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(Publicerat idag kl 12.55)
HISTORIE

Schwedisch-finnisches Gedenkjahr eröffnet

Publicerat fredag 16 januari 2009 kl 16.14

In einer feierlichen Zeremonie im Stockholmer Reichstag eröffneten die Staats- und Regierungschefs von Finnland und Schweden am Donnerstag das ”Erinnerungsjahr 2009”. Die Nachbarn gedenken der Eroberung Finnlands durch die russische Armee vor 200 Jahren. In Schweden sitzt das Trauma der Niederlage bis heute tief. Für die Finnen begann 1809 eine Entwicklung, die schließlich zur staatlichen Unabhängigkeit führte. Heute ist das Verhältnis beider Länder eng und gut, wenn auch nicht immer frei von Spannungen.

Seit 200 Jahren wandeln sie auf eigenen Pfaden, doch beim feierlichen Festakt im Stockholmer Reichstag betonen Finnen und Schweden ihr gemeinsames Erbe und ihr überaus herzliches Verhältnis. Seit dem Mittelalter war man in einer „Reichseinheit” verbunden. Doch 1808 nutzt Zar Alexander I. die Wirren der napoleonischen Kriege zum Angriff auf das Zwllingsreich.

Mit der Kapitulation der Seefestung Sveaborg vor Helsinki ist der Krieg entschieden, Finnland wird 1809 dem Zarenreich einverleibt. Was die Niederlage für die Schweden bedeutete, fasst Horace Engdahl, Generalsekretär der Schwedischen Akademie, in seiner Festrede so zusammen:

Das Trauma sitzt tief

”Europas alte Mächte hatten der gewaltigen Militärmacht des revolutionären Frankreichs unter Napoleon nichts entgegenzusetzen. Throne wurden gestürzt, Vasallenstaaten erschaffen und alte Königreiche geplündert, um die Massenarmee zu finanzieren. Niemals war Schweden so kurz davor, von der Landkarte zu verschwinden.”

Tief sitzt das nationale Trauma. Doch die Katastrophe von 1809 markiert auch einen überaus glücklichen Wendepunkt in der Geschichte und den Beginn einer kulturellen Blütezeit. Unter dem Zaren entdecken die Finnen ihre nationale Identität, Kultur und Künste gedeihen, sagt Torkel Jansson, Geschichtsprofessor an der Universität Uppsala:

”Zar Alexander I. war ja beinahe ein Liberaler, der „seinen” Finnen viele Freiheiten gewährte. Sie durften ihre schwedische Verfassung behalten. ”

In Finnland sollte man wie ein zivilisierter Mensch nach den alten Gesetzen leben. Und auch in Schweden konnte man 1809 wieder frei atmen. Fast täglich erschienen Streitschriften, die Gesellschaftsdebatte kam in Schwung und auch die Modernisierung des Landes.

Unterschiedliche Wege

Im Gefolge der russischen Revolution können sich die Finnen von Moskau lösen, verteidigen ihre Unabhängigkeit in bitteren Kriegen gegen das Riesenreich.

In Schweden widersetzt sich eine neue Dynastie aufgeklärter Monarchen allen revanchistischen Gelüsten, beschert ihren Untertanen dauerhaften Frieden und ebnet den Weg für den langen Marsch zur Demokratie.

”Sicher gab es die Erwartung, Napoleons Haudegen Jean-Baptiste Bernadotte würde gegen Russland marschieren und Finnland zurückerobern, aber Bernadotte war ein viel zu vernünftiger Feldherr für solche Abenteuer. Als geschickter Diplomat suchte er die Verständigung”, so Torkel Jansson. 

Heute pflegen die beiden Nachbarn ungewöhnlich enge Beziehungen. Man teilt sich allerhand Schriftsteller und Geistesgrößen. Und auch auf dem politischen Parkett stimmt man häufig überein: der EU trat man 1995 gemeinsam bei, der NATO blieb man fern. Beide Länder sorgen sich zudem um die Umwelt. So gelobten Finnlands Präsidentin Tarja Halonen und Schwedens König Carl XVI. Gustaf in Stockholm, man wolle sich gemeinsam für den Schutz der geplagten Ostsee einsetzen.

Eine Herzensangelegenheit auch für Gun-Mari Lindholm, stellvertretende Präsidentin des åländischen Inselparlaments in Mariehamn. Der Archipel am Eingang des Bottnischen Meerbusens gehörte über Jahrhunderte zu Schweden, heute ist er finnische Provinz mit einzigartiger Selbstverwaltung und vorbildlichen Garantien zur Bewahrung der schwedischen Sprache und Kultur.

Die ”Svenssons” auf Åland

”Uns unterscheidet wenig von gewöhnlichen Svenssons”, sagt Gun-Mari Lindholm. ”Wenn wir am Morgen aufstehen, schauen wir uns das schwedische Frühstücksfernsehen an, wir hören Popsongs auf Riks FM, lesen schwedische Zeitschriften. Unsere Jugend studiert in Schweden. Und auch wir kommen herüber, um Theater, Oper und Konzerte zu besuchen. An Samstagen sind die Fähren nach Stockholm voll von Åländern, die in Stockholm einen Tag lang bummeln und einkaufen wollen.”

Auch Finnland ist offiziell zweisprachig: Eine Viertelmillion Finnen spricht Schwedisch und die Finnlandschweden verfügen über großen Einfluss auf das politische Helsinki. Ganz anders erging es den Abertausenden Finnen, die nach 1945 als Gastarbeiter über die Ostsee ins wirtschaftlich aufstrebende Nordschweden kamen. Ihre erzwungene Assimilation und wirtschaftliche Ausbeutung, verbunden bis heute mit bösen Vorurteilen gegenüber der Minderheit ist wahrlich kein Ruhmesblatt, meint der Nordeuropa-Experte und Reporter beim Schwedischen Rundfunk, Bengt Lindroth:

”Alle, die sich etwa in den 60er und 70er Jahren mit dieser Frage beschäftigten, als die große Einwandererwelle aus Finnland kam, wissen auf welche Widerstände etwa die Forderung der Minderheit stieße, in schwedischen Schulen auf Finnisch zu unterrichten. Wir sind heute ein Stück weiter und die 200-Jahr-Feier kann vielleicht dazu beitragen auch die junge Generation für dieses gemeinsame Erbe zu interessieren.”

Alexander Budde

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