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Finnland - Schweden

200 Jahre seit Schwedens letztem Krieg

Publicerat tisdag 14 juli 2009 kl 10.43

An das Ende des letzten Krieges auf schwedischem Boden wird mit Ausstellungen, eigens komponierten Opern und zahlreichen anderen Projekten erinnert. 1809 endete mit dem Frieden in Fredrikshamn der Finnische Krieg, Schweden verlor Finnland an Russland und damit ein Drittel seines Territoriums. Im Freiluftmuseum Hägnan im nordschwedischen Luleå wird nun die Zeit der Besetzung durch die russischen Truppen nachgespielt. Im Sommer 1809 okkupierten die Russen die heutigen nördlichsten schwedischen Provinzen und verbreiteten Angst, Schrecken und Armut im besetzten Land.

Die Glocken der Kirche im Weltkulturerbe Gammelstad läuten zur vollen dreizehnten Stunde dieses Sommertages. Zum Weltkulturerbe gehört neben der Kirche die traditionelle Kirchstadt, und etwas abseits davon liegt das Freiluftmuseums Hägnan. Um die kleine Bühne dort haben sich neugierige Besucher versammelt, die auf den Auftritt der klugen Frau warten. Kräuterhexen könnte man sie auch nennen, jene Frauen, die einst bei Geburten und Krankheiten halfen. Alexandra Norén gibt in dem Stück „Drama in der Soldatenkate“ die kluge Frau Nickes Matilda, die ihrem Publikum ihr Leid über die Russen klagt.

„Fünfzig Russen wohnen hier in Gammelstad, der oberste Befehlshaber der Russen, General Kaminski , wohnt beim Pfarrer Nordmark und der ihm unterstellte Silberski ist im Haus von Landgerichtsrat Bossens. Die haben gut zu essen, aber das Fußvolk zieht umher und stiehlt, neulich sah ich einen Soldaten, der Mehlreste vom Mühlenstein kratzte. Es ist ein Elend.“

Ausbruch und Verlauf des Krieges
Das Elend in Gammelstad und andernorts im damaligen Schweden hatte Napoleon angezettelt. Die Großmacht Frankreich war nach der Revolution auf Eroberungszug in Europa und wollte durch eine Kontinentalblockade die Seemacht England kalt stellen und isolieren. Schweden war Verbündeter Englands, und Finnland gehörte zur schwedischen Krone. Die nicht unerheblichen Küstenstrecken an Nord- und Ostsee waren für Napoleon interessant, wie der Geschichtsforscher und Buchautor Kjell Lundholm erklärt: „Im Frieden von Tilsit von 1807 hatte Frankreich Russland ermächtigt, auf eigene Rechnung Finnland zu erobern, das damals mit Schweden ein gemeinsames Reich bildete, um so Napoleons Kontinentalblockade gegen England zu unterstützen.“

Die Russen marschierten im Februar 1808 in der schwedischen Provinz Finnland ein und eroberten rasch die Festung Sveaborg bei Helsinki. 20.500 schwedische Soldaten sahen sich einer Übermacht von 55.002 Russen gegenüber. Der Widerstand von schwedischer Seite war nicht gerade stark, im Sommer 1809 war der Norden Schwedens russisch besetzt. Kjell Lundholm: „Im Nachhinein muss man sagen, dass dies keine schwedische Heldentat war. Man darf aber auch nicht vergessen, dass Schweden damals einen Zweifrontenkrieg führte. Dänemark und Norwegen waren auf der Seite Napoleons und drohten Schweden vom Westen her anzugreifen. Die Russen waren schon von Osten gekommen, und im Westen lauerte Gefahr von Dänemark und Norwegen.“

Unterschiede im Soldatensein
Zurück zum Museumsdrama um die hochschwangere Soldatenfrau. In der originalgetreuen Soldatenkate berichtet sie dem Publikum von ihrer Angst. Armut und Angst waren vorherrschend während der russischen Okkupation: „Man hat ja gehört vom Oberst Bergenstråle, der in Russland gefangen genommen wurde, der lebt zumindest. Ich hoffe, mein Mann lebt auch noch. Er ist ein einfacher Feldwebel, was soll denn werden, wenn er fällt? Dann fliege ich hier raus.“

Die schwedischen Soldaten hatten immerhin das Recht auf eine Hütte, etwas Lohn und eine Familie. Björn Eriksson hat über das Soldatensein in Schweden und Russland im 19. Jahrhundert geforscht. „Sowohl schwedische als auch russische Soldaten waren Freiwillige. Wurde jedoch ein russischer Junge für den Dienst in der Armee angeworben, dann folgte ihm die Verwandtschaft zum Dienstantritt, um sich zu verabschieden. Man feierte quasi die Beerdigung.“

25 Jahre in der russischen Armee bedeutete für die wenigsten ein langes Leben. Fahnenflucht kam nicht selten vor, und im Museumsdorf unterbricht ein Schuss aus einer russischen Waffe die Geburtsvorbereitungen, ein Soldat sucht einen Deserteur.

Vergessener Krieg?
Die Darstellerin der Soldatenhausfrau, Beatrice Flygare, ist auch wirklichen Leben hochschwanger und arbeitet als Museumspädagogin. Schwedens letzter Krieg, so meint sie, ist wirklich ein Fall fürs Museum, im gesellschaftlichen Bewusstsein nicht mehr präsent:

„Es gibt keine besonderen Erinnerungen mehr an den Krieg. In manchen Dörfern sind vielleicht noch Reime aus dieser Zeit überliefert. Oder dass es hier und da noch einen Heuboden gibt, der Russenscheune genannt wird, weil sich dort ein Deserteur versteckte.“

Auch wenn Finnland verloren ging, sind 200 Jahre Frieden nach dem Finnischen Krieg die womöglich größte Heldentat, im Nachhinein betrachtet. Das wird auch Inge Karlsson aus dem Publikum des Museumsdramas klar: „Wir können uns wirklich glücklich schätzen, dass wir das Leid der Kriege nicht erleben mussten, wie zum Beispiel in Deutschland.“

 Katja Güth

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