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Leben auf der Insel

Publicerat måndag 27 juli 2009 kl 12.33

Immer mehr Menschen wenden dem Land den Rücken und ziehen in die Städte. Das gilt auch für die Inseln in den naturschönen nordschwedischen Schären. Besonders dünn besiedelt sind die Schären vor Luleå. Auf 742 Inseln wohnen nur 100 Menschen. Ein Drittel davon wohnt auf der größten Insel Hindersön. Ein Restaurant mit Hotel, ein Bauer, Annas Ferienhütten, ein kleiner Fischereibetrieb und viel Wald und Wiesen prägen das Leben auf der Insel Hindersön.

Es ist grau und diesig und frisch. Es regnet im kleinen Bootshafen Hindersö Stallerna am äußersten Südosten Luleås, als Bengt Ökvist seine erste Tour des Tages startet. Bengt Ökvist fährt Taxiboot zwischen den Inseln und dem Festland: „Die Kommune subventioniert ja den Taxibetrieb für die Inselbewohner. Manchmal fahre ich nur einen Gast, manchmal sind wir mit zwölf Gästen vollbesetzt. Zwischen den Taxitouren fahre ich Chartertouren, Unternehmen zum Beispiel können das Boot mieten.“

Die ersten Fahrtgäste mit der MS Gajecha sind ein paar Urlauber aus der Stadt auf dem Weg nach Storbrändön, dort haben sie ihre Ferienhütten. Die meisten Inselbewohner sind inzwischen in die Stadt gezogen und haben ihre Häuser nur noch als Feriendomizile. Wie Familie Hjelte, die auf der Insel Junkön eine kleine Galerie und ein Museum betreiben. Tochter Susann Hjelte weiß das Leben auf der Insel zu schätzen, das Sommerleben: „Wir haben nur ein Außenklo, kein fließendes Wasser, das müssen wir im Kanister selbst holen und auf dem Herd warm machen. Um auch im Winter auf der Insel wohnen zu können, müssten wir einen Brunnen graben. Dazu haben wir keine rechte Meinung, deshalb nutzen wir das Familienanwesen eher als Ferienhaus.“

Hartes Inselleben

Nach zwanzig Minuten Fahrt landet die MS Gajecha Hindersön an. Im kleinen pittoresken Bootshafen wartet Anna Andersson auf das große Schärenboot Kungsholmen, mit dem ihre Gäste kommen werden. Die 35-Jährige hat mit ihrem Freund Anders ein kleines Touristikunternehmen. Sie vermieten zwei Ferienhäuschen und bieten Touren mit dem Schlauchkissenboot an. Die beiden sind die Ausnahme, die meisten Jungen ziehen fort von den Inseln, übrig bleiben die Alten.

„Ich bin zwar nicht auf der Insel groß geworden, aber mit der Insel", sagt Anna Andersson. "Unsere Familie stammt von hier, wir waren fast jedes Wochenende und immer in den Ferien hier. Mit 25 Jahren dachte ich mir, man könnte versuchen, auf der Insel zu leben. Man muss vielleicht Blutsbande haben, um das zu wagen.“

Ihren Entschluss hat sie bisher nicht bereut, versichert sie. Die Gäste sind nun angekommen, das große Schärenboot hat zunächst andere Inseln angesteuert und braucht zweieinhalb Stunden für die Fahrt von Luleå nach Hindersön. Auf der Insel wollen sie einfach nur entspannen, erklärt Urlauber Tomas Westman: „Nun legen wir alle Hammer und Pinsel aus der Hand, wir haben nämlich bis jetzt an unseren eigenen Ferienhäuschen gewerkelt. Jetzt wollen wir uns erholen und was anderes sehen, wir haben schließlich wunderbare Schären, warum sollten wir die nicht genießen?“

Erwerbszweig Tourismus

Im Sommer ist Hochsaison in der Schären vor Luleå, aber die Hochsaison mit Hin- und Rücktouren zu den Inseln dauert nur einen Monat. Der Juli ist traditionell der Ferienmonat, weshalb die Reedereien auf diesen Monat setzen. Den Rest des Jahres fahren die Taxiboote, und neuerdings auch das Schlauchkissenboot von Anna und Anders. Damit bieten sie im Spätherbst oder Frühling Touren an, wenn das Eis im Bottnischen Meerbusen zu schwach für die Schneemobile und Autos ist. In strömendem Regen wechselt Anders Innala gerade die Beschriftung des Bootes: „Reich werden wir damit nicht, aber der bringt schon sein Geld rein. Wir haben einen Vertrag mit der Kommune, dass wir in der Übergangszeit damit den Taxiverkehr für die Inselbewohner übernehmen.“

Der letzte Bauer

Die Schwalben fliegen hoch und tief, das Wetter wird vielleicht unbeständig. Es mögen mehr als ein Dutzend Schwalben sein, die sich auf Bauer Öhmans Hof Ostigården eingenistet haben. Der stämmige Landwirt hat gerade seine Milch in die Molkerei gebracht, mit dem Boot. Dreimal die Woche liefert er die Milch in den 30-Liter-Kannen, macht 150 Liter pro Woche. Bauer Erik Öhman kann davon leben: „Als Bauer ist man ja heutzutage direkt an Brüssel gekoppelt. Die Subventionen bilden einen Teil unseres Einkommens, neben dem Milchverkauf. Wir kriegen Fördergelder dafür, dass wir die Landschaft offen halten und die Kulturlandschaft bewahren.“

Seit dem 16. Jahrhundert betreibt die Familie Landwirtschaft auf Hindersön. Bauer Öhman hat Fjällkühe, eine spezielle Züchtung, die etwas kleiner und robuster sind. Seine sechs Kühe und zwei Färsen sind den ganzen Tag draußen im Wald und kommen pünktlich zwischen fünf und sechs am frühen Abend zum Melken in die Sommerscheune. Hindersön hat der Strukturwandel bereits vor vierzig Jahren getroffen. 1961 wurde die Schule geschlossen, immer mehr zogen in die Stadt.

Doch die Einsamkeit und Ruhe auf Hindersön hat auch ihren Charme, meint Anna. Vor allem die fünfte Jahreszeit, die sie „Verfallszeit“ nennt: „Während der Verfallszeit, wenn das Eis seinen Griff um das Meer lockert, da möchte ich niemals wo anders sein. Und wenn dann im Frühjahr die Natur erwacht und die Vögel singen, dieses Schauspiel möchte ich nicht mehr missen.“

Katja Güth

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