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Wichtigste Filmpreise vergeben

Publicerat tisdag 13 januari 2009 kl 15.34
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Beste Darsteller: Mikael Persbrandt, Maria Heiskanen
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"Die Ewigen Augenblicke der Maria Larsson"

Eine altehrwürdige Schwarzweiβ-Kamera spielte die Hauptrolle im zurückliegenden schwedischen Filmjahr. Die Geschichte von der Arbeiterfrau Maria, die mit dem Griff zum Fotoapparat den Schritt hin zu einem neuen Leben tut, hat Eindruck gemacht: Der Film „Maria Larssons Eviga Ögonblick“ („Die Ewigen Augenblicke der Maria Larsson“) in Regie von Altmeister Jan Troell feierte auf der Guldbagge-Gala am Montagabend Triumphe. Zum 45. Mal wurden beim gröβten jährlichen Filmfest in Schweden die begehrten Guldbaggar, Goldkäfer, vergeben. Die gesamte Gala: im Wesentlichen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen drei Konkurrenten, von denen einer überraschend ohne Preis blieb.

Mit einer imponierenden Zaubereinlage begann sie, die diesjährige Gala, bei der sich die schwedische Filmelite fast vollständig versammelt hatte – mit Ausnahme von Jan Troell, der in New York gerade knapp am „Golden Globe“ vorbeigeschlittert war.

Die hochkarätige Veranstaltung musste diesmal nicht, wie so manches Mal zuvor, über eher dünne Wettbewerbs-Beiträge hinwegtrösten. „Es war das Jahr, in dem sich die Jury jeweils zwischen drei wirklich starken Filmen entscheiden musste“, resümiert Mårten Blomqvist, Filmkritiker der Tageszeitung Dagens Nyheter.

Diese drei – das war zum einen die Geschichte über die fotografiende Maria Larsson und ihren Alkohol und Frauen liebenden Mann; dann der Vampirfilm „Låt den rätte komma in“ (deutscher Titel: „So finster ist die Nacht“), Romantisch-Gruseliges über zwei einsame Kinder in einem schwedischen Achtzigerjahre-Vorort; und schlieβlich „ De Ofrivilliga“, „Die Unfreiwilligen“, ein tragikomischer Episodenfilm über Gruppenzwang und mangelnde Zivilcourage.

Drei Volltreffer

Alle drei Beiträge sind Volltreffer, die für schwedischen Qualitätsfilm stehen – Cissi Elwin, Chefin des Filminstituts, strahlte denn auch mit den Stars um die Wette: „Es war ein ganz phantastisches schwedisches Filmjahr. Beispiellos! Zum einen haben schwedische Produktionen die Top-Ten-Liste der meistgesehenen Filme beherrscht. Zum anderen waren schwedische Filme auf allen groβen Filmfestivals vertreten und haben dort einige der wichtigsten Preise bekommen.“

Woher dieser merkbare Aufschwung kommt, darüber wurde inmitten des Glamours am Montagabend nicht weiter theoretisiert. Ein Fingerzeig könnte gleichwohl sein, dass das Filminstitut Mittel seit kurzem nicht mehr nach dem Gieβkannenprinzip vergibt, sondern gezielt an einige ausgewählte Filme.

Kein Fest ohne „Deutsch-Mobbing” 

Zur künstlerischen Umrahmung der Preisvergabe kann als Fuβnote angemerkt werden, dass auch dieses schwedische Fest natürlich nicht ohne die obligatorische kleine anti-deutsche Garstigkeit auskam, nach dem bewährten Motto: Hauptsache draufhauen, Unkenntnis stört nicht. So als der Schauspieler Anders Jansson in einer Unterhaltungs-Einlage über die Übersetzung von „kvinnlig biroll“ – Nebendarstellerin – in verschiedenen Sprachen sinnierte und dabei das Englische natürlich korrekt wiedergab. „Auf Englisch heiβt es supporting actress – ein schöner Gedanke, es geht um jemanden, der den ganzen Film noch besser macht. Und auf Deutsch heiβt es: Un-ter-stüt-zungs-schauspielerin – das klingt wie unterstützende Artillerie...“

Schwedische Zuschauer haben also mal wieder ein bisschen Deutsch gelernt auf dieser Gala, die zum Triumphzug für Jan Troell und seinen Film „Die Ewigen Augenblicke der Maria Larsson“ geriet. Eine Koproduktion im Übrigen zwischen Schweden, Finnland, Norwegen und Deutschland.

