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Kritik gegen Schwedisches Fernsehen

Publicerat måndag 31 augusti 2009 kl 12.47
Mitwirkende unter anderem: Angehörige des Himba-Volkes in Namibia (Foto: Eyeworks Sweden/SVT)

Mit einer neuen Unterhaltungsserie ist das öffentlich-rechtliche Schwedische Fernsehen SVT in die Kritik geraten. Im Programm „Den stora resan“ – „Die groβe Reise“ – teilen schwedische Familien für einige Wochen den Alltag mit Angehörigen von Naturvölkern. Kurz vor Ausstrahlungsbeginn kamen nun peinliche Details ans Licht: So missachtete das Fernsehteam die Regeln für Drehgenehmigungen vor Ort, und Eingeborene bekamen für ihre Mitwirkung statt eines angemessenen Honorars ein Taschengeld und – Maismehl.

Der Kulturschock zwischen zivilisationsverwöhnten Schweden und Angehörigen von Naturvölkern in Namibia, im südpazifischen Vanatu und in Indonesien soll der groβe Knüller im Herbstprogramm von SVT werden. Vorerst allerdings sorgt das Projekt vor allem für Negativ-Schlagzeilen. Schon beim Durchsehen des Werbematerials habe sie ein ungutes Gefühl beschlichen, meint Lena Kalmelit, Vorsitzende der Afrika-Gruppen in Schweden:

„Wir finden, in der Werbung werden zum Beispiel die namibischen Teilnehmer als primitive Masse dargestellt, sie bleiben namenlos, stellen lediglich die Kulisse für die schwedischen Individuen.“

Unterschrift per Fingerabdruck

Die weiβe Persönlichkeit inmitten fröhlicher, hüpfender Wilder? Da habe Lena Kalmelit aber einen ganz falschen Eindruck gewonnen, versichert man von Seiten des Schwedischen Fernsehens. Allerdings: Als Partner auf Augenhöhe hat das Fernsehteam zum Beispiel die Mitwirkenden in Namibia ganz offenkundig nicht gesehen. Als Vertrag zwischen ihnen und dem Fernsehen reichte ein handgeschriebenes Papier mit einem Fingerabdruck als Unterschrift. Maismehl und umgerechnet 4,50 Euro pro Tag stand jedem Mitwirkenden demnach zu – viele von ihnen waren freilich gar nicht in der Lage, die Botschaft zu lesen.

“Sie wussten nichts über ihre Rechte und darüber, was sie verlangen konnten“, empört sich Zeka Alberto, Jurist bei der Menschenrechtsorganisation Legal Assistance Centre. Als einige der Eingeborenen schlieβlich doch aufmuckten, wurden ihre Forderungen von den Schweden ignoriert. Ebenso wenig hatte man sich zuvor genötigt gesehen, für das Drehen vor Ort eine Genehmigung einzuholen.

Problemfaktor Produktionsunternehmen

Mikael Lekberg, Programmchef bei SVT, weist die Schuld von sich: „Von Seiten des Schwedischen Fernsehens werden wir sehr streng darauf achten, dass die Angelegenheit ordentlich geregelt wird.“ Ergo: Schuld ist nicht SVT, sondern die private Produktionsfirma, in diesem Fall die Firma Eyeworks, die das unterhalterische Highlight im Auftrag von SVT produziert. Damit legt der Programmverantwortliche freilich den Finger auf eine Wunde: Ebenso wie beim Schwesterunternehmen, dem Schwedischen Rundfunk, werden im öffentlich-rechtlichen Fernsehen immer mehr Programmproduktionen an private Firmen „ausgelagert“ – mit teils zweifelhaftem Erfolg. Gleichwohl trägt die Verantwortung letztlich der Auftraggeber. In Sachen Ethik ist SVT da allerdings nicht über jeden Zweifel erhaben. Erinnert sei nur an den Anfang der 90-er Jahre: Mit dem Programmformat „Expedition Robinson“, bei dem ein Teilnehmer nach dem anderen von der einsamen Insel in die Versenkung befördert wird, errang das öffentlich-rechtliche Schwedische Fernsehen damals international zweifelhaften Ruhm als „Erfinder des Mobbing-TV“. Ein Ruf, der verpflichtet? Dem neuen Programm darf man mit Spannung entgegensehen.

Anne Rentzsch

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