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Jugendliche und Ehrenkultur: Einstellung zur Sexualität entspannter

Publicerat onsdag 3 februari 2010 kl 15.04
Unabhängig vom Wohnort - Jugendliche interessieren sich für Sex

Eines von zehn 15-jährigen Mädchen in Stockholm lebt unter einem so starken Druck von Ehrenkultur, dass sie sich in ihrer Freiheit deutlich eingeschränkt sieht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Stockholmer Universität. In manchen Vororten fühlen sich junge Mädchen, die sich in kurzen Röcken auf der Straße zeigen, zunehmend bedroht oder beschimpft. Trotzdem hat sich das Verhältnis zur Sexualität in den Einwanderervororten entspannt, so der Eindruck im Mädchengesundheitszentrum im Stockholmer Vorort Kista.

„Die Fragen sind noch immer dieselben wie vor 20 Jahren. Wenn man in Mädchengruppen fragt, worüber sie sprechen möchten, dann sagen sie: ,Sex, wir wollen über Sex sprechen'".

Maj-Britt Franzén ist seit 20 Jahren Sozialarbeiterin im Mädchengesundheitszentrum in Kista. Die Neugier auf Sexualität sei unverändert groß unter den Jugendlichen. Doch die Einstellung habe sich geändert.

Jungfernhäutchen

Das allerwichtigste sei früher gewesen, als Jungfrau in die Ehe zu gehen, heute sei das nicht mehr so, sagt Franzéns Kollegin Marie Ahlsdotter: „Viele Jugendliche haben diesen Brauch längst durchschaut. Das ist etwas, von dem alle sagen, es gilt, aber keiner hält sich daran. Andererseits stehen sie unter einem gewissen Druck, den Brauch doch zu befolgen." Auch unter den jungen Männern habe sich die Einstellung zur jungfräulichen Ehe geändert, beobachtet Maj-Britt Franzén: „Heute sagen auch die Teilnehmer von Jungengruppen manchmal, dass die Mädchen nicht als Jungfrauen in die Ehe gehen müssen. Endlich."

Einstellung verändert sich

Wie ein Mantra wiederholen die Mitarbeiterinnen immer und immer wieder, dass nur die Mädchen selbst wissen können, ob sie Jungfrauen sind oder nicht. Sie erklären, dass ein blutfreies Laken nach dem Beischlaf nicht automatisch bedeutet, dass die Frau keine Jungfrau war. Sie erklären die Anatomie der Frau, dass es sich beim „Jungfernhäutchen" eigentlich eher um eine Art Kranz um den Scheideneingang handelt. Diese nachhaltigen Diskussionen haben langsam aber sicher die Einstellung der Jugendlichen verändert. Heute seien die jungen Frauen insgesamt weniger ängstlich.

Angst nimmt ab

Das war früher anders: Vor acht Jahren, als die 26-jährige Fadime Sahindal von ihrem Vater erschlagen wurde, weil dieser durch die Freundschaft der Tochter mit einem Schweden die Familie entehrt sah, damals hätten viele Mädchen, die zu ihr kamen, Angst gehabt, sagt Maj-Britt Franzén. „Damals baten viele Mädchen in Angst um Hilfe. Heute sehen wir ein anderes Bild. Viele sprechen davon, dass der Ehrbegriff ein Problem ist, aber Jungfernhäutchen stehen nicht mehr so sehr im Zentrum. Manchmal bittet ein Mädchen darum, wieder zugenäht zu werden, aber kommt nicht mehr jede Woche vor, wie noch vor zehn Jahren."

Elternarbeit

Nach wie vor wird das Mädchengesundheitszentrum jedoch von vielen Einwohnern in den Vororten misstrauisch beäugt. Daher ist Aufklärungsarbeit vor allem bei den Eltern von Jugendlichen ganz wichtig, sagt Maj-Britt Franzén: „Neulich sprach ich mit einer somalischen Elterngruppe, und das erste, was sie sagten war: ,Wir haben gehört, ihr helft jungen Mädchen, ohne Wissen der Eltern bei Abtreibungen'. Da musste ich erklären, was wir sonst noch alles tun: dass wir zum Beispiel helfen können, wenn die Töchter starke Menstruationsschmerzen haben oder andere Fragen zur Funktion ihres Körpers. Nachher kam ein Vater zu mir und sagte, das Gespräch habe sehr zur Besserung des Ansehens der Klinik beigetragen. Alle wüssten ja, dass Jugendliche auf Sexualität neugierig seien, egal ob sie aus Somalia oder aus Schweden kommen."

Luise Steinberger

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