Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Rüstungsindustrie

Studie: Waffenexport weltweit in die Höhe geschnellt

Publicerat måndag 27 april 2009 kl 17.26
Teil des schwedischen Exportvolumens von 1,45 Milliarden US-Dollar: JAS Gripen

Der Waffenexport in Länder des Nahen Ostens ist in den vergangenen Jahren explosionsartig gewachsen. Das zeigt eine Langzeitstudie des Friedensforschungsinstituts SIPRI mit Sitz in Stockholm. Ganze 38 Prozent mehr Waffen wurden zwischen 2004 und 2008 nach Nahost exportiert als in den fünf Jahren zuvor. Weltweit ist die Rüstungsindustrie eine krisensichere Branche: Um ein Fünftel stieg der Waffenexport in den vergangenen fünf Jahren an. Drittgrößter Exporteur mit zehn Prozent Anteil am weltweiten Waffentransfer ist Deutschland. Auch Schweden steht aus eigener Sicht gut da mit Platz 10 auf der Rangliste der Waffenexporteure.

Der allgemeine Trend ist durchaus beunruhigend, meinen die Forscher bei SIPRI, dem Stockholm International Peace Research Institute. Besonders in die Krisenherde der Welt wird vermehrt exportiert, nach Afghanistan etwa, nach Georgien, Israel, Pakistan und Sri Lanka.

Dabei war der Waffenexport nach Ende des Kalten Krieges zunächst rapide abgesunken, um erst Mitte der 90er Jahre erneut anzusteigen. Dann kamen die Anschläge vom 11. September, und seitdem stocken die Länder insgesamt ihre Waffenarsenale kontinuierlich auf. Verwundert ist darüber beim Stockholmer Friedensforschungsinstitut niemand, erklärt Pressesprecherin Stephanie Blenckner gegenüber Radio Schweden:

„Wir sind leider nicht ganz unüberrascht, auch wenn wir vielleicht gehofft hatten, dass der Waffentransfer nicht ganz so markant ansteigt. Betrachtet man das Ganze historisch, so liegt der Export noch auf einem relativ niedrigen Niveau im Vergleich zur Zeit des Kalten Krieges etwa. Seit dem 11. September 2001 verzeichnen wir leider, dass das allgemeine Interesse an Waffeneinkäufen und -handel stark zugenommen hat. Auch sind die Militärausgaben der Länder seitdem angestiegen.”

Europäische Nachbarn dankbare Abnehmer

Besonders die Vereinten Arabischen Emirate treten verstärkt als Abnehmer auf - als Alliierte der USA wollen sie im Falle der Fälle auf einen Angriff Irans vorbereitet sein, so SIPRIs Vermutung angesichts des gesteigerten Verkaufs in die Region. Deutschland hingegen ist am Waffenexport in den Nahen Osten nur geringfügig beteiligt; gerade einmal ein Prozent der Rüstungsmaterialien in die Region kommen aus Deutschland. Zum Vergleich: Frankreich und Großbritannien liefern jeweils 40 Prozent.

Der Löwenanteil des deutschen Exports in den vergangenen Jahren ging - möglicherweise etwas erstaunlich - an Griechenland und die Türkei. SIPRI deutet auch dies historisch - auch wenn die Zypernfrage längst nicht mehr das Potential zu einem bewaffneten Konflikt habe, so Pressesprecherin Blenckner.

„Wir vermuten aber, dass in der NATO inzwischen gewisse Standards gesetzt sind. Der Markt ist sehr geschlossen und dies bedeutet, dass die Mitgliedsländer sich gegenseitig beliefern, um denselben militärischen Standard zu haben. Deshalb geht der deutsche Export auch am meisten in Länder innerhalb der EU. Man kann davon ausgehen, dass auch die europäischen Staaten ihre neuesten Waffensysteme gern austauschen.”

Auch Schweden verdient gut am Rüstungsexport

Mit der regelmäßigen Darlegung von Zahlen auf dem Gebiet versucht das Friedensforschungsinstitut, kritische Fragen zur Notwendigkeit der Aufrüstung unter dem Vorwand der Kostenersparnis oder gar militärischer Gleichberechtigung der Staaten anzuregen. Deutschland etwa verkaufte im Jahr 2007 Rüstungsmaterialien, vor allem Panzermotoren, im Wert von immerhin 1,4 Milliarden US-Dollar.

Schweden untersucht SIPRI eher am Rande. Sicherlich sollen die Waffengeschäfte des Landes im internationalen Vergleich nicht unter den Tisch fallen. SIPRIS Aufgabe besteht jedoch nicht darin, einen warnenden Zeigefinger gegen die schwedische Verteidigungs- oder Rüstungspolitik zu erheben. Dabei rangiert Schweden, was den Waffenexport anbelangt, auf dem 10. Platz. Das finanzielle Volumen lag im vergangenen Jahr bei satten 1,45 Milliarden US-Dollar. Pressesprecherin Blencker:

„Da wir feststellen, dass sich das Kampfflugzeug JAS Gripen weiterhin einer größeren Beliebtheit zu erfreuen scheint, weil noch einige größere Aufträge in Aussicht sind, wird sich das Volumen der schwedischen Rüstungsausgaben künftig wohl nicht verringern, sondern eher noch steigen.”

Sicher hatten jüngst die Niederlande und Norwegen von einem JAS-Kauf Abstand genommen und stattdessen den amerikanischen Joint Strike Fighter vorgezogen. Dafür haben sich Ungarn, Tschechien und Saudi-Arabien als Abnehmer angekündigt.

Krisensichere Branche

Wie sich die Weltwirtschaftskrise bei der Rüstungsindustrie bemerkbar machen wird, kann SIPRI derzeit nur vermuten. Noch sind die Folgen der Krise nicht abzusehen. Dennoch wagt Pressesprecherin Blenckner schon jetzt, vorsichtig pessimistisch zu sein.

„Man könnte als einzigen positiven Effekt der Weltwirtschaftskrise hoffen, dass die Rüstungsausgaben und der Waffenhandel einbrechen wie andere Wirtschaftszweige auch. Leider lässt sich das für diese Branche nicht generell festmachen. Die größten Waffenimporteure China, Indien und die Vereinten Arabischen Emirate lassen keine Anzeichen dafür erkennen, dass sie ihr Volumen verringern wollen oder geplante Aufträge möglicherweise storniert werden sollen. Bei kleineren Ländern ist das schon anders, Brasilien, Indonesien, Malaysia und Marokko etwa. Doch die individuelle, gefühlte Bedrohungslage dieser Länder wird auch in Krisenzeiten dafür sorgen, dass auch die knappen, verfügbaren Mittel in Aufrüstung und Waffensysteme gesteckt werden.”

Liv Heidbüchel

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min Lista".