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Alkoholpolitik

Umstrittener Hofverkauf

Publicerat fredag 12 mars 2010 kl 09.56
So mancher Erzeuger wünscht sich, dass die Besucher seine Produkte an Ort und Stelle verkosten können (Foto: Scanpix. Montage: Sveriges Radio)

Darf ein Bauernhof selbst produzierten Wein oder Likör verkaufen? Diese Frage will die Regierung nun klären lassen. Eine Untersuchung soll vorschlagen, wie der Hofverkauf von alkoholischen Getränken aussehen kann, ohne das staatliche Monopol des Systembolaget zu gefährden. Eine nahezu unlösbare Aufgabe, denn eine erste Untersuchung hatte bereits ergeben, dass der Hofverkauf mit dem schwedischen System des staatlichen Alkoholmonopols nicht vereinbar ist. Dennoch hoffen Unternehmen im ländlichen Raum auf die Freigabe des Hofverkaufs.

Wohnen auf dem Bauernhof, Kühe und Schafe füttern, Touren im Pferdeschlitten, Waldspaziergänge und ökologisch produziertes Fleisch und Gemüse bietet der Familienbetrieb Stormyrbergets Lantgård unweit der nordschwedischen Küstenstadt Piteå.

Juniorchefin Maria Hannu hat noch weitergehende Pläne für den Hof: „Wir würden gerne unser eigenes Bier brauen, Gerste können wir ja selbst anbauen. Unser Konzept ist, das Essen für unsere Gäste selbst zu produzieren, eigenes Bier würden da super passen."

Produktion zu klein
Doch die schwedische Gesetzgebung erlaubt dies nicht. Das gebraute Bier dürfte der Hof zwar verkaufen, aber nur im nächsten Alkoholladen. Doch die staatliche Kette verlangt große Produktmengen, um neue Artikel auf ihre Liste aufzunehmen. Für einen kleinen Betrieb sind die Hürden zu hoch.

Ein Verkauf ohne Monopol geht nicht, obwohl es Ausnahmen beim Konsum von Alkohol durchaus gibt, weiß die Seniorchefin des Hofes Caroline Trapp: „Man darf Bier brauen, aber nicht die Gäste verkaufen. Man kann aber einen Verein gründen und das gebraute Bier gemeinsam trinken. Die Vereinsmitglieder sind dann Eigentümer der Brauerei und konsumieren das Bier für privaten Gebrauch."

Keine weiteren Ausnahmen von der Monopolregel
Die Absolutistenbewegung IOGT-NTO hat sich dem Kampf gegen Alkohol- und Drogenmissbrauch verschrieben und strebt eine alkoholfreie Gesellschaft an. Entstanden ist die Bewegung im 19. Jahrhundert, als es üblich war, Arbeitern ihren Lohn teilweise mit Schnaps zu bezahlen.

Peter Bergström, Chef von IOGT-NTO in Luleå ist strikt für das Monopol und gegen den Hofverkauf: „In Schweden haben wir das staatliche Alkoholmonopol. Wenn wir den Hofverkauf erlauben, schaffen wir eine Ausnahme davon. Und dann taucht die Frage über den Verbleib des Monopols auf, wenn man den Verkauf von Alkohol allen erlaubt. Man muss sich fragen, ob es das wert ist, für ein paar Touristen mehr."

Selbstgemachter Wein
Ausnahmen von der Regel zu schaffen, darin war man in Schweden schon immer gut. Nicht nur die kleinen privaten Vereins-Brauereien sind so eine Ausnahme. Alkohol - in welcher Form auch immer - darf nur im Alkoholladen verkauft werden oder in Kneipen und Gaststätten mit Ausschanklizenz. Man kann aber auch Traubenessenzen im normalen Lebensmittelgeschäft kaufen und seinen eigenen Wein zuhause machen. Völlig legal.

Das ganze System, meint Marie Anne Björn vom Verband der Schwedischen Landwirte LRF ist scheinheilig und überholt: „Das Monopol muss weg. Das ist nur eine Frage des Geldes für den Staat. Ich glaube nicht, dass es vorrangig um die Gesundheit geht. Das tat es wohl zu Zeiten der Alkoholrationierung, aber jetzt doch nicht mehr. Man hat immer mit der Volksgesundheit argumentiert, aber das ist nicht länger haltbar."

Hofverkauf nur eine Frage der Zeit?
Immerhin hat Schweden im vergangenen Jahr das Apothekenmonopol abgeschafft, es gibt nun auch private Apotheken. Und die Zukunft des Alkoholmonopols wird seit Jahren mehr oder weniger heftig diskutiert. Die von der Regierung bestellte Untersuchung soll nun erneut zumindest die Möglichkeiten des Hofverkaufs unter die Lupe nehmen.

Der Verband der Landwirte und die Betriebe auf dem Land jedenfalls hoffen stark darauf. Maria Hannu vom Hof Stormyrberget findet nicht, dass der Hofverkauf den Alkoholkonsum in die Höhe treibt: „Ich glaube nicht an die Gefahr des erhöhten Konsum. Wir wollen das Bier ja hauptsächlich zum Essen servieren. Und als Mitbringsel würde es eher in die hochpreisige Kategorie fallen, einen Massenkonsum sehe ich nicht."

Die Untersuchung zum Hofverkauf soll spätestens am 1. Oktober 2010 vorliegen. Vielleicht ja auch früher, denn am 19. September ist Wahl in Schweden.

Katja Güth

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