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Der Bärenkult der Sami

Publicerat måndag 20 juli 2009 kl 13.10

Der Bär galt lange Zeit als heiliges Tier in der samischen Religion. Als Hund Gottes wurde er verehrt, ein Tier mit magischer Kraft und eigener Seele. Der Bär steht dem Menschen und dem Göttlichen nahe. An der Bärenjagd durften nur die stärksten Männer teilnehmen, anschließend wurde Meister Petz zu Ehren ein mehrtägiges Fest abgehalten, und der Bär schließlich sogar begraben. Der Bärenkult spielt im Alltag der Sami heute keine Rolle mehr, vergessen ist er aber nicht.

Evert Allan Pavval erinnert sich genau. Der Rentierzüchter aus Jokkmokk war eines Sommertages mit seinem Hund im Wald, um nach der Herde zu sehen. Der Hund fing an zu bellen und lief in den Wald. Plötzlich: ein, zwei, drei Bären kamen auf den fassungslosen Mann zugesprungen. Der will sich hinter einem Kiefernstamm verstecken und fällt dabei auf den Rücken. Auf dem Boden liegend sieht er die Bärin auf sich zukommen. „Die Bärin fuhr mit ihrer Tatze direkt über mein Gesicht. Als ich dachte, jetzt schlägt sie zu, hielt sie inne und wandte sich ab. Ich hatte Angst und stand auf, da kam ein Junges auf mich zu. Rechts stand der kleine Bär und links die Bärenmama. Da schoss ich in die Luft und schrie. Die Bärin startete noch eine Scheinattacke und drehte dann ab.“


Pavvals Erlebnis straft alle Schreckgeschichten Lügen, dass der Bär ein aggressives Tier sei. Der Bär kann ohne Frage sehr gefährlich sein, ohne Not greift er aber nicht an. Und die Bärin, die Evert Allan Pavval mit der mächtigen Tatze am Gesicht vorbeihuschte, zeigte schließlich nur, wer der Stärkere ist. Der Bär, dieses Respekt einflößende Tier, zeigt dem Menschen gewissermaßen seine eigene Schwäche auf. 

Entstehungsmythos
Unter den Ursprungsvölkern des Nordens gibt es Legenden über den Bären, die sich um den Bären und eine Frau drehen. Die samische Legende berichtet von einem jungen Mädchen, das bei einem Bären Hilfe gesucht hat. Nach einem Streit mit ihren drei bösen Brüdern war es zum Bären in die Höhle gekrochen. Bär und Frau bekamen einen Sohn. Am Ende opferte sich der Bär und ließ sich von den Brüdern der Frau töten. Diese Legende kündet von den fast menschlichen Eigenschaften, die man dem Bären zuschrieb. Im Fjäll- und Samimuseum Ájtte in Jokkmokk forscht Anna Westman zur Religionsgeschichte. Sie meint, vieles im Verhältnis zwischen Bären und Menschen im samischen Glauben geht auf diese Legende zurück. Und der Frau wird dabei eine besondere Rolle zugeschrieben: „Die Frau bildete die Voraussetzung für eine geglückte Jagd. Was sie in der Bärenzeremonie tut, trägt ebenfalls dazu bei.“

Bärenfest 
Die Bärenzeremonie nach der geglückten Jagd folgte strengen Regeln und einer genau festgelegten Arbeitsteilung zwischen Frau und Mann. Die Männer jagten den Bären, indem sie ihn aus der Höhle lockten und mit Speeren erstachen. Der direkte Kampf mit dem heiligen Tier zeugte von einer großen Stärke und Willenskraft. In den Koten - den Zelten der Sami - begannen die Frauen mit den Vorbereitungen für das Bärenfest. Sie kauten Erlenrinde, was einen speziellen roten Saft ergab, und sie hielten einen Messingring bereit. „Sie konnten die Männer schon von weitem hören, wenn sie joikten: ’Nun komme ich aus der Wildmark, nun bin ich auf dem Weg zur Rauchkote.’ Die Männer nehmen dabei im Joik die Rolle des Bären ein. Das Ich ist also der Bär. Und die Frauen antworten im Joik: ’Wir sind bereit, wir warten auf den fremden Gast.’ “ Die Männer erholten sich zunächst von den Strapazen der Jagd, bis sie eine Kote aufrichten, in der der Bär zubereitet wird. Das ganze Ritual steht im Zeichen höchster Wertschätzung für die Beute.

Respekt und Wertschätzung
„Zu dieser Kote haben die Frauen keine Zutritt. Die Männer bereiten das Fleisch zu und gehen damit zu den Frauen. Das ist nun das erste Mal, dass sie den Bären und die Männer zu Gesicht bekommen. Sie spucken den roten Saft aus der Erlenrinde durch den Messingring auf die Männer und den Bären, ein Zeichen, um dem Bären seinen Respekt zu bezeugen.“ Diese Geschichte der Bärenzeremonie wurde überliefert von Anna Tomasdotter, die von 1751 bis 1833 lebte. Ob die von ihr beschriebene Zeremonie vom ursprünglichen samischen Kult abweicht, kann nicht mit Gewissheit gesagt werden. Anna Tomasdotter war bereits christlich geprägt, und auch andere Schilderungen wurden von Pfarrern niedergeschrieben.

Bärengrab
Das Bärenfest dauerte solange, bis alles Fleisch verspeist ist. Danach wurden die Knochen des Bären auf einer Art Gerüst aufgebahrt, so dass die Hunde nicht herankamen. Die Knochen mussten zusammenbleiben, nur dies garantierte Erfolg bei der nächsten Jagd. Schließlich wurde der Bär vergraben. 15 Bärengräber aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind in Schweden bekannt. Die Archäologin Inger Zachrisson kennt auch die Geschichte eines begrabenen Bären, der schließlich in Hamburg landete: „Ich hatte in einem Buch, gemeinsam mit einer Forscherkollegin, über einen deutschen Antiquitätenhändler geschrieben, der im nördlichen Jämtland ein Bärengrab gekauft hatte. Eines Tages meldete sich ein deutscher Ethnologe und fragte, ob es das Bärengrab aus dem Ethnologischen Museum in Hamburg sei? Das war es! Nach eingehenden Untersuchungen fanden wir heraus, dass dieses sehr gut erhaltene Bärengrab jünger als 250 Jahre war.“
Respekt einflößend ist der Bär auch heute noch. Sein Fleisch und Fell hat einen hohen finanziellen Wert. Doch begraben wird er nicht mehr. Und auch die strikte Arbeitsteilung während und nach der Jagd ist aufgehoben. Inzwischen gibt es einige Frauen, die sehr erfolgreiche Bärenjägerinnen sind.

Katja Güth

Musiknachweis: Originalmusik aus der Fersehserie "Samerna": Vittangijärvi CLHCD 725

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