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Erdbebenkatastrophe i Haiti

Kritik an langsamen Handeln

Publicerat torsdag 14 januari 2010 kl 11.27
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Fieberhafte Rettungsarbeiten
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Entwicklungshilfeministerin Carlsson

Während in Haiti nach dem schweren Erdbeben Chaos herrscht und zigtausende Tote befürchtet werden müssen, ist in Schweden eine Debatte darüber entbrannt, warum das Land noch keine Hilfe geschickt hat. Viele Kritiker erinnern an die zögerliche Haltung der damaligen Regierung bei der Tsunami-Katastrophe und fordern ein engagierteres und vor allem schnelleres Handeln, um den Menschen in Haiti zu helfen.

Die in ihren Ausmaßen immer noch unfassbare Katastrophe in Haiti hat nahezu unmittelbar auch zu internationaler Hilfe geführt. So ist bereits ein Tag nach dem Beben ein Flugzeug mit einer Hilfsmannschaft aus Island gelandet. Dagjartur Brynjarsson von der isländischen Rettungsgesellschaft ICE-SAR über den Auftrag des 36 Mann starken Rettungsteams: „Sie werden nach verschütteten Personen suchen. Es gibt bestimmt noch Überlebende und uns bleiben vielleicht ein paar Tages sie zu finden.“

Brynjarsson entschuldigt sich fast dabei, dass es ein wenig gedauert hat, bis die Hilfe unterwegs war: „Alles braucht ja seine Zeit. Unser Team besteht ja aus 36 Mitgliedern und 14 Tonnen Ausrüstung. Das muss durch den Zoll. Da gibt es ja auch Bürokratie.“

Lehren aus Tsunami-Katastrophe

Derweil fragen Kritiker in Schweden, warum Island bereits Hilfe vor Ort hat und Schweden aber nicht. Sie fühlen sich an die Tsunami-Katastrophe vor 5 Jahren erinnert, als Schweden ziemlich lange gebraucht hat, um Hilfe zu senden. Daraus wurden jedoch Lehren gezogen, so Entwicklungshilfeministerin Gunilla Carlsson: „Wir müssen zusehen, dass die Systeme, die wir etabliert haben, auch funktionieren. Nach der Tsunami-Katastrophe hat man viel über gute Koordination von Hilfsmassnahmen erfahren. Dabei war Schweden führend gewesen, ein System aufzubauen, die Einsätze zu beschleunigen aber auch, dass jeder weiß, was er tut. Dabei ist es auch wichtig, dass die schwedischen Behörden wissen, was jetzt zu tun ist und dabei nicht auf Regierungsentscheidungen warten müssen.“

Verschiedene Behörden arbeiten daran, die Rettungsarbeit vorzubereiten. Zwei Mitarbeiter des Katastrophenschutzes wurden bereits nach Haiti geschickt, um vor Ort logistische Arbeit zu leisten. Carlsson erklärt, dass man nicht in unnötigen Aktionismus verfallen wolle: „Wir warten auf Anfragen. So haben wir keine Hunde geschickt, weil man wohl schon genügend Suchhunde aus Nordamerika bekommt. Das ist näher, die sind schneller vor Ort.“

Internationales Netzwerk

Es komme jetzt darauf an, dass jeder das Richtige tue. Das internationale Netzwerk sei darauf vorbereitet, so Carlsson: „Deshalb hat auch Island schnell reagieren können. Das liegt auch etwas näher. Wir wissen auch von zwei russischen Helikoptern die unterwegs sind. Wir haben  ein internationales Netwerk. Und Schweden schickt das, wonach gefragt wird. Zwei Leute sind unterwegs, und es gibt auch Schweden, die bereits im Auftrag der UN vor Ort waren.“

Die schwedische Regierung wartet jetzt darauf, dass die Lage analysiert wird, und dann vor allem von Seiten der Vereinten Nationen konkrete Anfragen kommen: „Schweden hat Kapazitäten und wir sind nicht zuletzt einer der größten Geldgeber für das UN-System, das die Rettungsarbeit organisiert. Wir werden dann mehr Personal und vielleicht auch mehr Geld schicken. Island wurde gefragt. Sie waren startbereit und sind losgeflogen. Es wäre doch falsch und peinlich gewesen, wenn wir auch versucht hätten das Gleiche zu schicken wie Island. Darum geht es doch in der Koordination. Was wir von der Tsunami-Katastrophe gelernt haben ist, dass alle irgendetwas tun wollen, aber dass es wichtig ist, das dies koordiniert geschieht, um den besten Effekt zu bringen.“

Vor fünf Jahren hatte sich Schweden in Südostasien blamiert. Viele Länder hatten damals schneller und effektiver auch den eigenen Landsleuten helfen können. Doch jetzt sei Schweden gewappnet, so Gunilla Carlsson: „Jetzt geht es um Logistik, um Wiederaufbauarbeit, medizinisches Personal, alles was es zu einem alltäglichen Leben braucht. Vor allem in dieser extremen Katastrophe wird jetzt Führung und Logistik benötigt. Die zwei Mitarbeiter, die bereits vor Ort sind, werden dazu wichtige Aufschlüsse liefern.“

Dieter Weiand

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