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Kriminalität

Neue Polizei-Einheit zur Aufklärung von ’Hassverbrechen’

Publicerat onsdag 4 februari 2009 kl 14.24

Die Stockholmer Polizei will so genannte Hassverbrechen schneller und wirksamer verfolgen. Zur Unterstützung dieser Bemühungen wurde ein Bereitschaftsdienst eingerichtet, der nach eineinhalbjähriger Projektphase vom ersten März an als ständiges Dezernat arbeiten soll. Schon im Vorfeld hat die Stockholmer Polizei mit einer massiven Medienkampagne für die neue Einheit geworben.

Auf der Internetseite und in einer Werbebroschüre wirbt die Stockholmer Polizei damit, dass sich die neue Einsatzgruppe bei einem Notruf umgehend an den Tatort begibt, um Spuren zu sichern und um alle Beteiligten zu verhören.

Kommissar Mikael Ekman ist Leiter des Bereitschaftsdienstes:”Das Ziel unserer Arbeit ist es mobil und präsent zu sein. Wir wollen schnell am Ort des Verbrechens sein, wenn etwas passiert ist.”

Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus, wie eine Untersuchung des Schwedischen Rundfunks zeigt. Demnach wurden innerhalb eines halben Jahres von 110 Vernehmungen keine am Ort des Verbrechens durchgeführt. Außerdem vergingen im Durchschnitt 17 Tage bis zur ersten Anhörung.

Amir Akrouti ist Opfer eines Hassverbrechens geworden. Er wurde niedergeschlagen, weil er einen Gayblogg betreibt. Obwohl es Zeugen für die Tat gab, wurde niemand von der Polizei verhört, und es dauerte zwei Wochen, bevor die Polizei mit Amir in Kontakt trat, jedoch nicht am Tatort, sondern telefonisch. Während des Telefonats wurde kein persönliches Treffen vereinbart. ”Ganz und gar nicht. Wenn sie etwas herausfinden, werden sie sich wieder mit mir in Kontakt setzen, hieß es. Mir war gleich klar, dass das nicht geschehen wird”, erzählt Amir.

Konfrontiert mit diesem Beispiel räumte Kommissar Ekberg ein: ”Wir sind heute fünf Kollegen und wir haben keine Möglichkeit an allen Tatorten gleichzeitig zu sein. So etwas wie eine schnelle Einsatztruppe haben wir nicht. Wir müssten mindestens zehn oder zwölf Kollegen sein, um den Anforderungen gerecht werden zu können.”

Nach Angaben der Polizei geschehen die meisten Hassverbrechen am Wochenende. Die Arbeitszeit des Bereitschaftsdienstes ist jedoch fast ausschließlich von Montag bis Freitag zu normalen Geschäftszeiten.

In nur zwölf Prozent aller Fälle wird Anklage erhoben. Damit liegt Stockholm gerade einmal drei Prozent über dem Landesdurchschnitt.

Neben den Mitarbeitern des Bereitschaftsdienstes erhalten bei der Stockholmer Polizei alle Angestellten eine webbasierte Ausbildung im Bereich Hassverbrechen. Doch auch hier zeigt sich ein Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Auf die Frage nach der Qualität der Ausbildung sagt Polizeigruppenchef Jocke Beland: ”Sehr oberflächlich. Auf einem sehr niedrigen Niveau, bei dem davon ausgegangen wird, dass alle Polizeibeamten mehr oder weniger eine Homophobie haben.”

Als Beispiel kommentiert er einen Teil aus dem Lehrprogramm:”Man zeigt uns ein Bild mit einer Asiatin und fragt: Ist sie Schwedin? Das ist in meinen Augen eine merkwürdige Frage. Es ist total uninteressant, ob sie Schwedin ist oder nicht. Ist sie ein Verbrechensopfer oder nicht, ist die entscheidende Frage. Das ganze ist eine große Zeitverschwendung.”

Tobias Hofsäss

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