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Die wundersame Reise des Polarkreises

Publicerat måndag 7 september 2009 kl 10.00

Ein Muss für jeden Lappland-Touristen ist das Foto am Polarkreis. Hat man den nördlichen Polarkreis passiert, kann man wirklich sagen, man sei hoch im Norden gewesen. Unterschiedliche Versuche hat es gegeben, aus dieser imaginären Linie auch Kapital zu schlagen. In Övertorneå hat man den Polarkreis sogar um fünf Kilometer verlegt, um Touristen zu locken. Vor genau 15 Jahren wurde der Streit um den Polarkreis entschieden.

Britt Marie Öhdalen ist richtig stolz auf den Polarkreis. Schlieβlich kann nicht jeder von sich behaupten, am Nördlichen Polarkreis zu wohnen. Im Dorf Juoksengi werden knapp 500 Einwohner zu Polarkreisbewohnern. Im Polarkreis-Haus ist Britt Marie Öhdalen für eine Woche für den Kaffee- und Souvenirverkauf zuständig. Der Ortsverein verkauft Polarkreis-Magneten für 4 Euro und das Polarkreis-Zertifikat für zehn Euro.

„Stell dir vor, ich wohne im Polarkreis-Dorf Juoksengi. Das finde ich herrlich!”, schwärmt Britt Marie. „Der wandert ja jedes Jahr 14,5 Meter, bald ist er bei mir zu Hause.”

Wie bald das sein wird? Das wird Britt-Marie Öhdalen später ausrechnen.

Der Nördliche Polarkreis, Latitüde 66° 33’ 38’’, markiert die Grenze zur Polarregion mit unwirtlichem Klima sowie der Polarnacht und Mitternachtssonne. Eine nahezu magische Grenze, hat man sie passiert, fühlt man sich dem Nordpol doch irgendwie etwas näher.

Polarkreis nach Süden?
So ein Polarkreis sollte doch auch zahlende Gäste locken, dachte man im Rathaus in Övertorneå und schickte den Nördlichen Polarkreis 1993 auf eine nicht ganz korrekte Reise, fünf Kilometer südwärts. Der damalige Kommunalrat Harry Grape erinnert sich:

„Wo das Schild damals stand, zwischen den Dörfern Juoksengi und Kattilakoski, gab es nichts: keinen Parkplatz, keine Rastmöglichkeit. Wir wollten den Polarkreis vermarkten und fassten daher den Beschluss, den Polarkreis nach Kattilakoski zu verlegen, wo wir eine Touristenanlage aufbauen wollten.”

Dort gab es bereits eine Rastmöglichkeit, ein Café, betrieben von der Gemeinde Övertorneå. Und vor allem gab es dort was zu sehen. Die Stromschnellen Kattilakoski, die an Steinblöcken vorbeibrausen, die an dieser Stelle den Fluss verengen. So konnten die Touristen neben dem Polarkreis auch noch die schönen Stromschnellen fotografieren. Und alles war gut? Mitnichten. Das Polarkreisdorf Juoksengi war seines Wahrzeichens beraubt worden. Die Brüder Bosse und Kenneth Taavo wollten das nicht hinnehmen.

„Das war fast, als hätte man uns unserer Identität beraubt”, erzählt Kenneth Taavo. „Der Polarkreis war doch immer durch unser Dorf verlaufen! Wir waren richtig sauer! Niemand wusste aber genau, wo der Polarkreis eigentlich lag, deshalb rief ich einen Kumpel bei der Landesvermessungsbehörde an. Der hat bestätigt, dass der Polarkreis durch Juoksengi geht.”

Der Schilderstreit
Ein langer Weg durch die Instanzen begann für die Brüder Taavo. Das Zentralamt für Straßenwesen wurde angeschrieben, die Provinzialregierung, der Justizombudsmann gar.

Zwei Jahre lang kämpften die Brüder für den Polarkreis, bis schließlich der Generaldirektor für das Straßenwesen vor 15 Jahren entschied, der Polarkreis gehört nach Juoksengi. Kenneth Taavo: „Wir dachten: Wow! Nun können wir endlich richtig loslegen. Wir waren erleichtert über den Sieg, wir hatten ja so viel Kraft und Energie investiert. Nun wollten wir alle unsere Kraft in die Entwicklung des Polarkreisdorfes legen.”

Der sich täglich bewegende Polarkreis sollte beleuchtet und zum Tor in die Arktis werden. Aus diesen Plänen ist nichts geworden. Doch der Dorfverein feiert jedes Jahr die Wintersonnenwende mit Fackeln und einem Riesenfeuerwerk. Und Silvester zweimal auf dem zugefrorenen Tornefluss, nach schwedischer und finnischer Zeit.

Polarkreis ist Touristenmagnet
Der Polarkreis zieht Touristen an, das bestätigt auch Auli Paakola aus dem Touristenbüro Övertorneå: „Absolut. Viele Touristen aus Deutschland oder Frankreich zum Beispiel kommen sommers wie winters hierher. Ihr wichtigstes Reiseziel ist der Polarkreis.“

Davon zeugen auch die Einträge im Gästebuch des Polarkreishauses in Juoksengi. Und Britt Marie Öhdalen will nun wissen, wann der Polarkreis zu ihr nach Hause kommt. Mit einer Geschwindigkeit von 14,5 Metern pro Jahr, das ergibt:

 „137, 138 Jahre? Stimmt das?“ Gerade kommen Kaffeegäste, die müssen helfen.

„Jungs, ihr könnt doch rechnen, guckt mal, stimmt das?“

Die Kaffeegäste zücken ihre Handys und rechnen nach. Korrekt. In 138 Jahren wird der Polarkreis zuhause bei Britt Marie Öhdalen ankommen. Und sie wird es nicht erleben.

Katja Güth

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