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Überleben in der Wildnis

Publicerat onsdag 25 februari 2009 kl 15.34
Der Winter bietet nicht nur Freuden (Foto: Leif R Jansson/Scanpix)

Im Winterklima nördlich des Polarkreises lässt sich unter extremen Bedingungen vieles testen: Winterreifen, Schneeräummaschinen und Überleben. Feuer anzünden ohne Streichhölzer, Holz hacken und Fallenstellen, das gehört zum Überlebenskurs, den der schwedische Überlebensexperte Lars Fält in Lappland anbietet. 15 Männer und Frauen aus Großbritannien haben gelernt, wie man in der Kälte überlebt.

Und bitte alle schön lächeln! Ein Fotograf knipst die Bilder, die die Teilnehmer später zuhause in Schottland, Spanien oder Südengland vorzeigen können: Seht her, wir haben es überlebt! Die Gruppe der Überlebenden steht nahe der Fernverkehrsstraße E 10 zwischen Gällivare und Kiruna, der Polarkreis liegt 150 Meter Kilometer südlich von hier. In der Sonne sind es 15 Grad minus, in der Nacht wurde mit 38,5 Grad der Kälterekord der Saison in den schwedisch-finnischen Bergen gemessen. Nur 35 Grad waren es im Überlebenscamp. Das liegt in Lappeasuando, drei Kilometer von der Straße entfernt auf einer kleinen Anhöhe zwischen den Flüssen Kalix und Kaitum. Drei Hütten ohne Strom, eine Sauna, sonst ist da nichts. Und Derrick Smith hat gerade die Prüfung seines Lebens überstanden. Er hat die bitterkalte Nacht draußen im Iglu geschlafen.

„So was machst du nur einmal im Leben. Aber das war es wert. Wir hatten Zweige auf den Boden gelegt und darauf ein Rentierfell und ein Schlafsack und dann... zitterst du! Ich konnte schlafen, obwohl es kalt an den Füßen war. Mitten in der Nacht sind sie etwas warm geworden, um dann wieder kalt zu werden. Am Morgen waren sie eisig kalt. Als ich aus dem Schlafsack gekrabbelt bin, sind die Hände sofort kalt geworden. Aber es war fantastisch.“

Normalerweise wohnt der Engländer Dick im warmen Andalusien. Solch ein Extremerlebnis zu meistern, zu überleben also, stählt den ganzen Menschen. Die Teilnehmer des Überlebenskurses wollen genau das erleben. Chevon Hathaway aus dem südenglischen Hastings erzählt:

„Der Herausforderung wegen bin ich hier! Ich habe mir die Reise selbst zum 30. Geburtstag geschenkt. Ich will neue Sachen lernen, wie man Vögel fängt, Feuer anmacht, unter freien Sternenhimmel schläft, wie man überlebt.“

Streichhölzer für Softies?

Und zum Überleben in der Wildnis gehört das Feueranzünden. Mit oder ohne Streichhölzer, das ist fast eine Glaubensfrage. Die ganz harten brauchen natürlich keine Zündhölzer. Und der Überlebenskurs im Camp ist nichts für Softies. Chevon Hathaway hat die Zündvariante mit einem Stift aus Feuerstein statt Streichhölzern ausprobiert.

„Man nimmt Baumrinde, von der man mit dem Messer Späne abschneidet. Dann kratzt man mit dem Messer vorsichtig am Feuerstift, bis es Funken gibt. Dann kann man Feuer an den trockenen Spänen entfachen, indem man vorsichtig Rinde und Zweige drauflegt.“

Experte im Überleben und Kursleiter ist der 63-jährige Lars Fält. Über 35 Jahre hat er schwedische Fallschirmjäger sowie amerikanische und englische Spezialkräfte im Überleben geschult, hat acht Bücher geschrieben. Und er hat einen Bildungsauftrag: Wissen zu vermitteln, dass in der Zivilisation abhanden kommt.

„Bis in die fünfziger Jahre haben alle Kinder in der Schule gelernt, welche Gewächse man essen kann. Ärzte und Apotheker wussten viel über Heilpflanzen, diese Kenntnisse sind komplett verschwunden.“

Überleben hat Lars Fält nicht nur beim Militär gelernt, bis heute werden die schwedischen Soldaten in Lappland in arktischen Milieu ausgebildet. Lars Fält hat selbst viel von den Ureinwohnern der Welt gelernt:

„Ich habe viel mit Sami zusammengearbeitet, von Pär-Anders Hurri zum Beispiel habe ich viel gelernt. Ich war selbst in unterschiedlichen Kursen im arktischen Klima, bei den Ewenken in Sibirien und den Inuit im Norden Kanadas. Man lernt nie aus.“

Fallenstellen für Fasane?

Gemeinsam mit weiteren Überlebensexperten und Jägern lehrt Lars Fält den dick eingepackten Überlebenskurs-Teilnehmern auch, wie man Vögel mit der Schlinge fängt. Trapping, das klingt nach Rocky Mountains, Blockhütte, Eigenversorgung. Ann-Christina de Wall vom schwedischen Jägerverband erklärt die Regeln für die Kleinwild-Jagd in Schweden und wie man eine Schlinge auslegt, in die ein Moorhuhn tappt. Das erfordert nämlich einen sogenannten Fangschein und den legen die Kursteilnehmer gerade ab.

Chevon Hathaway hat noch ein paar Schwierigkeiten mit der Fangeinrichtung, die aus einer Y-förmigen Gabel besteht, an die mit einem Strick die Schlinge befestigt wird:

„Pass auf deine Hand auf, wenn du mit dem Messer aufwärts schneidest!, ermahnt der englische Kursleiter Paul Kirtley, während Chevon einen Schlitz in die Gabel schnitzt, in die der Strick geknotet wird. Die daran befestigte Schlinge wird im Schnee versteckt, darauf Birkenknospen als Köder ausgelegt. Einfach und effektiv. Nun hat die 30-Jährige eine weitere Fertigkeit erworben, die des Fallenstellens.

„Super, da kann ich ja dann zuhause in Hastings mal ausprobieren. Schneehühner haben wir ja nicht, aber Fasane vielleicht? Vielleicht fange ich Fasane in der Schlinge...“

Auf jeden Fall ist sie nun stolze Inhaberin eines schwedischen Fangscheines. Als nächstes auf dem Programm steht Eisangeln, in den Genuss dürfte sie zuhause in Südengland allerdings eher selten kommen.

Katja Güth

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