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Umstrittene Weideland-Konvention

Publicerat onsdag 14 oktober 2009 kl 11.39

Schweden und Norwegen haben sich auf einen Vertrag geeinigt, der die Nutzung der Rentierweiden für die Sami im Grenzgebiet Schweden-Norwegen regelt. Denn die Rentiere wandern traditionell zu den besten Weidegründen, und die liegen auf beiden Seiten der Ländergrenzen. Über die Weideland-Konvention zwischen Schweden und Norwegen wurde 12 Jahre verhandelt, und der inzwischen vorliegende Vertrag stößt nicht bei allen auf Zustimmung.

Katja Güth in Nordschweden, was regelt dieser Vertrag?

Welche Rentiere wo und wann weiden dürfen. Denn Tiere kennen schließlich keine Grenze und gehen dahin, wo es das beste Futter gibt. Und die Rentiere wandern dem Futter hinterher und den Mücken davon, im Frühjahr/ Sommer ins Fjäll und im Herbst/ Winter in die Wälder. Schweden und Norwegen teilen sich ja das Gebirge, das Fjäll, die begehrten Winterweidegründe mit den nahrhaften Bartflechten liegen in den schwedischen Wäldern. Welche Rentiere welcher samischen Kooperative, den sogenannten Samendörfern dort weiden dürfen, regelt das Gebietsprotokoll, das für einige Kooperativen Einschränkungen bedeutet.

Schwedische Kooperativen müssen norwegischen Platz machen?

Ja, das ist bei einigen Kooperativen der Fall. Die Konvention ist aber ein Vertrag für jene, die sich nicht einigen können. Denn es gibt ausdrücklich die Möglichkeit, dass sich Samendörfer selbst untereinander verständigen. Und das tun auch einige, Girjjas auf schwedischer Seite und Frostisen in Norwegen haben eine eigene Weideland-Konvention ausgehandelt, weil die Sami meinten: wir regeln lieber selbst, bevor dass die Staaten für uns regeln und gute Nachbarschaft ist die beste Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit.

Durch die schwedischen Medien ist ja der Fall der Sami-Kooperative Saarivuoma gegangen, die eher durch Streit auf sich aufmerksam machte und sogar in Stockholm gegen die Konvention protestierte...

Saarivuoma liegt weit nördlich des Polarkreises, und die Kooperative hat einfach die Zeit genutzt, in der die neue Weideland-Konvention ausgehandelt wurde, um sich verlorenes Weideland zurückzuholen. Dabei ging es um ein Gebiet am Altavatn in Norwegen, wo Saarivuoma seine Rentiere im Frühjahr und Sommer weiden ließ. Dieses Gebiet ging mit der letzten Konvention von 1972 an die norwegische Seite. Diese Konvention war 2002 abgelaufen, deshalb die Verhandlungen für die jetzt unterschriebene Weideland-Konvention. Und die Kooperative hat gemeinsam mit drei weiteren eine juristische Prüfung beantragt, weil das Gebietsprotokoll, das also die strittigen Weideländer regelt, vom Genehmigungsverfahren ausgenommen ist. Das heißt, da gibt es kein Widerspruchsrecht. Die Samendörfer können jedoch vor Gericht ihr Gewohnheitsrecht auf gewisse Weidegebiete einklagen, wenn ihnen das Gericht Recht gibt, gilt das Gerichtsurteil vor der Konvention.

Klingt kompliziert...Warum braucht man überhaupt Verträge?

Aus samischer Sicht braucht man die freilich nicht. Viele berufen sich auf die Tradition, dass man seit Jahrhunderten grenzüberschreitende Rentierzucht betreibt. Logisch, weil da gab es ja keine Grenzen. Sápmi, das Land der Sami ist aber mit der Entstehung der Nationalstaaten geteilt wurden, die Grenze zwischen Norwegen und Schweden geht komplett durch die Weidegründe. Und diese Grenze soll nun mit dem Inkrafttreten der Konvention auch deutlich werden: vielerorts gibt es schon Maschendrahtzäune, damit die Rentiere nicht überlaufen.. Und das sollen noch viel mehr werden.

Wird die Konvention nun überhaupt in Kraft treten?

Das ist meiner Einschätzung nach offen, eben weil die Rechtsprüfung nach Einspruch der Samendörfer noch ansteht. Die schwedische und norwegische Regierung gibt sich aber optimistisch, dass die Reichstage der beiden Länder den Vertrag ratifizieren und er dann zunächst für 30 Jahre gültig ist.

Katja Güth

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