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GESUNDHEIT

Reform der Krankenversicherung sorgt für Diskussionen

Publicerat måndag 8 februari 2010 kl 12.06

Die Reform der Krankenversicherung hat der bürgerlichen Regierung viel Kritik eingebracht. Ziel ist, die hohen Krankenstände zu minimieren – viele Menschen, die bisher für lange Zeit geschrieben waren, müssen nun stattdessen um Arbeit nachsuchen. Selbst Krebskranke können gezwungen werden, sich Vollzeitjobs zu suchen – und auch anderweitig treibt die Reform mitunter merkwürdige Blüten. Wie lange dürfen Kranke krank sein? Was will sich die schwedische Krankenversicherung künftig leisten? Diese Fragen dürften im Wahlkampf eine große Rolle spielen. 




In der Freien Schule Norrskenet in Luleå ist Rektor Mats Wikström mit zwei Vermittlerinnen vom Arbeitsamt verabredet. Louise Ekbom Isaksson und Ulla Markgren suchen Jobs oder zumindest Beschäftigung für ihre Kunden, Menschen mit Einschränkungen, oft psychischen Problemen. Sie suchen demnächst auch Jobs für Kranke, die nach den Plänen der Regierung künftig arbeiten sollen.

„Wir werden die Methode von Beschäftigung und Unterstützung auch auf die Kranken anwenden,“ erklärt Louise Ekbom Isaksson. "Ich bin sicher, dass einige sehr froh sein werden, die Chance zu bekommen, arbeiten zu können. Andere aber werden keine Arbeit schaffen und dann erneut Krankengeld beziehen. Das werden wir herausfinden.“

An der Universität Luleå arbeitet Margareta Aidenpää. Sie ist nach den neuen Bestimmungen unversichert, das heißt, sie bekommt kein Krankengeld mehr, sondern Arbeitslosengeld und muss beim Arbeitsamt an einem Kurs zur Einführung ins Arbeitsleben teilnehmen. Und das, obwohl sie über mangelnde Arbeitspraxis nicht klagen kann. Seit 23 Jahren arbeitet sie, auch als sie Krebs bekam, hat sie halbzeit   gearbeitet. Aber ihre Krankenzeit von 550 Tagen ist überschritten.

„Ich hatte Lymphdrüsenkrebs und habe einen Rückfall bekommen. Zwei schwere Behandlungen, darunter eine Knochenmarkstransplantation, haben mir arg zugesetzt, sowohl körperlich als auch psychisch. Dazu kamen Folgeerkrankungen, Hirnschläge. Es geht mir einfach nicht mehr so gut wie vor der Krankheit.“

Kranke sollen mehr arbeiten

Der Kurs im Arbeitsamt hat Margareta Aidanpää bisher die Aussicht eingebracht, einen Arbeitspsychologen zu treffen.

„Es geht darum, mein Arbeitsvermögen zu prüfen, zu schauen, ob ich ganztags arbeiten kann. Wie ich das schaffen soll, ist mir allerdings schleierhaft. Wir werden sehen, was rauskommt.“

Sozialversicherungsministerin Cristina Husmark Pehrsson wird nicht müde, die Vorteile der Reform zu betonen – getreu dem Slogan der bürgerlichen Regierung, dass sich Arbeit lohnen soll. Gut dran sind dabei die 450.000 Frührentner, die dauerhaft krankgeschrieben sind. Sie dürfen jetzt ohne Abzüge beim Krankengeld etwas dazu verdienen, studieren oder ehrenamtlich arbeiten, wofür es ja auch für Gesunde kein Geld gibt. Auf den Prüfstand sollen all jene, die eine begrenzte Frühpensionierung haben oder die halbzeit arbeiten und den Rest krank geschrieben sind.

„Es ist ja nicht vorgesehen, dass all diese Menschen mit Arbeitslosen um Jobs konkurrieren sollen. Innerhalb der drei Monate schauen wir einfach, welche Möglichkeiten es gibt: zum Beispiel die einjährige Maßnahme Jobentwicklungsgarantie. Dann sieht die Lage auf dem Arbeitsmarkt sicher besser aus und sie haben ihren Rucksack mit weiteren Kenntnissen gepackt.“ Und wenn das nicht klappt?

„Dann können sie in die Krankenversicherung zurückkehren.“ 

Neue Chance oder inhuman?

Die Regierung deklariert die Reform als neue Chance für Langzeitkranke, die rot-grüne Opposition bezeichnet sie als menschenverachtend. Was sagt eine Betroffene? Margareta Aidanpää sieht sich als Versuchsobjekt einer unausgegorenen Politik:

„Ich fühle mich wie in einem Test, wie man eine Reform umsetzt -  das ging ja alles ziemlich schnell. Man kommt sich vor wie eine Laborratte, und das ist nicht sehr erfreulich. Wir, die wir jede Menge schwere Erkrankungen hinter uns haben, sind das wirklich leid. Das ist eines Landes wie Schweden unwürdig. Wir können uns leisten, Todkranke wieder ins Leben zu holen, um sie dann aus der Krankenversicherung auszuschließen.“

Katja Güth

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