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Wintersonnenwende

Dezember am Polarkreis

Publicerat måndag 22 december 2008 kl 18.36

Am nördlichen Polarkreis herrscht die Polarnacht. Nun ist die Erde der Sonne soweit abgeneigt, dass sie auf der nördlichen Hemisphäre nicht mehr auftaucht. Das bedeutet lange dunkle Tage, ab Mittag ist es dunkel. Doch es geht aufwärts, gestern war Wintersonnenwende und das haben die Menschen am Polarkreis gefeiert.

Es ist ein bisschen ungemütlich an diesem Tag am Polarkreis. Leichter Schneefall, windig, und mit fünf Grad nicht so kalt. Der Himmel ist grau, die Landschaft leuchtet nicht schneeweiss, sondern ist in dasselbe ungemütliche Grau gehüllt. Im Dorfgemeinschaftshaus ist Licht, drinnen wird später der traditionelle Reisbrei serviert. 50 Menschen haben um den Polarkreis versammelt, auf dem Parkplatz an der Landstrasse 99, die weiter zum Nordkap führt.

In dicke Jacken und Pelzmützen gehüllt stehen sie und warten darauf, dass es wieder aufwärts geht. Bald ist es soweit, kann Kenneth Taavo von den Freunden des Polarkreises versichern: „Nun erwarten wir die Wintersonnenwende, es sind nur noch acht Minuten bis dahin. Das ist eine einzigartige Veranstaltung. Meines Wissens nach wird das nur hier gefeiert, dass die Polarnacht kommt und es dann wendet.”

Die Polarnacht, die übermächtige Dunkelheit und die damit oft verbundene Müdigkeit gehören zum Leben am Polarkreis wie Schnee und Kälte. Doch die Menschen am 66. Breitengrad Nord haben sich mit dem Schicksal der arktischen Klimazone arrangiert, wie Henrik Luhtto aus dem Nachbardorf Suokolojärvi: „Man muss halt früher ins Bett gehen. Das es hier dunkler ist als anderswo, beeinflusst mich nicht sonderlich.” 

Eine Reise mit der Polarnacht

Und schließlich geht es jetzt gleich, in ein paar Minuten aufwärts, wenn das Feuerwerk gezündet ist. Und was dann passiert, erklärt Kenneth Taavo von den Polarkreisfreunden dem Publikum nun: „Als die Tag-und Nacht-Gleiche im Herbst war, da erreichte die Mitternachtssonne den Nordpol und die Polarnacht startete ihre Reise nach Süden. Mit einer Geschwindigkeit von vierzig Kilometern pro Tag erreicht die Polarnacht diesen Platz genau um 13.04 Uhr. Dann ist die Wintersonnenwende. Ob wir wollen oder nicht, jetzt erwarten uns bessere Zeiten.”

13.04 Uhr also ist die Nacht am längsten, ab 13.05 wird sie mit jeden Tag kürzer. Für das Wintersonnenwende-Feuerwerk ist Erik Bergström zuständig. Er hockt hundert Meter entfernt vor den Raketen, das Handy am Ohr und das Streichholz an der Lunte: „Ich rufe Fräulein Uhr an, wie das bei uns heißt. Also die Zeitansage per Telefon. Die ersten Effekte gehen exakt 13.04 und die große Rakete etwas später.”

Pfingstrosen-Effekt

Plötzlich ist die Polarnacht da, die Sonne ist nun am weitesten vom Parkplatz am Polarkreis in Juoksengi entfernt. Aber sogleich nähert sie sich wieder der nördlichen Hemisphäre. Die pelzbemützten Häupter gucken in den Himmel, als Erik Bergström das Feuerwerk Marke Pfingstrose abfeuert, zunächst erhellen silberne Sterne den Himmel, später werden sie rot. Der Feuerwerksexperte selbst hat eine andere Haltung eingenommen, als das Publikum, er hat sich in den Schnee gelegt: „Das mache ich immer so zum Schluss. Vom Boden aus hat man den besten Blick, den richtigen Winkel auf das Feuerwerk.”

Das Publikum klatscht erfreut mit den behandschuhten Händen, nach einer Minute ist der Zauber vorbei. Und Organisator Kenneth Taavo hat fast Tränen in den Augen: „Wenn es geknallt hat, dann fühlt man sich gleich viel besser zumute. Die Nackenhaare stellen sich auf, jetzt wird es heller!”

Der Himmel ist freilich nach wie vor in dasselbe ungemütliche Grau gehüllt. Nur noch eine halbe Stunde, denn ist der Himmel schwarz, mitten am Tage.

Im Dorfgemeinschaftshaus wird nun Reisbrei serviert und gesungen, das Lied von den tausend Weihnachtslichtern. So gemütlich kann die Dunkelheit am Polarkreis sein. Und gewiss, es erscheint gar nicht mehr so dunkel. Es geht aufwärts nun.

Katja Güth 

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