung der Anti-Lucianer ist allerdings noch nichts zu merken. Die allermeisten lassen sich am 13. Dezember denn doch noch immer gern im Kerzenschein beim Arbeitsplatz begrüßen - mit Glühwein, Gebäck und Gesang.

Liv Heidbüchel

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