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Rundfunkgeschichte

Die Wiege des Schwedischen Rundfunks

Publicerat onsdag 20 januari 2010 kl 08.00

In der nordschwedischen Stadt Boden wurde vor fast 90 Jahren Radiogeschichte geschrieben. In einem Bunker außerhalb der Stadt ging Bodens Radio auf Sendung, als Vorgänger des Schwedischen Rundfunks. Diese Radiogeschichte ist weitgehend unbekannt, weshalb der Radiobunker in der Nähe von Boden nun als Kulturdenkmal geschützt werden soll. Ein entsprechender Antrag liegt bereits bei der Denkmalschutzbehörde.

Der Bus fährt auf einer geteerten Straße durch den Wald, nichts als Bäume sind zu sehen. Tourleiter Sven-Åke Westman erklärt, dass zur Linken ein dreigeschossiges Mietshaus stand, gelb angestrichen. Dort wohnte das Personal von Boden Radio. Ein paar Meter weiter stoppt der Bus. Die Insassen machen sich zu Fuß auf den Weg zum Bunker. Der Radiobunker ist Teil einer Rundreise zu den Befestigungsanlagen der Stadt Boden, die lange Zeit als geheime Stadt galt, tabu für Ausländer. Die Festung Boden sollte die Erzgruben und -transporte schützen und einen möglichen Vormarsch der Russen aufhalten. Der Radiobunker ist nur von außen zu besichtigen. Er steht seit 1985 leer.

Zeugen der Geschichte

Kjell Ågren war Offizier bei der Luftwaffe, später als freier Journalist begann er die Geschichte von Boden Radio zu erforschen und berichtete im Lokalprogramm des Schwedischen Radios darüber: „Die Wiege des Schwedischen Rundfunks steht noch, das Gebäude von 1916, ein grauer Betonklotz, groß wie ein eingeschossiges Einfamilienhaus mit plattem Dach. An der Vorderseite beige angestrichene Fensterluken aus Stahl. Wir gehen hinein, die Türen sind mächtig, die Wände sind hellgrün angestrichen, die Farbe blättert ab, es riecht feucht und modrig."

„Hier war der große Sendesaal", erklärt Knut Strömlind, der von 1936 bis 38 im Radiobunker gearbeitet hat. „Da in der Ecke stand der Telefunken-Sender, und die Antenne mit einer Leistung von einem Kilowatt."

Der deutsche Sender vom Typ 13 SR 504 war damals modernste Technik, Nachfolger des Knallfunkensenders, mit dem im Radiobunker im Ersten Weltkrieg die Frontrapporte abgehört und nach Stockholm telegrafiert wurden. Kjell Ågren: „Mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges war wichtig, dass die Festung Boden kabellos erreichbar war. Die Regierung beschloss, in Boden eine Station einzurichten, mit der damals aktuellen Knallfunkentechnik. Die kriegsführenden Länder sendeten ihre Rapporte, zum größten Teil Propaganda. Boden Radio hatte da den Auftrag, alles weiter nach Stockholm zu telegrafieren, zum Schwedischen Telegram Bureau, das später die Nachrichtenagentur TT wurde."

Boden Radio half während und nach dem Ersten Weltkrieg auch, Telegramme von deutschen und russischen Kriegsgefangenen zu übermitteln. 7.900 solcher Meldungen liefen über den Radiobunker im Wald vor Boden.

Das erste Wort im Schwedischen Radio

Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde der deutsche Telefunkensender im Bunker installiert. 1921 - am 12. Juli - schließlich war es soweit, Boden Radio sollte zum ersten Mal auf Sendung gehen. Die benachbarte Stadt Luleå feierte ihr 300. Gründungsjubiläum und das Radio sollte die feiernden Gäste unterhalten.

König Gustav V. war angereist, mit ihm warteten die Jubiläumsgäste auf der Landzunge Gültzauudden auf den denkwürdigen Augenblick, der schwedische Radiogeschichte werden sollte. Kjell Ågren: „Der König hatte sich Kopfhörer aufgesetzt und der Chef der Radiostation Axel Jenner sollte ihn herzlich willkommen heißen zur ersten Radiosendung Schwedens. Er war aber sehr nervös, und es musste ja zwischen Sender- und Empfängerantenne wechseln, was etwas dauerte. Der Chef begann zu erzählen und war aber noch nicht auf Sendung. Als er das merkte, entwischte ihm ein: ‚Verdammt noch mal!' Worauf der König antwortete: ‚Das war ja nicht schlecht.'"

Die ersten Worte im Schwedischen Rundfunk, ein Fluch, sollten sich jedoch nicht als schlechtes Omen erweisen. Zwei Jahre später berichtete Boden Radio bereits über die Ski-Wettbewerbe Bodenspiele, Zeitungsreporter verlasen die Wettkampfergebnisse im Radiobunker. Jeden Dienstag und Freitag von 19.00 bis 20.00 Uhr ging Boden Radio auf Sendung. Im April 1925 wurde das erste Mal landesweit gesendet, allerdings bereits von der Station in der Stadt Boden.

Bunker als Denkmal erhalten

Bald zog die Radiostation um, ab 1938 wurde aus Luleå gesendet.

Im Bunker wurde die Station für militärische Zwecke weiter betrieben, bis 1958 wurde vom Radiobunker aus Küstenfunk und Seenotruf gesendet. 1985 wurde der Bunker ganz geräumt, die Sendeapparate sind inzwischen im Verteidigungsmuseum Boden zu sehen. Und der Bunker selbst soll bald auch zu besichtigen sein, als Museum. Wenn die Denkmalschutzbehörde grünes Licht gibt und wenn die Finanzierung gesichert ist.

Katja Güth

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