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Hochschulzugang: Regierung will Geschlechterquote abschaffen

Publicerat tisdag 12 januari 2010 kl 11.13

Die Regierung möchte die positive Diskriminierung von unterrepräsentierten Geschlechtern beim Hochschulzugang wieder abschaffen. Dies schreibt Hochschulminister Tobias Krantz in der Tageszeitung Dagens Nyheter. Grund sei, die zunehmende Unzufriedenheit mit der Regelung, da in traditionell von jungen Frauen belegten Studiengängen zunehmend Männer bevorzugt wurden, so Krantz. Von Seiten der Hochschulen wird die Rücknahme der Regelung dagegen teilweise bedauert.

Der Gedanke war gut. Junge Frauen sollten bessere Chancen haben, an einen Studienplatz zu kommen. Die Belegung von Studienplätzen sollte per Quote ausgeglichener gestaltet werden. Was bei der Regelung jedoch nicht beachtet wurde, war, dass es populäre Studienfächer gibt, wie etwa bei Veterinären, Zahnärzten oder Psychologen, die bereits von Frauen dominiert werden. Die Regelung sorgte dafür, dass Frauen in diesen Studienfächern zu Gunsten von Männern benachteiligt wurden. Das war nicht der Sinn, so Hochschulminister Tobias Krantz: „Die Idee war, dass die Gleichberechtigung an den Hochschulen gefördert werden sollte, aber es hat sich gezeigt, dass die Regelung die Gleichberechtigung eher behindert. Das System hat dazu geführt, dass manche junge tüchtige Frau benachteiligt wurde und dass an ihrer Stelle ein junger Mann an die Hochschulen gekommen ist. Und das ist unserer Meinung nach nicht richtig.“

Sofia Lindblad ist ebenfalls dieser Meinung. Sie hatte zusammen mit 43 anderen Frauen geklagt, weil sie wegen der Quote an der Universität in Uppsala keine Veterinärausbildung bekommen hatte. Junge Männer wurden ihr vorgezogen, wie Lindblad erzählt: „Es hat sich gezeigt, dass an der Hochschule nur Männer angenommen wurden und wir gar keine Chance hatten.“

Gerichtsverfahren 

Das Oberlandesgericht Svea hatte den Frauen Recht gegeben. Die Zulassung habe Frauen diskriminiert. Ein weiteres Verfahren wegen einer ähnlichen Sache bei der Psychologieausbildung in Lund ist anhängig. Die Änderung der Regelung scheint also logisch. Nicht jedoch für Mats Edvardsson, der für die Zulassung an der Göteborger Universität zuständig ist: „Ich stelle fest, dass die Hochschule das effektivste Instrument verlieren würde,  um eine gleiche Verteilung der Geschlechter in den Ausbildungen zu erzielen.“

Edvardsson möchte daher, dass die Regierung an der bisherigen Regelung festhält, trotz aller Schwierigkeiten, die er auch für als übertrieben dargestellt findet: „Die Probleme waren bei weitem nicht so groß, wie darüber in den Medien berichtet wurde. Man muss sich ja auch anschauen, welche anderen Möglichkeiten es gibt. Da gäbe es andere, zusätzliche Prüfungen oder eben die Verlosung. Das wird glaube ich noch weniger geschätzt.“

Hochschulminister Tobias Krantz ist jedoch entschlossen, die Regelung rückgängig zu machen. Anstelle auf die Zugehörigkeit zum einen oder anderen Geschlecht, soll wieder mehr auf die Qualifikation geachtet werden, so Krantz: „Was wir meiner Meinung nach in der Politik machen können, ist für mehr Ordnung zu sorgen und uns mehr auf die Qualifikation konzentrieren und auch jungen Männern verdeutlichen, wie wichtig es ist, an eine Universität oder Hochschule zu kommen.“

Im Allgemeinen schneiden nämlich junge Männer bei den Notendurchschnitten schlechter ab, als ihre weiblichen Mitbewerber. 

Die oppositionellen Sozialdemokraten,  die während ihrer Regierung die Regelung eingeführt hatten, haben unterdessen dazu erklärt, dass sie gerne an der Regelung festhalten würden. Es bestehe aber der Bedarf diese klarer zu formulieren, so die bildungspolitische Sprecherin der Sozialdemokraten, Marie Granlund.

Dieter Weiand

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