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Frauenrechte unwichtig für Carl Bildt

Publicerat fredag 16 oktober 2009 kl 11.54
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In der Kritik: Carl Bildt
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Positives Gegen-Beispiel: Hillary Clinton

Frauenrechte sind für Auβenminister Carl Bildt nicht von Belang. Diesen Vorwurf hat die schwedische Organisation „Kvinna till kvinna“ („Von Frau zu Frau“) nach einer Analyse von Verlautbarungen des Ministers erhoben. Darin spielen die Rechte von Frauen in verschiedenen Teilen der Welt so gut wie keine Rolle.

Wie Bildt Situationen und Ereignisse daheim und vor allem in seinem Arbeitsbereich, im Ausland, kommentiert, ist am besten auf seinem Blog nachzulesen; auf konventionelle Politiker-Art, also beispielsweise in Interviews oder auf Pressekonferenzen, äuβert sich der Minister seit Längerem nur noch höchst sporadisch. Umso eifriger bestückt er besagten Blog, und den hat sich „Von Frau zu Frau“-Generalsekretärin Lena Ag vorgenommen. Ernüchterndes Ergebnis: Von 500 Blog-Einträgen ging es in keinem einzigen um die Rechte von Frauen.

„Carl Bildt spricht so gut wie nie über Frauenrechte, über die Diskriminierung von Frauen oder über die Gewalt, der Frauen ausgesetzt sind und die nahezu den Charakter einer Pandemie erreicht hat, wenn man beispielsweise an Massenvergewaltigungen oder an Geschlechtsverstümmelung denkt“, sagt Lena Ag. „Wir können nur zur Kenntnis nehmen, dass er diese Fragen offenbar ausblendet.“

Kein Treff mit Frauenorganisationen

Und das gilt nicht nur für Bildts Blog. Die Organisation „Von Frau zu Frau“, 2002 für die Hilfe für Frauen in Krisen-und Kriegsgebieten mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet, hat unter anderem auch Reden und Pressemitteilungen des Auβenministers analysiert sowie die Gesprächspartner aufgelistet, mit denen Bildt bei seinen Besuchen im Ausland zusammengetroffen ist. Fazit hier: Nicht ein einziges Mal traf Bildt Repräsentanten von Frauenorganisationen. So war denn im Terminplan des vielbeschäftigten Ministers bisher auch kein Platz für einen Treff mit der Organisation „Von Frau zu Frau“.

Für den Auβenminister des Landes, das für sich beansprucht, weltweit die Nummer Eins in Sachen Gleichstellung zu sein, ist diese Art Zurückhaltung wohl kein Ruhmesblatt. Lena Ag jedenfalls findet, ein moderner Auβenminister komme heute an Frauenrechten einfach nicht mehr vorbei. Sie verweist auf Bildts US-amerikanische Amtskollegin: Hillary Clinton zeige ein ums andere Mal, wie wichtig die Beachtung von Frauenrechten in der internationalen Arbeit sei.

Clinton macht es vor

„Menschenrechte, Demokratie, Frieden, Sicherheit und Stabilität auf der Welt – all diese Fragen sind Angelegenheiten für den Auβenminister. Hillary Clinton hat begriffen, wie wichtig diese Fragen für die nationale Sicherheit sind. Sie äuβert sich kontinuierlich dazu, betont den Zusammenhang zwischen Frieden und Sicherheit und der Teilhabe von Frauen. Sie trifft Frauengruppen auf ihren Reisen, und sie greift die entscheidenden Fragen mit ihren Gesprächspartnern im Ausland auf.“

Weshalb nun lässt der schwedische Auβenminister jegliches entsprechende Engagement vermissen? Darüber kann Lena Ag nur spekulieren. Entweder fehle ihm die Kompetenz oder ganz einfach das Interesse, mutmaβt sie. Carl Bildt selbst hüllt sich unterdessen in gewohntes Schweigen. Immerhin lieβ er seinen Pressesekretär ausrichten, dass er solcherart Fragen nicht kommentiere.

Anne Rentzsch

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