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Schwedische Akademie

Peter Englund, Ständiger Sekretär

Publicerat torsdag 8 oktober 2009 kl 13.18
Gunnar Bolin über Peter Englund
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Im Blickpunkt: Peter Englund (Foto: Anders Wiklund / Scanpix Schweden)

Heute Mittag war der erste große offizielle Auftritt für Peter Englund in seiner Rolle als ständiger Sekretär der Schwedischen Akademie.

Gunnar Bolin, Kulturjournalist beim Schwedischen Rundfunk, über Peter Englund:

Trotz des äußerst lebhaften Debüts lässt „der Neue“ sich nicht aus der Ruhe bringen. An Journalisten ist er gewöhnt. Er hat selbst einmal journalistisch gearbeitet, mit Reportagen in Kroatien, Bosnien och Afghanistan.

Das Amt des ständigen Sekretärs der Schwedischen Akademie hat er im Juni 2009 übernommen. Warum gerade er gebeten worden ist, verrät er nicht: „Das kann ich nicht sagen. Wenn ich es könnte würde ich ein innewohnendes Geheimnis der Akademie verraten. Man muss sich damit zufrieden geben, dass die Akademie in ihrer unergründlichen Weisheit mich auserkoren hat. Diese Entscheidung muss ich akzeptieren.“

Nordschwedischer Tonfall
Ein bisschen ironisch herüber, trotz aller Seriosität gegenüber der Aufgabe. Er wirkt locker, spricht nachdenklich. Diese sprachliche Langsamkeit ist sprichwörtlich nordschwedisch. Peter Englund wurde am 4. April 1957 in Boden geboren – und dort sprechen die meisten Menschen so.

Pläne, einmal aus Norrbotten fortzuziehen hatte er in seiner Jugend nicht. Aber als seine Freundin in die Universitätsstadt Uppsala übersiedelte, folgte er ihr. 1980 nahm der Arbeitersohn ein Studium auf: Archäologie, Philosophie und Geschichte. Nach drei Jahren kamen ihm Zweifel an der akademischen Karriere. Englund legte eine mehrjährige Studienpause ein und arbeitete stattdessen für die schwedischen Streitkräfte. Kehrte an die Universität zurück und promovierte 1989 über das politische Weltbild des schwedischen Adels im 16. Jahrhundert.

Für Gunnar Bolin, von der Kulturredaktion des schwedischen Rundfunks ist er: „Der vermutlich bekannteste promovierte Historiker in Schweden. Seinen seltsamen Durchbruch hatte er Ende der Achtzigerjahre mit dem Buch ‚Poltava’, 600 Seiten über die schwedische Niederlage in Poltawa unter Karl dem XII. Das wurde sehr, sehr viel gelesen. Davon hat er hunderttausende verkauft. Viele Menschen sagten, er schreibt ja wunderschön, das ist wie ein Roman.“

Moderne Kommunikation
Geschichte hat in Peter Englunds Version nichts von dem berüchtigten Verstaubten an sich, das man sonst häufig Wälzern dieses Genres nachsagt. Auch Englund selbst wirkt keinesfalls wie ein verstaubter Professor. Er bedient sich gern moderner Kommunikationsmittel. Bis Juni 2009 beschrieb und analysierte er das Geschehen um sich herum in einem eigenen Blog (www.peterenglund.com.). Beendet hat er die Seite aus Zeitmangel, steht dort zu lesen. Das neue Amt des Ständigen Sekretärs der Schwedischen Akademie nehme sehr viel Zeit in Anspruch.

„Ich weiß ja, welch enorm aufreibende Aufgabe das Dasein als Ständiger Sekretär ist“, erzählt er im Schwedischen Rundfunk. „Ständig wird man beobachtet. Plötzlich kommen Menschen zu einem nach Hause und fragen nach Dingen, obgleich man gerade ganz privat in Pantoffeln dasteht. Vermutlich gibt es niemanden, der diese Aufgabe haben möchte. Es kommen ja auch nur Mitglieder der Schwedischen Akademie dafür in Frage, und die wissen, was sie bedeutet: Eine andere Lebensweise. Ich bin ja eigentlich ein Mensch, der gern allein sitzt und schreibt. Damit ist es jetzt erstmal für einige Jahre vorbei.“

2002 wurde Englund in die Akademie gewählt, also die Institution, die die Nobelpreisträger in Literatur ausersieht und die schwedische Sprache pflegt. Die Schwedische Akademie gibt unter anderem Svenska Ordlistan heraus, die schwedische Entsprechung des Dudens. Englund hat auf Lebenszeit den Stuhl Nummer 10 inne.

Freund der literarischen Kurzform
Veröffentlicht hat er bis zum Sommer 2009 eine lange Reihe von Büchern. Zwischen 2001 und 2005 auch als Professor in Narratologi – Erzähltechnik am Dramatischhen Institut in Stockholm gelehrt.

Gunnar Bolin lenkt die stilistische Aufmerksamkeit auf Englunds Essaysammlungen: „Drei oder vier Bücher mit Essays über wirklich alles, von der Toilettenbenutzung bis zum Ersten Weltkrieg.“ 

Vielleicht wird sich dieses Interesse für die schriftstellerische Kurzform auch auf die Wahl künftiger Nobelpreisträger auswirken. Aber mit dem eigenen Schreiben sei es fürs erste vorbei, bedauert Englund: „Nachdem ich von Horace Engdal – meinem Vorgänger – erfahren hatte, dass ich Ständiger Sekretär werde, hab ich eines meiner Buchprojekt niedergelegt und stattdessen ein älteres Projekt wieder aufleben lassen. Ich sah ein, dass ich es nicht mehr schaffen würde, ein umfassendes Buch zu schreiben, bevor die andere Arbeit anfing.“

Mehr Spaß in der Akademie 
Umgeben von schreibenden Kollegen in altehrwürdigen Institution von 1786 und von hochkarätigen Werken potentieller Nobelpreisträger kommt der Ständige Sekretär also nicht mehr dazu, an umfangreicheren eigenen Texten zu arbeiten. Dennoch gibt er sich zuversichtlich, schließlich sei das Amt zeitlich begrenzt. Wie lange mag er nicht verraten.

Was die Öffentlichkeit von Peter Englund während seiner Amtszeit als Ständiger Sekretär der Akademie erwartet formuliert Gunnar Bolin als Spaß und Arbeitsfreude:„Er ist ein fröhlicher gesellschaftlicher Mensch. Man sieht ihn sehr oft in Stockholmer Restaurants. Er hat viel Humor und Freunde von der Universität in Uppsala bescheinigen ihm eine enorme Arbeitskapazität. Die wird er brauchen.“

Sybille Neveling

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