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Grünes Licht für "Vorbeifahrt Stockholm"

Publicerat torsdag 3 september 2009 kl 11.27
Das Projekt soll 2,5 Milliarden Euro kosten (Foto: Björn Larsson Ask/Scanpix)

Schwedens Regierung hat grünes Licht für einen umstrittenen Bau gegeben – das Umgehungsstraβen-Projekt „Förbifart Stockholm“, übersetzt „Vorbeifahrt Stockholm“. Das bisher gröβte schwedische Straβenbauvorhaben kann somit im Jahr 2012 in Angriff genommen werden.

Von Skärholmen im Süden nach Häggvik im Norden soll die geplante neue Schnellstraβenverbindung westlich von Stockholm führen. Die Strecke soll insgesamt 21 Kilometer lang werden, 17 Kilometer davon werden durch Tunnel führen. Mit acht Jahren ist die Bauzeit veranschlagt – 2020 kann das gigantische Projekt demnach abgeschlossen sein. Kostenpunkt: umgerechnet 2,5 Milliarden Euro.

Von Anfang an hatten die Baupläne unter starker Kritik gestanden. Bedenken gibt es vor allem aus umweltpolitischer Sicht. So hat das Staatliche Amt für Naturschutz mehrfach die Sorge geäuβert, die „Vorbeifahrt Stockholm“ werde letztlich zu erhöhtem CO2-Ausstoβ führen. Nun also hat die bürgerliche Regierung unter Fredrik Reinfeldt dem Bau dennoch zugestimmt. Nach Meinung vieler passt das schlecht in das Bild vom Vorkämpfer in Sachen Klimaschutz, das Schweden zumal während seines EU-Ratsvorsitzes international vermitteln will.

Vorreiter in Sachen Klimaschutz?

“Ich bin sehr erstaunt, dass man nicht versteht, dass auch bürgerliche Wähler eine gute Welt für ihre Kinder und Enkel wollen“, so Karin Svensson Smith, grüne Politikerin im Verkehrsausschuss des Reichstags. „Während sich der Rest der Welt auf den Kopenhagener Klima-Gipfel vorbereitet, entscheidet sich die schwedische Regierung für ein Projekt, das das Klima negativ beeinflussen wird.“

Ingemar Wennerlöw, Christdemokrat im Verkehrsausschuss, gewinnt dem Projekt hingegen vor allem die positive Seite ab:

“Spontan denke ich, unabhängig von den Kosten wird dadurch der Verkehr in Stockholm ein ganzes Stück entlastet. Da der gesamte Verkehr bisher durch das Zentrum flieβt, stehen wir ja schon kurz vor einem Verkehrsinfarkt. Daher begrüβe ich den Beschluss.“

„Dinosaurier-Projekt“

Finanziert werden soll das Projekt zum einen mit staatlichen Geldern. Zum anderen sollen die Mautgebühren einflieβen, die Autofahrer im Rahmen der Citymaut Stockholm zahlen. Die 2,5 Milliarden Euro für das Projekt hätte man anderweitig besser nutzen können, meint Karin Svensson Smith. Sie befürchtet, dass aufgrund der hohen Kosten nun eine Reihe kleinerer, nützlicher Projekte nicht verwirklicht werden können.

“Dies ist ein Dinosaurier-Projekt, das Saft und Kraft und Finanzen aus anderen Projekten zieht“, meint sie. Auch Mikael Karlsson, Vorsitzender des Schwedischen Naturschutzverbandes, steht dem Bau äuβerst kritisch gegenüber:

“Schweden sollte eigentlich ein Vorbild in Sachen Klimaschutz sein, vor allem mit Blick auf den Kopenhagener Gipfel. Stattdessen plant man ein enorm teures Projekt, das den Effekt der menschlichen Beeinflussung des Klimas erhöhen wird. Dies ist ein sehr schlechtes Beispiel“, so Karlsson. Deshalb wird der Verband beim Verwaltungsgericht auch Klage gegen die Entscheidung einreichen.

Umweltminister Andreas Carlgren lässt sich von den kritischen Stimmen nicht beirren. "Es handelt sich um ein umweltangepasstes Straβenbauvorhaben", betonte der Minister mit Verweis auf den umfangreichen Tunnelunterbau von "Vorbeifahrt Stockholm" auf der Pressekonfenenz am Donnerstag. Sorge, dass sensible Natur Schaden nehmen könne, sei daher unberechtigt.
 

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