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Beerensammler-Streik in Nordschweden

Publicerat tisdag 25 augusti 2009 kl 15.00

Der Protest von thailändischen Beerensammler sorgt in Luleå für Schlagzeilen. Über 200 Thai sind in Luleå versammelt, um auf die schlechten Bedingungen aufmerksam zu machen, denen sie ausgesetzt sind. Sie fordern ihre Heimreise nach Thailand. Doch wer soll das bezahlen und wie war es eigentlich zum Beerensammler-Streik gekommen?

Die Turnhalle im Stadtteil Kronan in Luleå gleicht einem Flüchtlingslager. Überall haben sich Menschen notdürftig eingerichtet. Das Krisenteam der Stadt hat Tische organisiert, die alle gerade in die Turnhalle bringen.

Enttäuschte und wütende Menschen sammeln sich um Kamerateams und Fotografen. Mawin Chompoon sitzt auf einer Plastikplane und erzählt: „Das ist alles, was ich hier habe; die Plane und eine Tüte mit ein paar Sachen. Als wir hörten, dass der thailändische Botschafter Luleå besuchen will, haben wir uns auf den Weg gemacht. Wir sind wie gewöhnlich um zwei Uhr nachts aufgestanden und sind von Skellefteå hierher gekommen."

Versprechungen von Zeitarbeitsfirmen

Aus Skellefteå und anderen Orten Västerbottens stammen die meisten der 210 Männer und Frauen aus Thailand, die nun erst mal in der städtische Turnhalle untergekommen sind. Viele sind zum ersten Mal zum Beerenpflücken in Schweden, sie sind wie Mawin auf die Versprechungen von offenbar unseriösen Zeitarbeitsfirmen in Thailand hereingefallen.

„Ich habe keine Arbeit, ich traf in Thailand jemanden, der letztes Jahr hier war zum Beerenpflücken. Der sagte, man könne 2.000 Euro in zwei Monaten mit Beeren verdienen. Ich wollte es versuchen, besser als zuhause rumzusitzen. Ich habe 2.000 Euro für Visum und Tickets bezahlt. Aber dass wir dann noch extra für Unterkunft und Auto bezahlen sollten und der Preis für das Kilo Heidelbeeren nur 1,70 statt einen Euro war, hat uns auch niemand gesagt."

Die 36-Jährige Sompon ist ebenfalls zum ersten Mal in Schweden, sie versuchte in den Wäldern um Lycksele Geld zu verdienen. Ihr Pass wurde ihr abgenommen. Nun will sie nur eines: weg von hier, nach Hause nach Thailand.

„Es gibt doch nichts zu pflücken, keine Moltebeeren, wenig Blaubeeren. Wir fahren hunderte Kilometer pro Tag, müssen Benzin selbst bezahlen, dazu 5 Euro fürs Auto und 15 Euro für Essen und Unterkunft pro Tag."

So viele Beerensammler wie noch nie

Dass Thailänder in den Wäldern Schwedens Beeren pflücken, ist nichts Neues. Viele kommen seit Jahren hierher, um in zwei Monaten ein ganzes Jahresgehalt zu verdienen, wenn es gut läuft, und wenn man an die richtigen Leute gerät. Nur ist dieses Beerenjahr bisher ganz schlecht gelaufen: Erst gab es nur ganz wenige Moltebeeren, die auch als Gold Lapplands bezeichnet werden. Auch Heidelbeeren gibt es nicht so viele wie sonst. Die letzte Hoffnung ruht auf den Preiselbeeren, darauf mag Soprom aber nicht mehr warten. Der Traum vom schnellen Geld im fernen Schweden ist geplatzt. Und insgesamt 7.000 Beerensammler haben die Genehmigung zum Beerensammeln, darunter allein 5.400 Thailänder.

Wie geht es weiter?

Die Stadt Luleå hat schnell und unkompliziert geholfen und die Turnhalle zur Verfügung gestellt. Das städtische Krisenteam kocht Kaffee, die Kirche verteilt Kleider und Äpfel. Und Chim Seivanat vom Restaurant Thaigården in Piteå schenkt Essen aus.

„Wir sind sofort hierher gefahren, heute gibt es Geflügel mit Eiern und Gemüse vom Wok mit Reis, ein Currysuppe und eine mit Schweinefleisch."

Das Essen duftet lecker, schnell hat sich einen Schlange gebildet. Doch wie geht es weiter? Wer soll für die Kosten von Umbuchungen für die Flüge aufkommen? Wie lassen sich solche Situationen künftig verhindern? Sven-Olof Hederyd hat versucht, mit den Zeitarbeitsfirmen zu verhandeln. Er sieht jene in der Verantwortung:

„Die Zeitarbeitsfirmen sind beaufragt und zertifiziert worden für die Rekrutierung von Beerensammlern in Thailand. Sie stehen in der Pflicht, dass alles gut läuft, dass die Menschen ihr Geld kriegen."

Neue Gesetze?

Die Kommunalrätin von Luleå, Yvonne Stålnacke fordert gar, dass die Regierung agiert: „Man sollte die Gesetzgebung überarbeiten, eine Begrenzung der Beerensammler sollte möglich sein. Für mich war das unerhört tragisch, als ich alle diese Menschen traf, deren große Träume hier geplatzt sind."

Schwedens Arbeitsmarktminister Sven-Otto Littorin hat mit seinem thailändischen Kollegen über das Problem gesprochen: „Er hat von den Firmen die Zusicherung erhalten, dass wer nach Hause fahren will, das tun kann. Das steht in deren Verträgen. Künftig sollte die Branchenorganisation der Beerenhändler einschätzen können, wie groß die Vorkommen an Beeren sind, gerne so früh wie möglich, damit der Bedarf an Arbeitskraft ermittelt werden kann."

Noch sind über 200 Männer und Frauen aus Thailand in der städtischen Turnhalle in Luleå und harren der Dinge.

Katja Güth

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