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Afghanistan-Einsatz

Zwei schwedische Soldaten und ein Übersetzer gefallen

Publicerat måndag 8 februari 2010 kl 09.54
Fahnen auf Halbmast im Camp Northern Lights in Afghanistan. Foto: Henrik Eskilsson/FS18/Försvarsmakten/SCANPIX

Update 13:55

Zwei schwedische Isaf-Soldaten und ihr Übersetzer sind am Sonntag in der Nähe von Mazar-e-Sharif in Nordafghanistan gefallen. Beim patroullieren wurden die Männer aus nächster Nähe von einem Mann in afghanischer Polizeiuniform beschossen. Trotz des Vorfalls geht der Einsatz in Afghanistan weiter wie bisher, sagte Ministerpräsident Reinfeldt. Die Weiterführung des Afghanistanseinsatzes sei unter anderem eine Geste der Achtung gegenüber des Einsatzes, den die Gefallenen erbracht hätten und der guten Arbeit der ganzen schwedischen Truppe, so Reinfeldt.

Am Sonntagvormittag gegen 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit befanden sich drei schwedische Offiziere der Schutztruppe Isaf gemeinsam mit ihrem Übersetzer in einem Dorf etwa 40 Kilometer westlich des Hauptquartiers Mazar-e-Sharif auf Patroullie, als ein Mann auf sie zutrat und das Feuer eröffnete. Zwei Soldaten sowie der Übersetzer erlitten tödliche Verletzungen. Der Dritte wurde verwundet und in einem deutschen Feldlazarett versorgt.

Taliban-Infiltrateur?
Der Angreifer, der ebenfalls ums Leben kam, trug afghanische Polizeiuniform. Daher wird nun untersucht, ob es sich um einen Infiltrateur der Taliban handelte. In den letzten Monaten waren mehrere Vorfälle bekannt geworden, bei denen Personen mit Kontakten zur Taliban bei den afghanischen Polizeitruppen angeheuert hatten, erklärt Oberstleutnant Gustav Wallerfeldt, der stellvertretende Chef der schwedischen Afghanistantruppen: „Die Militärpolizei hat eine Untersuchung eingeleitet. Was wir bis jetzt wissen ist, dass der Mann Polizeiuniform trug. Die weiteren Umstände werden gemeinsam mit der afghanischen Polizei ermittelt“, so Wallerfeldt, der die gute Zusammenarbeit mit den afghanischen Behörden betont. Der Angriff direkt vor dem örtlichen Polizeiquartier fand aus fünf bis zehn Metern Entfernung statt. Die kurze Entfernung kann erklären, warum die Schutzausrüstung der Schweden die tödlichen Schüsse nicht abwehren konnte.

Zunehmend unruhig
Das Gebiet gilt als zunehmend unruhig. In der vorigen Woche hatten schwedische und finnische Isaf-Truppen eine umfassende Razzia bei Drogenproduzenten durchgeführt. Vier Personen waren festgenommen und 70 Kilogramm Narkotika sowie Sprengstoff sichergestellt worden. Im November war ein ortsansässiger Mitarbeiter der schwedischen Truppen bei einem Sprengstoffanschlag ums Leben gekommen, fünf Soldaten wurden zum Teil schwer verwundet. Der schwedische Einsatz in Afghanistan wird dennoch unverändert weitergeführt, betonte Verteidigungsminister Sten Tolgfors: „Wir haben in Afghanistan einen Auftrag auszuführen, und dieser Auftrag ist wichtig. Generell ist die Zivilbevölkerung im Norden des Landes, wo wir uns befinden, überhaupt nicht talibanfreundlich. Natürlich gibt es Widerstandsgruppen, aber die schwedischen Truppen haben es auch mit Kriminalität im Zusammenhang mit Drogenhandel zu tun. Für die Zivilbevölkerung ist unser Einsatz zentral“, so Tolgfors. Der Verteidigungsminister pointierte aber auch, dass militärische Anwesenheit ebenso wie Entwicklungshilfeeinsätze in Afghanistan gebraucht würden.

Kritik unverändert
Auch bei den Kritikern des Einsatzes haben die Todesfälle keine Änderung der Einstellung bewirkt, erklärte Linkenchef Lars Ohly. „Nein, das verändert nichts. Wir schicken manchmal Truppen auf Missionen, die gefährlich sein können. Wenn die Mission richtig ist, dann spielt ein solcher Vorfall keine Rolle, ob wir sie für richtig halten oder nicht. Das Problem mit dem Einsatz in Afghanistan ist, dass er von vornherein falsch war. Das ist ein Krieg, der militärisch nicht zu gewinnen ist. Und das ist ein Krieg, der mit einer sehr aggressiven Militärstrategie der USA koordiniert ist.“ Möglicherweise sei die Tatsache, dass die Situation im Norden des Landes sich zunehmend zuspitze ein Beleg hierfür, so Ohly.
Kurzfristig werden die gefallenen Soldaten am schwedischen Afghanistaneinsatz nichts ändern. Spontanumfragen des schwedischen Fernsehens belegten jedoch bereits am Sonntag, dass mehr Schweden die Truppen heimholen wollen. Sollten weitere Schweden in Afghanistan fallen, wird diese Tendenz sicher stärker werden in diesem Land, das seit 200 Jahren nicht mehr in Kriegshandlungen verwickelt war.

König Carl XVI. Gustaf hat unterdessen auf der Internetseite des Königshauses den Angehörigen der Soldaten sein Beileid ausgesprochen. Die Situation in Afghanistan sei eine Herausforderung und sehr komplex. Die schwedischen Truppen leisteten dort eine wichtige Arbeit, trotz der schwierigen Situation in der sie sich befänden, so Carl XVI. weiter und erinnerte daran, dass Kronprinzessin Victoria die Truppen erst kürzlich in Afghanistan besucht hatte.

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