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LANDWIRTSCHAFT

Milchbauern kämpfen ums Überleben

Publicerat onsdag 2 september 2009 kl 11.06

Schwedens Landwirtschaftsminister Eskil Erlandsson hat im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft am Dienstag in Brüssel eine Protestnote der europäischen Milchbauern entgegengenommen. Die sinkenden Milchpreise machen es den Bauern nahezu überall unmöglich, kostendeckend zu produzieren. Auch in Schweden ist die Situation der Milchbauern prekär.

Ein Silberstreif am Horizont: Milko – ein mittelgroßer Milchproduzent in Nord- und Mittelschweden – hat angekündigt, von Mitte September an die Milchpreise um umgerechnet zehn Cent zu erhöhen. Per Åsling vom Milko-Vorstand dazu: „Die Rentabilität auf den Höfen ist sehr gering und wenn wir die Milchproduktion aufrechterhalten wollen, müssen wir handeln.“

Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der Milchkühe in Schweden um 8.800 zurückgegangen. Sinkende Milchpreise gepaart mit steigenden Preisen für Futtermittel treiben viele Milchbauern an den Rand des Ruins, wie Agneta Hjellström vom Verband der schwedischen Milchbauern, Svensk Mjölk, bestätigt: „Die Rentabilität bei den schwedischen Milchbauern ist die schlechteste in der modernen Zeitrechnung. Für viele ist die Lage sehr kritisch.“

Lage ähnlich der in Deutschland

Nicht allein die schwedischen Milchbauern stöhnen unter der Last der niedrigen Milchpreise. Das weiß auch Agneta Hjellström: „Wir stellen fest, dass die Situation in den meisten anderen europäischen Ländern genauso schlecht ist. Die Lage in Schweden gleicht der in Deutschland. Wir sind in einer Organisation namens International Farm Comparison Network. Sie hat festgestellt, dass lediglich zehn Prozent der Milchbauern weltweit zu den jetzigen Konditionen rentabel wirtschaften können.“

Die europäischen Milchbauern geben den großen Milchkonzernen die Schuld, die einfach zuwenig zahlen, aber auch der EU, die durch hohe Milchquoten die Preise drückt. Romoald Schaber versucht für die europäischen Milchbauern Einfluss auf Brüssel auszuüben: „Wir haben zurzeit zuviel Milch. Die Quote muss gesenkt werden, damit weniger Milch auf den Markt kommt. Das sind unsere Forderungen.“

In Schweden denken beispielsweise die Liberalen laut darüber nach, sämtliche EU-Agrarsubventionen abzuschaffen. Ein Gedanke, mit dem sich auch Schaber anfreunden kann: „Wir sehen ja gerade an der Situation der schwedischen Milchwirtschaft, wo jedes Jahr immer mehr Milchbauern resignieren und aufhören und immer weniger Milch im eigenen Land produziert wird, dass diese europäische Politik alles kaputt macht.“

Regulierter Markt?

So weit möchten die schwedischen Milchbauern aber vielleicht doch nicht gehen, wie Agneta Hjellström von Svensk Mjölk meint: „Unser Verband findet eine Anpassung an den tatsächlichen Markt gut. Gleichzeitig sollte es eine Art Grundschutz geben.“

Und überall ist die Lage nicht ganz so hoffnungslos. Ein Beispiel ist Nils Björid, Milchbauer in der nordschwedischen Provinz Jämtland. Er erweitert seinen Hof, um rentabler produzieren zu können: „Ich stand vor der Wahl  entweder dicht machen oder ausbauen. Und ich habe mich entschieden auszubauen und hoffe, dass es klappt. Aber heute liege ich unter meinen Berechnungen.“

Björid riskiert viel, um weiter Milch produzieren und seinen Hof halten zu können. Eine weitere Alternative ist die ökologische Produktion, so Agneta Hjellström: „Die Preise für die Öko-Milch sind nicht so stark gesunken wie bei normaler Milch. Gleichzeitig sind die Kosten für Futtermittel nicht so stark gestiegen.“

Im vergangenen Jahr gab es auf dem schwedischen Markt Engpässe bei Öko-Milch. Die Nachfrage ist also da. Landwirtschaftsminister Eskil Erlandsson weist zusätzlich darauf hin, dass es möglich sei, die Milch lokal zu vermarkten, wie es bereits in einigen Regionen geschieht: „Der Verbraucher muss einfach zahlen, was das Produkt kostet. Und einigen Bauern ist es mit der örtlich produzierten Milch gelungen, diese Preise zu erzielen.“

Doch hier handelt es sich um Lösungen für den einzelnen. Solange die großen Milchbetriebe wie Arla nicht die Preise erhöhen und die EU bei ihren hohen Milchquoten bleibt, wird sich die Lage der Milchbauern nicht grundlegend ändern.

Dieter Weiand

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