Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/

Werben um ausländische Patienten

Publicerat måndag 6 juli 2009 kl 11.55

Maßnahmen gegen eine neue Epidemie, antibiotikaresistente Krankheiten, Vorbeugung von Alkoholschäden sowie Patientenrechte stehen auf der Tagesordnung des ersten Ministertreffens im Rahmen der schwedischen Ratspräsidentschaft. Im südschwedischen Jönköping werden die Minister bei diesem informellen Treffen aber auch über die Behandlung von ausländischen Patienten sprechen, denn in Schweden hat die Zahl der nicht-schwedischen Patienten stark zugenommen.

In den schwedischen Krankenhäusern werden immer mehr Patienten aus dem Ausland behandelt – meistens geht es dabei um spezielle Behandlungen, die nicht jedes Krankenhaus anbieten kann. Allein in Stockholm hat sich der Umsatz mit ausländischen Patienten seit 1997 verdreifacht. Dies bestätigt Susanne Svahn, die im Akademischen Krankenhaus von Uppsala Care für das operative Geschäft zuständig ist: „Wir verzeichnen einen enormen Zuwachs, weil die Leute im Internet nach den bestmöglichen Behandlungen suchen. Und wir verkaufen ja hoch spezialisierte Behandlungen und nicht die grundlegende medizinische Versorgung, da haben wir ja immer noch Wartelisten. Wir dürfen ja keine Leistungen von schwedischen Patienten abziehen, sonst dürfen wir keine ausländischen Patienten behandeln.“

Grundvoraussetzung ist also, dass es genügend Kapazitäten in dem vom ausländischen Patienten nachgefragten Bereich gibt. Es soll damit verhindert werden, dass die Krankenhäuser gutes Geld im Ausland verdienen, während sie schwedische Patienten vernachlässigen. Denn zwar fahren immer mehr Schweden nach Thailand oder Polen etwa für schönheitschirurgische Eingriffe oder um sich die Zähne richten zu lassen, doch es gibt mittlerweile mehr Medizintouristen aus dem Ausland in Schweden, als dass Schweden geplante Behandlungen im Ausland erhalten.

Darüber gibt es zwar noch keine nationale Statistik, doch allein im Großraum Stockholm hat es im vergangenen Jahr 450 solche Patienten gegeben. Mittlerweile haben die verantwortlichen Stellen spezielle Abteilungen eingerichtet, die weltweit nach Patienten suchen, die meist teure Behandlungen in Schweden erhalten. Das Angebot geht meist an gut bezahlende Patienten, die solche Behandlungen nicht oder nicht so schnell im eigenen Land erhalten können.

Spezialbehandlung

Einer von ihnen ist Ioannis Nikiforakis. Der 36jährige Athener war nach einem Verkehrsunfall vor 10 Jahren total gelähmt. Eine spezielle Behandlung am Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg ermöglicht es ihm, jetzt Arme und Hände teilweise zu bewegen. Nikiforakis ist sehr zufrieden: „Das hat mit dem täglichen Überlebenskampf zu tun. Wen Sie sich im Gesicht kratzen wollen, können sie das tun, ich nicht, “ so Nikiforakis. Jetzt kann er dies wieder dank der Behandlung in Göteborg. Die griechische Krankenkasse hat die Operation bezahlt, das Krankenhaus hat gut verdient und Nikiforakis und die griechische Wohlfahrt ersparen sich in Zukunft eine 24stündige Betreuung.

Kritiker dagegen befürchten, dass die Krankenhäuser nur noch auf das Geld schauen und die Warteschlangen bei den billigen Kassenpatienten immer länger werden. Gerade lange Wartezeiten auch bei lebensbedrohlichen Krankheiten wie Krebs oder Krankheiten, die mit starken Schmerzen verbunden sind, gelten schließlich als eines der größten Probleme im schwedischen Gesundheitswesen. Sozialminister Göran Hägglund will diese Bedenken jedoch nicht gelten lassen: „Ich sehe da keine Probleme. Es ist doch selbstverständlich, dass das Sahlgrenska Krankenhaus zuallererst die Patienten der Region versorgen muss. Wenn es aber darüber hinaus möglich ist, etwas für Menschen aus anderen Ländern zu tun, dann werden ja unsere OP-Säle genutzt. Wir nutzen unser gut ausgebildetes Personal und unsere gute Ausrüstung besser aus. Das ist auch gut für die Einwohner der Region.“

Chirurgen-Netzwerk  

Auch Professor Jan Fridén, dessen Team die Operation durchgeführt hat, ist von dem Nutzen überzeugt und regt ein internationales Netzwerk von Chirurgen an, damit noch mehr Patienten geholfen werden kann: „Wenn der Nutzen sowohl für die Patienten als auch für das Sozialwesen so offenbar ist, gibt es wohl kein Argument dagegen. Im Gegenteil wäre es unverzeihbar, diese Möglichkeiten nicht wahr zu nehmen. Zumindest in Europa sollten wir ein Netzwerk aufbauen, in dem Schweden eine wichtige Rolle spielt, um diese Entwicklung voranzutreiben.“

Jetzt liegt es an den Behörden, die letzten verwaltungstechnischen Hürden aus dem Weg zu räumen, damit sowohl Patienten als auch die Krankenhäuser von einem europäischen Gesundheitssystem profitieren können.

Dieter Weiand

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".