Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Mediendebatte

Wie über die Schwedendemokraten berichten?

Publicerat tisdag 20 oktober 2009 kl 11.01
In den Medien gefragt: "Schwedendemokrat" Jimmie Åkesson

In den schwedischen Medien ist erneut eine erhitzte Debatte über den Umgang mit der fremdenfeindlichen Partei „Schwedendemokraten“ entbrannt. Laut Meinungsumfragen würde der Partei bei der Reichstagswahl im September 2010 mit 4,7 Prozent der Einzug ins Parlament gelingen. Nun streiten Fernsehen, Rundfunk und Zeitungen darüber, wieviel Platz man den „Schwedendemokraten“ einräumen und wie die Berichterstattung aussehen sollte.

Es dauerte nicht lange, bis beim Justizkanzler die erste Anzeige wegen Volksverhetzung einging. Das schwedische Zentrum gegen Rassismus erstattete gegen den Vorsitzenden der Schwedendemokraten, Jimmie Åkesson, Anzeige, weil dieser in einem in der der Boulevardzeitung „Aftonbladet“ veröffentlichen Artikel unter anderem behauptet hatte, muslimische Männer stünden für einen Großteil der Vergewaltigungen in Schweden.

Åkessons Artikel hatte aber nicht zuletzt deshalb für Entsetzen bei vielen Medienvertretern gesorgt, weil er ihn mit „Aftonbladet“ erstmals in einem der etablierten Medien in diesem Land unterbringen konnte. Dabei hatte die Boulevardzeitung noch vor wenigen Wochen erklärt, man werde aus publizistisch-ethischen Gründen keine Wahlanzeigen der Schwedendemokraten drucken. Für Chefredakteur Jan Helin ist das kein Widerspruch: „Das sind zwei Seiten derselben Medaille. Ich will deren Anzeigen nicht drucken, weil ich nicht Teil ihrer Kampagne werden will. Dadurch würden sie nicht mehr als Extremisten, sondern als gewöhnliche Partei dargestellt. Auf ihrem Parteitag haben sie ihr Gesellschaftsbild mit dem in Astrid Lindgrens Büchern verglichen. Diese Rhetorik will ich nicht unterstützen. Stattdessen muss man deutlich zeigen, wofür diese Partei steht, was ihre ethischen Werte sind. Diese Partei ist auf dem Weg, in den nächsten Reichstag gewählt zu werden. Deswegen ist es unser publizistischer Auftrag, die rassistischen und fremdenfeindlichen Grundwerte dieser Partei zu zeigen.“

„Diskussionskultur wird rauer"
Doch die wenigsten Medienvertreter in Schweden teilen Helins Auffassung bislang. Peter Wolodarski, politischer Redakteur bei der Tageszeitung „Dagens Nyheter“, befürchtet, Aftonbladet habe mit der Veröffentlichung des Schwedendemokraten-Artikels die Büchse der Pandora geöffnet: „Man kann hart aber fair über diese Partei berichten. Angesichts ihrer guten Umfragewerte ist ein solcher Schritt gerechtfertigt. Das bedeutet aber nicht, dass man ganze Artikel – verfasst vom Parteivorsitzenden – veröffentlicht. Damit legitimiert man die offen rassistischen Ansichten dieser Partei. Diesmal sind Muslime die Zielscheibe dieser brutalen rhetorischen Angriffe, das nächste Mal sind es dann vielleicht Juden, Homosexuelle oder andere Minderheiten in unserer Gesellschaft. ‚Aftonbladet’ versucht sich nun als mutig darzustellen, doch es ist nicht mutig, seine Zeitungsspalten offenem Fremdenhass zur Verfügung zu stellen. Das ist einfach nur verantwortungslos.“

Einig sind sich die schwedischen Medien derzeit nur darüber, dass man über die Schwedendemokraten berichten sollte; und zwar in gleicher Weise, wie über andere Parteien dieser Größenordnung berichtet wird – sachlich und kritisch. Wie das allerdings konkret aussieht, darüber herrscht große Uneinigkeit. Der Schwedische Rundfunk hat bereits mehrfach Parteichef Åkesson zu Streitgesprächen eingeladen, während andere Medien lediglich über die Schwedendemokraten berichten wollen.

ah

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".