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Afghanistan

Hilfe für Soldaten und Angehörige

Publicerat fredag 22 januari 2010 kl 10.13
Oberbefehlshaber Sverker Göranson zeichnet David Ström im Dezember 2009 mit einem Orden aus. Foto: Niklas Ehlén / CombatCamera / Försvarsmakten / SCANPIX

Wird die Freiheit unseres Landes am Hindukusch verteidigt? So diskutiert man nun auch in Schweden. Seit acht Jahren sind schwedische Soldaten in Afghanistan im Einsatz – unter Federführung der NATO tun sie Dienst in der UN-Friedenstruppe ISAF. Angesichts der zunehmenden Gefährlichkeit des Einsatzes ist die Debatte über die schwedische Präsenz intensiver geworden. So hat die Linkspartei jetzt gefordert, den Rückzug aus Afghanistan vorzubereiten.

 

Was David Ström da am rechten Bein hat, sieht etwas utopistisch aus. Ein Gestell mit mehreren Gestängen, die sein rechtes Bein gerade halten und ihn selbst in liegender und sitzender Position. Er trägt das Gestell seit seiner Verletzung vor zwei Monaten in Afghanistan: „Das ist ein so genanntes Hoffmann-Gestell. Daran sind unterschiedliche Stangen befestigt, die im Knochen verschraubt sind und das Bein stabilisieren. Das war mehrfach gebrochen und soll so besser heilen.“

Ein paar Monate wird das Hoffmann-Gestell den 30-jährigen Soldaten aus Luleå noch begleiten. David Ström wurde bei der Explosion einer Wegbombe schwer verletzt, der afghanische Dolmetscher starb bei dem Anschlag.

Black-out


David selbst weiß nichts mehr von diesem Anschlag auf die Patrouille am 11. November des letzten Jahres: „Ich habe gar keine Erinnerung daran. Es ist schön, keine schrecklichen Erinnerungen an den Vorfall zu haben. Alles wurde schwarz, und dann bin ich im Krankenhaus in Schweden aufgewacht. Obwohl man schon gewärtig sein muss, dass die Krise noch kommen kann. Ich war schließlich nahe dran zu sterben.“

Sein Vorgesetzter, Oberstleutnant Jerker Persson, erinnert sich umso besser an den Anschlag: „Es wurde eine IED, eine Wegbombe, gefunden und auch geräumt. Auf dem Rückweg stieβ die Patrouille auf eine zweite Bombe, die hochging, als das dritte Fahrzeug passierte. Der Dolmetscher starb, alle Insassen wurden verletzt, darunter David.“

Kriegs-Debatte eröffnet?


Zwei schwedische Soldaten des Eliteverbandes SSG starben bei solch einem Anschlag im November 2005. Zwei Todesopfer im Verlauf des inzwischen achtjährigen schwedischen Einsatzes, Deutschland hat bisher 27 Tote zu beklagen, die USA 310 allein im vergangenen Jahr. Die Debatte um einen möglichen Abzug der Truppen wird in Ländern mit hoher Opferzahl intensiver geführt. In Schweden wurde bisher die Ausrüstung kritisiert, vor allem die mangelnde Ausstattung mit Helikoptern beschäftigte die Öffentlichkeit.

Nun jedoch forderte auf der alljährlichen Verteidigungskonferenz in Sälen der Chef der Linkspartei, Lars Ohly, den Abzug der schwedischen Soldaten. Es bleibt gleichwohl abzuwarten, ob der Afghanistan-Einsatz zur Wahlkampffrage mutiert. Schweden raus aus Afghanistan? Das sei unverantwortlich, meint Oberstleutnant Jerker Persson, der erst jüngst Stabschef in Mazar-i-Sharif war. „Weil wir dort im Einsatz sind, stehen wir auch in der Verantwortung. Man darf ja nicht vergessen, dass wir dort auf Wunsch der afghanischen Regierung sind, mit einem UN-Mandat. Ich weiß, dass wir mit unserer Anwesenheit für den Unterschied sorgen. Wir können nicht einfach sagen, kommt alleine klar. Das wäre unethisch.“

Hilfe für die Angehörigen


Die letzte Mission im Nordens Afghanistan nahe Mazar-i-Sharif wurde vom Regiment I 19 in Boden geleitet, und in Boden wurden in dieser Zeit auch Treffen der Angehörigen ins Leben gerufen. Die Frau des Stabschefs, Marianne Persson, hatte die Gesprächsrunden organisiert:

„Ja, wir hatten einfache Kaffeerunden und Treffs mit Informationen zur aktuellen Lage in Afghanistan. Das Verteidigungsministerium hatte sogar einen Reifenwechseltag organisiert.“

Katarina Norman, die Lebensgefährtin des verletzten Soldaten David Ström, war auch bei den Angehörigentreffs. Doch so richtig vorbereiten konnten die nicht auf den Schock, als das Telefon klingelte. „Das war wohl auch nicht Sinn und Zweck der Veranstaltungen. Wir haben nicht unbedingt darüber gesprochen, was sein wird, wenn das Schlimmste passiert. Ich hatte schon den Eindruck, die wollten uns nicht zu sehr erschrecken.“

 Muss sich Schweden auf mehr Opfer einstellen? Ist das bündnisfreie Schweden in Afghanistan im Krieg? Oberstleutnant Jerker Persson relativiert das: „Nicht in unserem Verantwortungsgebiet, im Süden hingegen ist wohl Krieg. In Kämpfen kann man schon landen, aber das ist kein Krieg nach dem Völkerrecht.“

Krieg, kriegsähnlich oder nur Kämpfe - Schwedens Präsenz in Afghanistan verleiht der Diskussion um die Zukunft der schwedischen Verteidigungspolitik neuen Sprengstoff.

Für die beiden Heimkehrer steht ein weiterer Afghanistan-Einsatz zunächst nicht zur Debatte. David Ström und Lebensgefährten Katarina Norman in Luleå denken nun erst einmal an die Familiengründung und Marianne Persson in Boden ist auch eher skeptisch: „Diese Frage haben wir noch nicht diskutiert, Jerker soll erst mal diesen Einsatz hinter sich lassen und hier ankommen.“

Katja Güth 

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