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SOMMER

Wegen Sommer geschlossen

Publicerat fredag 17 juli 2009 kl 11.10
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Das Jahr über ersehnt: Sommer (Foto: Svensk Fastighetsförmedling/Scanpix)
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Viele Polizeistationen machen im Sommer Pause
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Gefährlich abgemagert: Karolinska Krankenhaus

Neben hellen Nächten und Heerscharen von Mücken gibt es ein weiteres untrügliches Zeichen dafür, dass in Schweden der Sommer Einzug gehalten hat. Ein Wort nämlich feiert dann Hochkonjunktur – „sommarstängd“ heiβt es, übersetzt: wegen Sommer geschlossen. Schilder mit dieser Botschaft kann man an Geschäften, Galerien oder Schwimmbädern finden; aber bei weitem nicht nur dort. Selbst so wichtige gesellschaftliche Einrichtungen wie Polizeidienststellen oder Krankenhäuser machen im Sommer oft kurzerhand dicht. Schlieβlich ist kaum etwas in Schweden so heilig wie das Recht auf den Sommerurlaub für alle.

Sommaren är kort, der Sommer ist kurz, singt der schwedische Pop-Star Orup, und er weiβ, wovon er spricht: von der Vergänglichkeit schwedischer Sommerfreuden. Allzu bald lauern hier zu Lande nach unbeschwerten Sommertagen wieder Kälte und Dunkelheit. Bereits Mitte August tritt für Bahn und Bus alljährlich der so genannte Winterfahrplan in Kraft – dies nur e i n Fingerzeig für traurige klimatische Tatsachen. Kein Wunder, dass der Schwede an sich den kurzen Sommer nach Herzenslust genieβen will.

Sommerferien  - ein Recht nicht nur für Kinder 

Von Anfang Juni bis Mitte August haben die Kinder im ganzen Land Ferien, und auch für die Erwachsenen ist Sommerzeit Ferienzeit. Eine schwedische Sonderregelung machts möglich: Das Gros der Arbeitnehmer hat demnach das Recht, vier zusammenhängende Urlaubswochen in der Zeit zwischen Juni und August zu nehmen. Das gilt zum Beispiel auch für Ärzte. Die Folge: Kein Sommer ohne dicke Schlagzeilen, die verkünden, dass aufgrund der Urlaubssituation in den Krankenhäusern wieder mal Sicherheit und Leben der Patienten in Gefahr sind.

Kostproben aus den letzten Tagen: ”Die Situation ist völlig krank. Es gibt schlieβlich nicht weniger Patienten, nur weil Sommer ist”, meint Akut-Schwester Camilla Stävhammar im renommierten Karolinska Krankenhaus in Stockholm. Ein Drittel aller 35 Stationen dort ist derzeit sommarstängt – also wegen Sommer geschlossen. Im Akademischen Krankenhaus Uppsala, ebenfalls ein Flaggschiff des schwedischen Gesundheitswesens, sieht es kaum besser aus: Momentan haben wir fünf Patienten, die auf Betten warten”, sagt die Chefin der Intensivstation Christina Lundmark. ”Wir haben keinen Platz, es wird lange Wartezeiten für die Intensivaufnahme geben.” Der Grund: ein Groβteil des Personals hat Urlaub, viele Stationen sind sommarstängt, wegen Sommer geschlossen – die Patienten werden eher behelfsmäβig zusammengepfercht. Im Astrid-Lindgren-Kinderkrankenhaus in Stockholm schlieβlich können Eltern, die mit schwer kranken Kindern kommen und sind nicht ausreichend informiert haben, eine böse Überraschung erleben: Während des Sommers hat die Notaufnahme nämlich kurzerhand dichtgemacht.

Auch Gerichtsmediziner und Polizisten brauchen Urlaub

Auch als Gerichtsmediziner braucht man natürlich seinen Sommerurlaub, mögen die Arbeitsaufgaben auch noch so drängend sein. So kann der Prozess in einem viel beachteten Mordfall vom Juni in Stockholm, bei dem Opfer und mutmaβlicher Täter erst 15 und 16 Jahre alt sind, erst in zwei Monaten beginnen, der Grund: die Ärzte im Gerichtsmedizinischen Institut in Solna haben Urlaub. ”Es ist nicht akzeptabel, einen 16-Jährigen so lange auf die Anklage warten zu lassen, dies dürfte kaum den Intentionen des Gesetzgebers entsprechen”, meint Claes Borgström, der Anwalt des mutmaβlichen Täters.

Aber was den Ärzten im Krankenhaus recht ist, ist den Gerichtsmedizinern billig. Und auch als Polizist hat man schlieβlich ein Anrecht auf seinen Sommerurlaub. Auch in diesem Jahr schlieβen daher wieder eine Reihe von Polizeistationen. Allein in der Provinz Västra Götaland sind 12 Stationen in den Sommermonaten geschlossen – wer eine Anzeige aufgeben möchte, muss sich zu einer anderen Station bemühen. Für Kriminelle freilich ist die Veröffentlichung der Namenslisten der geschlossenen Stationen ein freundlicher Service. Denn auch wenn man es nicht für möglich halten mag – eine Berufsgruppe arbeitet im sommerlichen Schweden besonders hart: die der Taschendiebe.

Anne Rentzsch

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