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Moralisch vertretbar?

Erstes Gentech-Baby in Schweden geboren

Publicerat onsdag 4 mars 2009 kl 13.20
Ihre neugeborene Tochter soll das Leben des Sohnes retten

Segen der Forschung oder Anfang vom moralischen Ende? Die gezielte Zeugung von Embryonen für eine lebensrettende Knochen-markspende ist kontrovers. Kritiker dieser Methode haben insbesondere ethische Bedenken. Ist es vertretbar, Kinder sozusagen als „lebende Ersatzteillager“ zu produzieren?

In Schweden hatten im vergangenen Jahr drei Familien von den Sozialbehörden die notwendige Genehmigung erhalten.

Familie Richardson aus dem westschwedischen Trollhättan hat nun eine kleine Tochter bekommen, die ihrem großem Bruder mit ihren Stammzellen das Leben retten soll.

Die Familie Richardson hat bereits zwei Söhne, die unter einer seltenen Erbkrankheit leiden. Die Krankheit führt dazu, dass der Körper keine Fettsäuren verarbeiten kann. Bei dem älteren Bruder ist die Krankheit bereits ausgebrochen, und es gibt keine Hoffnung, ihm helfen zu können. Der jüngere Bruder zeigt noch keine Symptome. Eine Knochenmarktransplantation von einem Geschwisterchen mit demselben Gewebetyp könnte ihn retten.

Um sicherzustellen, dass das gewünschte Geschwisterkind nicht dieselbe Erbkrankheit in sich trägt, erhielt die Familie im vergangenen Jahr die Erlaubnis für eine so genannten PGD/HLA- Behandlung. Dabei wird unter dem Mikroskop gezielt ein gesunder Embryo ausgewählt, der dann der Mutter eingepflanzt wird. Die Methode hatte bei der Familie Richardson Erfolg.

Mit Hilfe von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut des kürzlich geborenen kleinen Mädchens wird der Kinderarzt Anders Fasth von der Königin Silvia Kinderklinik in Göteborg nun die Transplantation vornehmen: „Dass ein Kind gezielt gezeugt wird, um Stammzellen zu spenden, ist sehr ungewöhnlich“, so Fasth im Schwedischen Rundfunk. „Weltweit gibt es vielleicht 40 bis 50 Versuche pro Jahr. Bei der Hälfte der Fälle gelingt es, ein Geschwisterkind zu zeugen, bei dem dann das Blut aus der Nabelschnur für die Behandlung aufbereitet wird.“

Die für manche Kinder lebensrettende Behandlung mit Stammzellen ist jedoch höchst kontrovers und in Deutschland aus ethischen Gründen verboten. Bisher ist die Methode nur in wenigen Ländern zugelassen, darunter in den USA, Belgien und Großbritannien. Britt-Marie Frost ist Oberärztin an der Kinderkrebsklinik in Uppsala. Sie sieht insbesondere Probleme für die gezielt erzeugten Geschwister der erkrankten Kinder: „ Ich mache mir Sorgen über die psychologische Entwicklung der Jugendlichen, wenn sie erfahren, dass sie zu einem bestimmten Zweck entstanden sind.“

Auch Anders Fasth hält die Debatte für wichtig. Dennoch befürwortet er die Methode: „Persönlich hab ich mich mit dieser ethischen Frage in den letzten zehn Jahren intensiv auseinandergesetzt, und ich komme zu dem Schluss, dass ich diese Methode unterstütze, allerdings im Rahmen der sehr eng gesetzten Regeln, die es in Schweden gibt.“

Für die Familie Richardson gibt es nur Freude und Hoffnung, das Leben ihres jüngsten Sohnes zu retten. Sie sind dankbar, dass eine Behandlung möglich ist: “Ich bin stolz in einem Land zu leben, das das Leben von Kindern rettet“, sagt Helena Richardson.

Tobias Hofsäss

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