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Gerangel um Volvo-Hilfen

Publicerat tisdag 26 maj 2009 kl 11.33
Volvos Fabrik in Gent, Belgien.

Die Entscheidung der flämischen Regionalregierung dem schwedischen Autobauer Volvo Kreditgarantien einzuräumen, um im Gegenzug in dessen belgischen Fabriken Arbeitsplätze zu erhalten ist in Schweden nur auf wenig Begeisterung gestoßen. Vor allem die Gewerkschaften fürchten, dass dies zu Lasten der schwedischen Kapazitäten geschehen wird. Der Druck auf die schwedische Regierung hat sich erhöht.

Die Lasten sind bereits jetzt unterschiedlich verteilt. Während die Fabriken im belgischen Gent, wo Volvo hauptsächlich die kleineren Modelle fertigt, relativ gut ausgelastet sind und mit drei Schichten betrieben werden, läuft es in den schwedischen Werken, wo in zwei Schichten gearbeitet wird, eher zäh. Die flämische Provinzialregierung ist darüber hinaus mit dem Deal „Kreditgarantien gegen Zusage von Arbeitsplätzen“ zufrieden, wie Regierungschef Kris Peeters bestätigt: „Die Arbeitsplätze in Gent sind für uns wichtig und ich hoffe dass wir auch in Zukunft auf diese Weise kooperieren können.“

Druck auf Regierungen
Für den zum amerikanischen Ford-Konzern gehörenden Pkw-Hersteller Volvo ist es wichtig, an einen Kredit der Europäischen Investitionsbank EIB in Höhe von bis zu 300 Millionen Euro zu kommen. Volvo-Chef Stephen Odell hat jetzt mit der Zusage aus Belgien gegen die noch zögernde schwedische Regierung einen Trumpf in der Hand. Odell gibt sich dabei diplomatisch: „Ich glaube nicht, dass ich Druck auf Regierungen ausüben kann. Der Dialog in beiden Richtungen ist wichtig. Die Regierung muss sich ja darum kümmern, wie sie das Geld der Steuerzahler ausgibt. Die Autoindustrie macht nahezu 15 Prozent des Bruttonationalproduktes aus. Es kommen also auch Steuergelder durch die Autoindustrie herein.“

Sorge in Schweden
Während Odell nicht den Eindruck erwecken mag, Flamen und Schweden gegeneinander ausspielen zu wollen, sorgen sich jedoch die schwedischen Regionalpolitiker rund um den Standort Göteborg-Torslanda. Bertil Torsäter ist bei der Provinzialregierung verantwortlich für die Entwicklung der Region: „Ich gehe davon aus, dass ein Abkommen mit der flämischen Regierung die Garantie beinhaltet, den Standort zu halten oder gar auszubauen, und das geschieht dann vermutlich auf Kosten von Schweden und Göteborg.“

Genauso sehen es auch die schwedischen Gewerkschafter. Mikael Sällström von der Volvo-Gewerkschaft in Schweden sieht seinen Standort im Nachteil: „Das ist nicht gut. Wir haben bereits jetzt eine Schieflage zwischen Gent und Torslanda. Das ist nicht gut für Torslanda. Ich will, dass die schwedische Regierung reagiert. Man hat ja vor ein paar Monaten gesagt, dass man die schwedische Fahrzeugindustrie unterstützen will. Aber das war alles nur Gerede.“

Stockholm reagiert gelassen
Die schwedische Regierung will sich jedoch nicht unter Druck setzen lassen, wie der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Jöran Hägglund erklärt: „Man hat leicht reden , wenn man nicht in den Verhandlungen sitzt und es um das Geld der Steuerzahler geht. Wir sind uns einig: Wenn Ford die Eigentümerstruktur geklärt hat, werden die Verhandlungen fortgeführt. Wenn die Gewerkschaft also Druck machen will, muss sie sich an Ford wenden, weil die Entscheidung dort liegt.“

Die Regierung in Stockholm fürchtet, dass schwedische Steuergelder letztendlich in Übersee beim amerikanischen Automobilriesen Ford versickern werden. Zudem glaubt Hägglund letztlich nicht daran, dass Volvo – selbst mit der Zusage aus Belgien – einen Kredit der EIB bekommen wird: „Der Ford-Konzern hat das Ausgabenlimit der EIB bereits erreicht. Ich kann mir vorstellen, dass die flämische Regierung wie die schwedische feststellt, dass es jetzt wichtig ist, die Eigentümerfrage zu klären, bevor man weiter diskutieren kann.“

Sprich erst wenn geklärt ist, dass schwedische Unterstützung auch den Fabriken in Schweden hilft, wird die Regierung in Stockholm mit sich handeln lassen.

Dieter Weiand

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