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SCHULE

Mobbing schwedischer Alltag

Publicerat tisdag 3 mars 2009 kl 10.15
Achtung, Mobbing?

Für viele Vorschul- und Schulkinder in Schweden gehört Mobbing zum Alltag. Dies belegt der jüngste Bericht des Zentralamts für Schulwesen. Am intensivsten werden Mitschüler demnach in den 8. und 9. Klassen gemobbt und gequält. Zielscheibe seien all jene, die „von der Norm“ abweichen, so der Bericht.

Selbst Kinder im Vorschulalter berichteten, dass sie zum Beispiel aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihres Gewichts diskriminiert wurden. Der Generalsekretär des Schulamtes, Per Thullberg, bezeichnete den Rapport als „erschreckend“. „Es ist eine beängstigende Lektüre“, so Per Thullberg. „Man sieht hier, wie bereits Kinder von rassistischen Vorstellungen beeinflusst sind. Das Bild des Mitschülers wird in Verbindung gebracht mit seinem ethnischen Hintergrund.“

Vor zwei Jahren war in Schweden das Gesetz zum Verbot von Diskriminierung und anderen kränkenden Handlungen von Kindern und Schülern verabschiedet worden. Ziel der aktuellen Untersuchung war es, zu analysieren, inwieweit das Gesetz an den Vorschulen, Grundschulen, Gymnasien und an den kommunalen Bildungsstätten für Erwachsene umgesetzt worden ist.

Jungen prügeln, Mädchen diffamieren

Das Ergebnis zeigt, wie schon bei früheren Untersuchungen, dass Jungen gewaltbereiter sind als Mädchen, die andere vornehmlich verbal diffamieren.

Ann Frisell Ellburg hat an dem Bericht mitgewirkt. Im Schwedischen Rundfunk sagte sie: „Unter den Mädchen werden Gerüchte verbreitet, Mitschüler werden diffamiert, es wird gemobbt und es wird gequält. Es kommt auch zu Schlägereien, wobei es sich hierbei jedoch vornehmlich um Jungen in den Grundschulen und den Gymnasien handelt. Es gibt Übergriffe in der Schulkantine, und bereits in der Grundschule wird über Sonderschüler gelästert. So ist der Ausspruch: „Bist Du ein Sonderling oder was“ bereits gängige Alltagssprache geworden.“

Erstmals wurde bei der Untersuchung auch die Situation an den Sonderschulen einbezogen. Deutlich wurde dabei, dass auch innerhalb der Sonderschulen Mobbing keine Seltenheit ist. So lästern weniger behinderte Schüler über Mitschüler mit stärkeren Behinderungen.

Handlungspläne bleiben Theorie

Eigentlich soll es an allen Schulen einen so genannten Gleichbehandlungsplan geben, an dem Lehrer und Schüler mitwirken sollen. Oftmals, so der Bericht, wird dieser Plan jedoch nicht befolgt oder fehlt gänzlich. Die Diskriminierung aufgrund von ethnischer Zugehörigkeit, Hautfarbe, Körpergröße oder Gewicht, Behinderungen oder Armut kann sich so ungebremst fortsetzen.

Zu den meisten Übergriffen kommt es laut dem Bericht außerhalb der Unterrichtszeit, in engen Korridoren, Umkleidekabinen, der Schulkantine und auf dem Schulweg.

Um die Situation zu verbessern, haben die im Rahmen der Untersuchung befragten Schüler eine stärkere Präsenz von Erwachsenen auf dem Schulhof und in der Schulkantine gefordert. Ebenso sei die Gestaltung der Schule mit renovierten Räumen wichtig für den Gemeinsinn an der Schule und dafür, dass sich Schüler weniger fürchten müssen.

Erziehung zu Toleranz

Auf der Grundlage des Berichts will das Zentralamt für Schulwesen nun eine Norm- und Wertediskussion in die Lehrerausbildung einfließen lassen. Dazu sagt Ann Frisell Ellburg: „ Wir müssen jetzt beginnen, darüber zu diskutieren, welche Normen und Werte wir für unsere Tätigkeit als Maßstab ansetzen wollen. Was halten wir für normal was ist anormal. Diese Normalitätsspannbreite ist unerhört schmal. Wir müssen sie auf verschiedenste Weise ausweiten. Wir müssen mit den Kindern und Schülern arbeiten, um Nulltoleranz für Diskriminierung, Mobbing und Quälereien zu erreichen.“

In jüngster Zeit hatten Fälle schweren Mobbings an der Schule auch die Gerichte beschäftigt. So waren im Februar vier junge Mädchen, die ein weiteres Mädchen bis hin zum Selbstmordversuch systematisch gequält hatten, wegen Belästigung in schwerer Form zur Leistung gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Im vergangenen Jahr wurden fünf Jungen wegen Freiheitsberaubung verurteilt. Sie hatten Mitschüler an einen Baum gefesselt und den Übergriff gefilmt.

Tobias Hofsäss

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