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Umweltschutz

Wertvoller Artenreichtum im neuen Marinenationalpark

Publicerat onsdag 9 september 2009 kl 12.00
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Zu 97 Prozent unter der Meeresoberfläche
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König Carl Gustaf eröffnet den Nationalpark Kosterhavet

Der schwedische König Carl Gustaf hat in Strömstad an der schwedischen Westküste den Marinenationalpark Kosterhavet eröffnet.

 Kosterhavet ist Schwedens 29. Nationalpark und der erste Meerespark des Landes. Er geht in direktem Anschluss in den norwegischen Nationalpark Ytre Hvaler über. Gemeinsam umfassen die beiden ein Gebiet von 800 Quadratkilometern.

„Kling, kling“, die Schiffsglocke des Forschungsschiffs Nereus läutet in Strömstad zur Abfahrt in Schwedens Marinenationalpark in und um den Kosterfjord.

Nach einiger Zeit holt das Team an Bord eigenartige Tiere und Pflanzen mit einem speziellen Netz aus der Tiefe und ordnet sie zum Anschauen in verschiedene bunte Kunststoffkästen ein.

Meeresbiologe Martin Larsvik präsentiert ein handtellergroßes, schneckenförmiges Wesen mit brauner, schleimiger Oberseite. „Dieses Tier verhindert mit seinem Schleim, dass andere Arten sich auf seinem Rücken ansiedeln. So was hätten wir Menschen sehr gern für Bootsrümpfe“, sagt er. „Wenn man erforscht, mit welchen chemischen Zusammensetzungen das Tier diese Wirkung erzielt, könnte man vielleicht ein umweltfreundliches Mittel zur Verhütung von Algenbewuchs auf Schiffsrümpfen herstellen.“ Dieses Tier ist also nicht nur interessant anzuschauen, sondern möglicherweise auch wirtschaftlich interessant.

 Ungefähr 6 000 Arten leben im 365 Quadratkilometer großen Meerespark Kosterhavet. Die eiskalten Salzwasserströme des Atlantiks bieten eine für Schweden einmalige und schützenswerte Umgebung. Es gedeihen Meeres-Borstenwürmer, riesige Schwämme, Seeanemonen, leuchtend gelbe Tote Meerhände und Armfüßler. 300 Arten – beispielsweise die Koster-Seefedern – gibt es nirgendwo anders auf der Welt.

Ökonomisch große Werte
Sie und alle anderen gefährdeten Tiere und Pflanzen zu bewahren, sei allein aus rein wirtschaftlichen Gründen sinnvoll, betont Pavan Sukhdev. Der indische Wirtschaftsexperte leitet im Auftrag der EU eine Studie, über die wirtschaftliche Bedeutung des globalen Ökosystems und ist zu einer hochkarätigen EU-Umweltkonferenz an die schwedische Westküste gereist. Die Eröffnung von Schwedens erstem Meerespark ist mit dieser Konferenz verknüpft.

Weltweit nimmt die Artenvielfalt immer schneller ab, bedauert Sukhdev. Die Kosten betrügen zwischen zwei und fünf Milliarden Euro pro Jahr. „In den letzten 20 Jahren haben wir also jedes Jahr Naturwerte, die den Kosten einer Finanzkrise entsprechen, verloren! Schlagzeilen hat diese Tatsache allerdings nicht gemacht. Man hätte sich außerdem schon lange mit der Artenvielfalt beschäftigen sollen, um die Probleme des Klimawandels zu lösen“, fügt Pavan Sukhdev hinzu.

Öko-Know-how
Es geht also darum, Werte zu bewahren, die den Menschen einiger Länder, in diesem Fall Schweden, kostenlos zur Verfügung stehen. Ein großer neuer Nationalpark im Norden Europas könnte dabei ein kleiner Schritt sein. Nicht zuletzt gehört auch Schwedens einziges Korallenriff zu Kosterhavet. Aber ist es denn wirklich wichtig, jede einzelne der Tier- und Pflanzenarten, die das Team der Nereus zum Anschauen aus der Tiefe hievt, zu bewahren?

Meeresbiologe Larsvik erläutert die Situation mit einem anschaulichen Beispiel: „Möglich, dass es nichts macht, wenn eine einzelne Art ausstirbt. Manchmal vergleicht man unser Ökosystem mit einem Flugzeug, dessen Bleche mit vielen Nieten befestigt sind. Wenn eine oder zwei Nieten verschwinden, kann das Flugzeug fliegen. Aber wenn man hundert Nieten entfernt, fliegt es vielleicht nicht mehr so gut und es kommt zu katastrophalen Folgen. Auch aus unserem Ökosystem können einige Arten verschwinden. Aber wie viele, wissen wir nicht. Unser Know-how über Flugzeuge ist nämlich besser als das über unser Ökosystem.“

Fischerei gestattet
Zum Kosterpark gehören teilweise auch die bewohnten Inseln Nordkoster, Sydkoster und Saltö. Auf ihnen leben einige Fischer, die in das Nationalparkprojekt mit eingebunden sind. Strömstad ist der Heimathafen von zehn Krabbenfischerbooten. An dem langwierigen Entstehungsprozess des Parks waren Wissenschaftler, Politiker, Umweltschützer und Bewohner maßgeblich beteiligt. Harte Überzeugungsarbeit wurde geleistet: Schließlich fürchteten viele Bewohner um ihre Existenz. Der Nationalpark selbst hat zehn neue Arbeitsplätze geschaffen und zusätzlich wurde eine einzigartige neue Lösung für den Betrieb des Nationalparks geschaffen: Die Fischer dürfen dort weiter ihrem Beruf nachgehen.

Rune Nilssen, Fischer von Saltö, steht voll hinter der Einrichtung des Meeresparks: „Jetzt ist eigentlich nur noch wichtig, dass die Regierung Geld zur Pflege und Überwachung des Nationalparks bereitstellt“, sagt er.

Kommerzieller Fischfang ist wichtig für die Küstenbevölkerung und darf auch im neuen Nationalpark begrenzt betrieben werden. Die schwedische Naturschutzbehörde, die Regionalverwaltung und die Fischereibehörde bemühen sich um ökologisch verträglichen Fischfang und bilden die Fischer in Meeresbiologie aus.

Greenpeace mahnt
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace allerdings ist skeptisch: In der Tageszeitung Svenska Dagbladet drohte sie heute, damit das einzigartige Kaltwasser-Korallenriff mit seinen Schlupfwinkeln für viele Lebewesen als Schutz-, Laich- und Lebensraum notfalls mit Betonblöcken vor den Netzen der Fischer zu schützen.

Sybille Neveling

Links mit Informationen zum Meerespark Kosterhavet:

Informationen des Touristikverbandes Westschweden auf Deutsch:

Information der Region Västra Götaland auf Englisch:

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