Genugtuung für Persbrandt

Der Goldkäfer 2008 für den besten männlichen Hauptdarsteller ging an Mikael Persbrandt. Der Schauspieler, dem deutschen Publikum bekannt als Gunvald Larsson in der Krimi-Serie „Beck“, nahm sichtlich gerührt diesen seinen ersten Goldkäfer entgegen – für die überzeugende Gestaltung von Maria Larssons Mann.

Die Rolle des Schwerenöters hat zum einen mal wieder Persbrandts privates Image des harten Kerls bestätigt; darüber hinaus ist die Auszeichnung auch eine persönliche Genugtuung für ihn, von dem so mancher in letzter Zeit gemutmaβt hatte, er sei mit der Polizisten-Rolle schon allzu sehr verschmolzen. „Ich habe schon so manches Mal auf den Preis gewartet“, so der Schauspieler in seiner Dankesrede. „Jedes Mal, wenn ich leer ausging, habe ich mir dann gesagt: Na und, was ist dieser Preis schon. Wenn ich ihn jetzt aber in der Hand halte, bin ich doch sehr froh, sehr gerührt und stolz. Ich will Jan [Troell] danken, dass er mir Vertrauen geschenkt hat. Er hat maβgeblich dazu beigetragen, dass ich einst diesen Beruf gewählt habe.“

Bester Film


Freude und Stolz auch bei Maria Heiskanen. Die finnische Schauspielerin hat dem Nachbarland eine der gröβten filmischen Leistungen des vergangenen Jahres beschert, für ihre Rolle als Fotografie-besessene Maria Larsson wurde sie als beste weibliche Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Nach der ersten Rührung sah Maria Heiskanen nach der Gala den Wert des Preises dann eher pragmatisch: „Ich hoffe, das bedeutet, dass ich in Zukunft mehr Arbeit bekomme.“

Da muss sie sich gewiss keine Sorgen machen. Und kommen wir nun in passender dramatischer Reihenfolge zum Höhepunkt des Abends: Der Trommelwirbel für den besten Film 2008 wurde angestimmt für – „Die Ewigen Augenblicke der Maria Larsson“. Und das war dann doch schon kaum eine Überraschung mehr. Der Jan-Troell-Film also der Gewinner der Gala, dicht gefolgt allerdings vom Vampir-Drama „So finster ist die Nacht“, das unter anderem für das beste Drehbuch – John Ajvide Lindqvist – und die beste Regie – Tomas Alfredson – ausgezeichnet wurde.

Kein Preis für „Die Unfreiwilligen”

Die für viele betrübliche Überraschung: Ruben Östlunds Film „Die Unfreiwilligen“, gelobt und geschätzt bei Kritik und Publikum für die originelle Abrechnung mit Duckmäusertum und Mobbing-Mentalität, ging gänzlich ohne Preis aus.

„Das finde ich schade. So wie ich es sehe, hätte Ruben Östlund sehr wohl einen Goldkäfer verdient“, meint Gunnar Bolin, Filmkritiker beim Schwedischen Rundfunk. Die Enttäuschung teilt er mit seinem Kritiker-Kollegen Mårten Blomqvist, der mutmaβt: „Bei diesen Preisen ist es so, dass es sich lohnt, lange in der Branche gewesen zu sein. Newcomer werden kaum einmal belohnt. Das ist der klassische Fehler: Leute bekommen den Preis nicht, wenn sie ihren ersten, und wirklich guten, Film gemacht haben – stattdessen werden sie fünfzehn Jahre später ausgezeichnet, für einen Film, der sicher auch gut ist, aber nicht mehr so avantgardistisch.“

Ende gut – nicht alles gut also, doch das Resümee bleibt: Der schwedische Film 2008 kann sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen.

Anne Rentzsch

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