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Öffentliche Studie

Mängel in der Kinder- und Jugendfürsorge im vorigen Jahrhundert

Publicerat fredag 15 januari 2010 kl 11.23
Kinderheim in den 50er-Jahren. Foto: Scanpix.

update

Die Kinder- und Jugendfürsorge zwischen 1900 und 2000 war mangelhaft. Eine von der Regierung veranlasste Studie, deren erste Teilergebnisse nun vorgelegt wurden belegt, dass in diesem Bereich viele Fehler begangen worden sind. An den Gesetzen habe es nicht gelegen, sondern an der Grundeinstellung der Verantwortlichen, meint der Leiter der Studie. Nun wird darüber nachgedacht, wie die noch lebenden Betroffenen kompensiert werden können.

Für die Studie wurden rund 400 ehemalige Schützlinge der Sozialfürsorge interviewt, manche von ihnen 80 Jahre alt, andere erst 20. Mehr als die Hälfte von ihnen berichtete von schweren Misshandlungen, psychischer und körperlicher Art, sexuellem Missbrauch und Vernachlässigung, die sie in Kinderheimen und Pflegefamilien erfahren haben. Viele der Kinder wurden von der öffentlichen Fürsorge sehr viel schlechter behandelt, als in den Verhältnissen, aus denen sie zu ihrem eigenen Wohle weggebracht worden waren.

Ohne Arbeit kein Essen 

Zum Beispiel Eivor Stavström, heute 60 Jahre alt. 1951 wurde sie im Alter von einem Jahr ihrer unverheirateten Mutter weggenommen und kam in ein Kinderheim. Später wohnte sie bei Pflegeeltern. „Ich musste arbeiten. Wenn ich nicht arbeitete, bekam ich nichts zu essen. Manchmal war ich tagelang ohne Essen, wenn ich nicht hart genug gearbeitet hatte. So sollte ich zwei Kinder hüten. Ich war selbst erst sechs oder sieben Jahre alt. Wenn die Kinder weinten, war das mein Fehler, und ich bekam kein Essen. Na, und dann war ich ja auch noch das Hurenkind, deshalb wurde ich sexuell missbraucht.“

Viele der Befragten erzählten in der Studie zum ersten Mal von ihren Erlebnissen. Dabei kam auch heraus, dass viele als Kinder versucht hatten, dem Personal der Behörden ihre Situation zu schildern – man hatte ihnen nicht geglaubt. An den Sozialgesetzen habe die schlechte Behandlung nicht gelegen, meint die Kommission. Die Gesetze seien eigentlich in Ordnung gewesen. Das Problem sei, dass diejenigen, die die Gesetze haben ausführen sollen, sie oft nicht befolgt hätten, so der Leiter der Studie, Göran Johansson. „Einer meiner Vorschläge ist daher, für die Zukunft Sanktionen einzuführen gegen Bedienstete der Sozialbehörden und auch gegen die zuständigen Politiker in den Sozialausschüssen, die gegen Sicherheitsregeln für Kinder verstoßen“.

Methoden von Wahrheitskommissionen

Zunächst geht es jedoch darum, die Situation zu dokumentieren. „Wir versuchen so zu arbeiten, dass schon die Interviews an sich für die betroffenen Individuen ein erster Schritt in einem Prozess der Wiedergutmachung sein können. Wir haben Methoden angewandt, die in Vielem an die Methoden von Wahrheitskommissionen bei Bürgerkriegen erinnern. Mit dem Unterschied, dass wir die Täter nicht konfrontieren“, erklärt Johansson. Nachdem so viele Betroffene so schlimme Erlebnisse geschildert haben, hat die Regierung die Dauer der Studie um zwei Jahre verlängert. Während dieser Zeit sollen auch die restlichen 600 der 1000 Personen zu Wort kommen, die sich ursprünglich für die Teilnahme an der Studie gemeldet hatten. Insgesamt standen 250 000 Personen im vorigen Jahrhundert als Kinder unter der Sozialfürsorge. Außerdem hat Gesundheitsministerin Maria Larsson parallel eine zweite Studie beauftragt, Vorschläge auszuarbeiten, wie die Betroffenen entschädigt werden können. „Manche finden, allein die Geschichte erzählen zu dürfen und die Lage zu dokumentieren, ist eine Wiedergutmachung. Andere finden, es braucht noch mehr und der Leiter der Studie hat ja auch einige Vorschläge gemacht. All das soll jetzt gesammelt betrachtet und eine Wiedergutmachungsstrategie vorgeschlagen werden.“

Entschuldigung, Therapie, Geldzuwendungen

Im Gespräch ist, neben einer feierlichen Zeremonie, bei der sich die schwedische Regierung im Namen ihrer Vorgänger offiziell entschuldigt, auch, den Betroffenen Therapie anzubieten sowie finanzielle Entschädigungen. Eivor Stavström ist jedenfalls froh, dass sie an der Studie teilgenommen hat: „Es war ganz schön hart, aber andererseits ist es ein gutes Gefühl, dass man vielleicht dazu beiträgt, den Kindern zu helfen, die heute in der selben Situation sind.“  

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