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Schweinegrippe

Ansturm beim Impfauftakt in Luleå

Publicerat tisdag 20 oktober 2009 kl 12.21

Rentner, chronisch Kranke und Beschäftigte im Gesundheitswesen werden dieser Tage gegen die sogenannte Schweinegrippe geimpft. Die Skepsis gegen die Impfung ist in der Bevölkerung weit verbreitet, Umfragen zufolge will sich nur jeder zweite impfen lassen. Doch bei den Risikogruppen ergibt sich ein anderes Bild, was der Ansturm zu Beginn der Impfung beweist. Vor den Impflokalen bildeten sich zum Teil lange Schlangen, mancherorts reichten die Impfdosen nicht aus.

Es ist punkt zwölf Uhr, als die Freiwilligen vom Roten Kreuz die Tür zum Kyrkans hus neben der Domkirche in Luleå aufschließen. Punkt zwölf Uhr hat sich eine Schlange gebildet, die einmal rund ums Häusereck reicht, etwa 200 Meter lang. Das Durchschnittsalter der Wartenden dürfte bei 50 Jahren liegen.

Die Rentnerin Eila Andersson stand fast eine Stunde draußen in der Schlange, nun ist sie schlecht gelaunt. Das Formular für die Impfung mit Namen, Personennummer und Fragen zu Überempfindlichkeiten hat sie bereits ausgefüllt. Die alte Dame findet den Impf-Service schlecht: „Bietet ihr keinen Kaffee an? Und einen Imbiss? Wir sind so hungrig,“ fragt Eila Andersson die Dame vom Roten Kreuz, die zur Antwort nur den Kopf schüttelt. Nein, Kaffee und Schnittchen auf Steuerzahlerkosten gibt es nicht, aber dafür ist ja die Spritze umsonst.

Freiwillige Helfer für schnelle Abfertigung
Im Mariasalen im Haus der Kirche, der zur Impfzentrale umfunktioniert wurde, herrscht ziemlich hektische Betriebsamkeit. Krankenschwester Kristina Renkvist zieht eine Spritze nach der anderen auf.

Der Ansturm hat sie nicht überrascht. „Das merken wir auch bei den normalen Impfungen. Für die Rentner hier ist das der Reiz der Neuheit. Wir haben 2.500 Dosen hier vorrätig. Wie viele wir schon verbraucht haben, Moment... Dreihundert...kann das stimmen? Auf jeden Fall mindestens hundert pro Stunde.“ Wir sind unglaublich schnell, pflichtet ihr eine Kollegin bei. Als ginge es darum, einen Rekord im Massenimpfen aufzustellen. Es geht doch vielmehr auch um die Nebenwirkungen der Impfungen, oder nicht? Im Mariasalen sind sechs unterschiedliche Impfstationen aufgebaut, die aussehen wie Wahlboxen, nur dass Zettel mit Krankenschwester Eins bis Krankenschwester Sechs angeheftet wurden.

Zu Risiken und Nebenwirkungen...
Eine eigene Station hat der Arzt Johan Alsén, der über Wirkstoff und Nebenwirkungen informiert, über die Wirkstoffverstärker, die so genannten Adjuvanzien, aufklärt.

Größere Risiken sieht er aber nicht, der Arzt ist selbst frisch geimpft. In Schweden ist man traditionell eher impffreudig denn –kritisch. Und dankbar über das schnelle Agieren der Regierung, meint Doktor Alsén. „Wir leiden ja noch unter dem Tsunami-Trauma, als die Regierung nicht auf die Katastrophe reagierte. Das führte zu heftigen Diskussionen. Vielleicht wollte die Regierung nun ihr Handlungsvermögen unter Beweis stellen?“

Die Massenimpfung - ein gigantischer Praxistest?
Eila Andersson hat es vom Flur in den Saal geschafft, steht nun in der Schlange für Krankenschwester Nummer zwei, schade eigentlich, denn Krankenschwester Nummer Eins kennt sie schon lange. So bleibt noch Zeit zum Plaudern über die Schweinegrippe. „Schinkenschnupfen.. scherzen meine Kinder. Die lassen sich nicht impfen, sie wollen die Grippe selbst durchmachen, um immun zu werden, ob das wohl stimmt?“ fragt die alte Dame etwas unsicher.


Das sei Quatsch, meinen manche Experten. Ist die Massenimpfung ein gigantischer Test für einen neuen Impfstoff? Haben am Ende einzig die Pharmakonzerne auf Steuerzahlerkosten kräftig verdient? War alles unnötig? Arzt Johan Alsén kann auch keine schlussendliche Antwort liefern: „Es ist möglich, dass die Grippewelle nicht so schlimm wird, wie im Sommer befürchtet. Das wissen wir einfach nicht. Entweder wird es einen milden Verlauf nehmen, dann war die Massenimpfung übertrieben. Wird es eine heftige Grippe, können wir froh sein, die Bevölkerung geimpft zu haben.“

Eila Andersson verzieht das Gesicht. Der Pieks ist nicht ganz schmerzlos, vielleicht hat Krankenschwester Nummer zwei einen Nerv getroffen. Nach einer weiteren Stunde Schlangestehen hat sie endlich die Spritze bekommen. Die alte Dame jedenfalls hofft, den Winter ohne Grippe zu überstehen, dank Impfung.

Katja Güth

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