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Menschenhandel mit lettischen Zeitarbeitern?

Publicerat torsdag 28 maj 2009 kl 11.44

Erneut wird einem lettischen Unternehmen, das in Schweden tätig ist, Lohndumping nachgesagt. Die Spitzenkandidatin der Sozialdemokraten bei den Europawahlen, Marita Ulvskog hat dem Leiharbeiterunternehmen „Hyrlett“ sogar Menschenhandel vorgeworfen. Das Unternehmen wehrt sich nun gegen die Vorwürfe.

Eine Arbeitskraft zum Gebäudereinigen für umgerechnet rund 7 Euro die Stunde anstelle der durchschnittlich in Schweden bezahlten 10 bis 11 Euro. Das bietet das lettische Unternehmen „Hyrlett“, das in seinem Namen ein Wortspiel trägt. Gehört kann es im Schwedischen nämlich nicht nur „miete einen Letten“ sonder auch „leicht zu mieten“ bedeuten. Für die Spitzenkandidatin der Sozialdemokraten bei den Europawahlen, Marita Ulvskog, eine Kampfansage an das schwedische Tarifsystem: „Das ist nicht falsch geschrieben. Da werden Letten vermietet zu unschlagbaren Preisen. Das ist eine neu Form des Menschenhandels.“

Das lettische Unternehmen, das seit 2004 auch in Schweden tätig ist, gibt sich verblüfft. Maris Sergejenko, Sprecher von Hyrlett in Schweden, meint: „Dann betreiben alle Leiharbeitunternehmen Menschenhandel. Ich bin erstaunt, dass eine Spitzenpolitikerin unser Unternehmen anschwärzt, ohne mit uns oder unseren Angestellten zu reden.“

Marita Ulvskog nimmt vor allem Anstoß daran, wie das Unternehmen sich in Schweden präsentiert: „Man braucht sich das nur anschauen. ‚Unschlagbare Preise’ ‚Ausverkauf bei Zimmerleuten’ Menschen werden hier als Ware verkauft. Und man betreibt ein systematisches Lohndumping.  Das ist für mich eine neue Form des Menschenhandels.“

Der Fall erinnert an den des lettischen Bauunternehmens Laval, das 2004 den Auftrag erhalten hatte, eine Schule in Vaxholm bei Stockholm zu renovieren und die Arbeiten zu geringeren als schwedischen Tariflöhnen ausführte. Die schwedischen Gewerkschaften belegten daraufhin die Baustelle mit einer Blockade. Laval musste aufgeben. Der Europäische Gerichtshof hat danach geurteilt, dass die Maßnahmen der schwedischen Gewerkschaft übertrieben waren.

Tarifverträge im Binnenmarkt

Die EU-Gegnerin Marita Ulvskog will jedoch solche Argumente nicht gelten lassen. Der Binnenmarkt habe Regeln zu befolgen. Diese sieht sie hier verletzt: „Wir waren ja alle der Auffassung, dass unsere Tarifverträge für alle gelten. Und jetzt zeigt sich, dass dies nicht funktioniert.“

Das lettische Unternehmen finanziert Reise und Unterkunft seiner Angestellten in Schweden und bezahlt Steuern und Sozialabgaben in Lettland. Dies alles sei aber für schwedische Gewerkschaften nicht nachprüfbar, so Ulvskog. Hyrlett verteidigt mittlerweile seine Preispolitik. Mehr sei nicht auf dem schwedischen Markt für einen lettischen Arbeiter zu erzielen.

„Wir bekommen nicht mehr für einen lettischen Arbeiter, weil die Sprache viel ausmacht. Die Arbeitgeber sind nicht bereit, mehr für jemanden zu bezahlen, der nicht Schwedisch spricht“, so Maris Sergejenko.

Für lettische Verhältnisse ist der Lohn immer noch in Ordnung, findet Jana Jakovleva, die für Hyrlett als Raumpflegerin in Schweden arbeitet: „75 Kronen. Das ist doppelt soviel wie ich bisher bekommen habe. Ich bin zufrieden.“

Ob der Fall weitere Folgen haben wird, ist nicht sicher. Denn bisher hat sich die lettische Firma augenscheinlich nichts zu Schulden kommen lassen. Und auf eine erneute Prüfung vor dem Europäischen Gerichtshof wird es Schweden wohl nicht so schnell ankommen lassen.

Dieter Weiand

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