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Ostern

Schwedische Tradition: Hahn und Hexe

Publicerat torsdag 9 april 2009 kl 12.34
Die Schwestern Tintin und Elvina (Fünf und drei Jahre alt) haben sich als Osterhexen verkleidet. Früher sollten diese traditionellen Verkleidungen an gefährliche Hexen erinnern. Heute sehen sie mehr aus wie niedliche alte Tanten (Foto: Hasse Holmberg / Scanpix)

Andere Länder, andere Sitten, dies gilt auch fürs Osterfest. Vereinzelt ist zwar auch in Schweden ein Hase im Einsatz, um die Ostereier zu verstecken, meistens tut dies jedoch der Hahn. Und dann gibt es die Osterhexe, die vor allem bei Kindern außerordentlich beliebt ist. Dabei kann die „Påskkäring”, ähnlich dem deutschen Pendant, nicht wirklich als lupenreines Vorbild dienen.

„Eine Osterhexe!” Und zwar fast eine richtige, auf jeden Fall ist sie größer als all die kleinen Osterhexen hier. Die Kinder aus der Internationalen Klasse des Kindergartens Parkschule machen große Augen. In Eritrea, Syrien oder dem Irak gibt es so was nicht. Komische Sitten hier in der nordschwedischen Stadt Boden. Die Osterhexe berichtet den staunenden Kindern aus aller Welt:

„Dass ich extra wegen der Kinder gekommen bin und ihnen erzählen will, dass ich jedes Jahr zu Ostern nach Blåkulla fahre. Ich träufele etwas magisches Öl auf meinen Besen und dann geht’s los.”

Teufelszeug auf dem Blauen Hügel

In Blåkulla ist wie auf dem deutschen Blocksberg im wahrsten Wortsinn der Teufel los, aber dies verschweigt die Osterhexe den Kindern. In Blåkulla, auf dem Blauen Hügel, herrscht der Teufel. Gleichwohl ist nicht ganz klar, ob Blåkulla die Hölle ist. Da wird kopuliert, Rücken an Rücken, und das Kind noch am selben Tag geboren. Da werden gezwirbelte Frauen als Kerzenständer benutzt und das Vater-Unser rückwärts gelesen.

Aber auch die schwedischen Kinder erfahren nicht die ganze Wahrheit über die teuflischen Vergnügungen der Osterhexen. Erzieherin Lena Källman windet sich etwas und erklärt:

„Die tanzen um die Feuer!” Was soll man den kleinen geschminkten Hexen auch übers Rücken-Kopulieren und vom rückwärts gesprochenen Vater-Unser erzählen? So kurz vor Ostern sehen die Hexen doch ziemlich nett aus, wie die sechsjährige Felicia Backelind bezeugen kann.

„Wir haben ein Tuch auf dem Kopf, uns Sommersprossen und rote Wangen gemalt.” Und warum Ostern überhaupt gefeiert wird, das weiß sie auch.

„Da hat doch Jesus angefangen, wieder zu leben!” Genauso war das.

Der Hahn war es, und nicht der Hase

Über 300 Mädchen und Jungen aus den Kindergärten der Stadt Boden, fast alle als Osterhexe verkleidet, stehen auf dem Medborgarplatsen und warten darauf, dass endlich der Hahn zu ihnen kommt, denn der Hahn bringt in Schweden die Eier, und die darf dann Felicia suchen. Sie weiß auch schon ungefähr, wo.

„Die liegen unterm Kissen oder unter einer Decke, aber nicht unterm Bett! Da ist es so staubig.”

Der Hahn hat nicht genug Papp-Ostereier mitgebracht. 40 Osterhexen sehen ziemlich enttäuscht aus. Erzieherin Lena Källman rechnet den Männern von der für das Treiben verantwortlichen Parkverwaltung gerade vor, wie viele Kinder leer ausgegangen sind. Der Hahn kann nur mit dem kleinen piependen Küken trösten, einer Handpuppe. Warum in Schweden ein Hahn die Eier bringt? Eine schlüssige Erklärung gibt es nicht, der Hahn gehört wie das Ei zu Ostern und Hahn Glenn Siekas vermutet:

„Das ist halt eine Tradition wie in den USA, wo man vor dem ersten Weihnachtsfeiertag einen Strumpf aufhängt. Und hier kommt der Hahn auch vor dem eigentlichen Osterfeiertag.”

Warum die ganze Hexerei?

Und warum kommen denn nun die Hexen zu Ostern, dem Fest der Auferstehung des Herrn? Das hat Lennart Stubé von der Parkverwaltung extra noch mal nachgelesen, bevor er die Ostereier besorgt hat:

„In der Mitte des 17. Jahrhundert bis zum 18. Jahrhundert waren ja der Hexenglauben und die Zauberei weit verbreitet im Volk. Die Leute glaubten, dass Hexen viel Schrecken mit sich bringen. Auf dem Lande war es ja eine Katastrophe, wenn die Hexe auf den Hof kam und die Kühe keine Milch mehr gaben und die Schweine starben.”

Und die Hexen kamen gerne in der Osterzeit, weshalb man sie mit Knallern und Osterfeuern vertrieb. Heute ist das ungleich leichter. Die kleinen geschminkten Osterhexen, die am Gründonnerstag an die Tür klopfen, wird man einfach wieder los, indem man ihnen ein paar Süßigkeiten in die Hand drückt.

Katja Güth

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