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Festnahme

Verfahren gegen mutmaßlichen Kriegsverbrecher aus Bosnien

Publicerat onsdag 13 januari 2010 kl 12.56
Krigsförbrytartribunalen i Haag. Foto: Cris Toala Olivares/Scanpix.
Die schwedischen Ermittler arbeiten mit dem Kriegsverbrechertribunal im Haag zusammen. Foto: Cris Toala Olivares/Scanpix.

Zum ersten Mal ist es einer Kriegsverbrecher-Sonderkommission der Kriminalpolizei gelungen, einen Verdächtigen dingfest zu machen. Weitere Festnahmen sind zu erwarten, da vermutet wird, dass sich noch mehr Kriegsverbrecher unter anderem aus dem Balkankrieg Anfang der 90er-Jahre in Schweden aufhalten.

Der 43-Jährige, der am Dienstag an seinem Wohnort in Nordschweden festgenommen wurde, kam 2001 als Flüchtling nach Schweden und erhielt 2006 die schwedische Staatsbürgerschaft. Kurz darauf nahm die Polizei nach Tipps der Einwanderungsbehörde die Ermittlung auf, die zutage förderten, dass der Mann 1992 im Gefangenenlager Dretelj im Süden von Bosnien serbische Zivilisten misshandelt, gefoltert und auch an Ermordungen beteiligt gewesen sein soll. Das Lager wurde von der kroatischen Paramilitärorganisation HOS unterhalten, und hier wurden serbische Zivilisten festgehalten, um sie gegen Kroaten oder Bosniaken auswechseln zu können. Im September 1992 wurden aus dem Lager etwa 130 Männer und 90 Frauen entlassen. Mitte und Ende der 90er-Jahre stellte das Committee fort the collection of data on crimes committed against humanity and international law in Belgrad Zeugenaussagen zusammen, die den 43-Jährigen schwerer Misshandlungen, Folter, sexueller Übergriffe und in zwei Fällen des Mord bezichtigen.

Signalwirkung
Der Leiter der Kriegsverbrecher-Sonderkommission, Thomas Ackheim, sieht die Festnahme am Dienstag als einen Auftakt: „Sie ist sehr wichtig, weil es der erste Fall ist, in dem wir einen Verdächtigen in Schweden festnehmen konnten, bei dem wir genügend Material für einen Prozess haben. Der Fall hat auch eine Signalfunktion, weil er zeigt, dass Schweden keine Freistatt für Leute bietet, die solche Verbrechen im Gepäck haben. Und zugleich ist es wichtig den Opfern eine Stimme zu geben und vielleicht ein bisschen Genugtuung“, so Ackheim.
Der Festgenommene selbst hat offenbar von den Ermittlungen nichts geahnt. Jedenfalls lebte er ein völlig unauffälliges Leben in der nordschwedischen Stadt, arbeitete als Angestellter der Gemeinde, verbrachte seinen Winterurlaub mit Frau und zwei Kindern im schicken Skiort Åre. Nun wird er Ende der Woche dem Haftrichter vorgeführt, danach wartet ein Prozess auf ihn.

Ermittlungen schwierig
Seit 2001 gilt in Schweden ein Gesetz, das es ermöglicht, in anderen Ländern begangene Kriegsverbrechen in Schweden vor Gericht zu bringen. Zum Teil ist dieses Gesetz eine Reaktion darauf, dass es Schweden in den 70er- und 80er-Jahren unmöglich war, bei der Suche nach Nazi-Kriegsverbrechern mitzuhelfen, da hierfür eine gesetzliche Grundlage fehlte. Damals vor allem, weil Mord in Schweden nach 25 Jahren verjährt. Bei Verdächtigen aus anderen Kriegs- und Konfliktzonen mussten die Ermittlungen in späteren Fällen ans jeweilige Land des Verbrechens überwiesen werden, was die Ahndung bis auf einen Fall, der Ende der 90er-Jahre in Bosnien zu einem Urteil führte, praktisch unmöglich machte. Die nun geltende Gesetzgebung vereinfacht die Suche nach Kriegsverbrechern, die in Schweden Unterschlupf gesucht haben. Leicht sei sie deshalb dennoch nicht, erklärt Thomas Ackheim: „Ein Teil der Schwierigkeit besteht darin, dass die Verbrechen lange her sind und noch dazu in anderen Ländern begangen wurden. Daher ist es meist unmöglich, Tatorte zu besuchen und dort Beweismaterial zu sichern. Man ist in hohem Grad auf die Aussagen von Zeugen angewiesen, die in der ganzen Welt verstreut leben und in vielen Fällen nicht gerne mit uns sprechen wollen.“

Weitere Verfahren
Dennoch kündigt die Sonderkommission weitere Festnahmen an. Medienberichten zufolge sind 14 weitere Ermittlungsverfahren anhängig, die dem Balkankrieg, aber auch anderen Konfliktzonen gelten.

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