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BEHINDERTENPOLITIK

Neue Züge nicht behindertengerecht

Publicerat fredag 10 juli 2009 kl 13.02
Bis 2010 sollen alle öffentlichen Milieus für alle zugänglich sein (Foto: Henrik Montgomery/Scanpix)

Im kommenden Jahr sollen laut Reichstagsbeschluss alle öffentlichen Orte in Schweden an die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung angepasst sein. In der Praxis ist man von der Erreichung dieses Ziels jedoch noch weit entfernt. Schwierige Bedingungen erwarten jetzt insbesondere Zugreisende. In der vergangenen Woche hatte das staatliche Eisenbahnunternehmen SJ sein Monopol im Eisenbahnverkehr abgeben müssen. An die neuen, konkurrierenden Unternehmen wurden in diesem Zusammenhang aber keine Forderungen gestellt, Züge behindertengerecht auszustatten.

Als der Rollstuhlfahrer Olle Holm aus Lund beim Transportunternehmen Veolia nachfragte, ob für ihn mit Veolia-Zügen eine Reise nach Stockholm möglich sei, erhielt er einen abschlägigen Bescheid.

„Ein freundlicher junger Mann sagte mir, dass das im Moment nicht möglich sei. Aber damit wollte ich mich nicht zufrieden geben. Am Tag darauf erwischte ich dann einen Verantwortlichen bei Veolia. Der bestätigte die Information“, berichtet Olle Holm. Überrascht sei er über diese Auskunft freilich nicht gewesen.

Vor neun Jahren hatte der Reichstag in Stockholm beschlossen, dass bis zum Jahr 2010 alle öffentlichen Orte für alle zugänglich sein sollten. Ziel des Beschlusses war es unter anderem gewesen, den Kommunal- und Fernverkehr besser an die Bedürfnisse zum Beispiel von Rollstuhlfahrern anzupassen.

Ein Schritt vorwärts, zwei zurück

Wieder einmal klaffen also hohe Ambitionen und Realität erheblich auseinander: Weniger als ein Halbjahr vor dem geplanten Inkrafttreten der neuen Regeln nimmt nun zwischen Stockholm und Malmö ein Zugunternehmen den Verkehr auf, ohne sich um Menschen mit Behinderung zu kümmern. Für Karolina Celinska, Ombudsman im Schwedischen Behindertenverband, ist das nicht mehr oder weniger als ein Skandal.

„Es geht schlieβlich darum, am öffentlichen Leben unter gleichen Bedingungen wie alle anderen teilnehmen zu können. Wenn im Jahr 2009 eine neue Bahnstrecke in Betrieb geht, sollte man davon ausgehen, dass sie für Behinderte zugänglich ist. Mein Eindruck ist, hinsichtlich der Zugänglichkeit und der Anwendbarkeit geht man ständig einen Schritt vorwärts und zwei zurück.“

Besserung gelobt

Rechtlich gesehen ist Veolia nichts vorzuwerfen. Das Transportunternehmen hat nur die Feinheiten im Gesetz zu seinen Gunsten ausgelegt. Im Gesetzestext heiβt es nämlich nicht, dass das Ziel bis 2010 erreicht werden m u s s. Von s o l l ist stattdessen die Rede – daher konnte die verantwortliche staatliche Stelle denn den Auftrag auch an Veolia vergeben.

Dort gelobt man unterdessen Besserung. Laut Gunnar Wulff, Abteilungsleiter bei Veolia Transport, will man die Züge selbstverständlich behindertengerecht ausstatten. In der Kürze der Zeit nach Bekanntgabe der Deregulierung des Bahnverkehrs habe man das bisher einfach noch nicht geschafft.

„Die Entscheidung kam Ende März; dass sich der Markt öffnen würde, weiβ man also erst seit drei, vier Monaten. Wir wollten gern unter den Ersten sein, die Strecken eröffnen, und leider haben wir noch nicht alles gelöst, was auf längere Sicht gelöst werden muss.“ 

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