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Liberale:

Schule wichtiges Wahlkampfthema

Publicerat måndag 15 mars 2010 kl 13.26
Bildungsminister Jan Björklund auf dem Parteitag

Im Wahlkampf vor den Reichstagswahlen im September wollen Schwedens Liberale die Zukunft der Schule zu einer ihrer Hauptfragen machen. Dies hat Parteivorsitzender Jan Björklund auf dem Parteitag in Västerås am Wochenende unterstrichen. Unter anderem will Björklund die Verantwortung für die Schulen aus den Händen der Kommunen wieder in die des Staates legen – eine Forderung, die beim Lehrerverband auf groβe Zustimmung stöβt.

Eine Schule, in der Arbeitsruhe herrscht und die bestmögliche Voraussetzungen fürs Lernen bietet – mit dieser Vision hatten die Liberalen bereits bei den Wahlen im Jahr 2006 viele Stimmen gewonnen. Seither hat namentlich Jan Björklund als Bildungsminister eine Reihe von Veränderungen auf den Weg gebracht, die mit der Konzentration auf Disziplin und Leistung den angeschlagenen Ruf der schwedischen Schule verbessern sollen. So gibt es mittlerweile zentrale Leistungstests und schriftliche Beurteilungen bereits in den ersten Schuljahren, und geplant ist, Noten künftig nicht erst wie bisher im achten Schuljahr zu vergeben.

Mehr Respekt für den Lehrerberuf
Nun also tut die Partei den nächsten Schritt: Sie will die umstrittene Kommunalisierung der Schule rückgängig machen. 1991 war die Verantwortung für die Schule vom Staat auf die Gemeinden übergegangen. „Die Kommunalisierung hat eine Reihe von Nachteilen gebracht“, so nun Jan Björklund. „Zum Beispiel den, dass die Qualität des Unterrichts von Kommune zu Kommune stark variiert. Auβerdem hat die Reform dazu beigetragen, den Status des Lehrerberufs weiter zu senken. Dabei ist der Lehrerberuf der wichtigste in Schweden – wir müssen dafür sorgen, dass er nicht weniger, sondern mehr Anerkennung findet.“ Bislang kann von Achtung für den Lehrerberuf hier zu Lande kaum die Rede sein. Auch das hat nach Meinung der Kritiker viel damit zu tun, dass für die Städte und Gemeinden in Sachen Schule eben nicht Qualität, sondern Sparen an erster Stelle steht.

Lehrerverband applaudiert
So stellen schwedische Kommunen vorzugsweise Lehrer ein, die für den Beruf keine Ausbildung besitzen. Deren Gehalt ist dann noch magerer als das ohnehin geringe Gehalt für einen ausgebildeten Lehrer – für die Kommune ein Gewinn, aber kaum für Schüler und Lehrer. Der Lehrerverband hatte seit Jahren darauf gedrungen, die Kommunalisierungsreform wieder rückgängig zu machen. Mårten Lundgren, für den Lehrerverband in Västerås tätig, begrüβt den Vorstoβ der Liberalen. „Wir im Lehrerverband finden, der Staat muss wieder mehr Verantwortung übernehmen. ‚Verstaatlicht die Schule’, diese Losung haben wir seit Jahren. Der Staat soll die Mittel gleichmäβig an die Schüler verteilen; ob viel oder wenig, darf nicht davon abhängen, wo man wohnt.“

Freie Schulen – pro und contra
Ein weiteres schulpolitisches Thema, das auf dem Parteitag der Liberalen für erhitzte Gemüter sorgte, ist die Zukunft religiöser freistehender Schulen. Die Zahl so genannter frei stehender Schulen, die aus kommunalen Mitteln finanziert, aber in privater Trägerschaft betrieben werden, ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Zwar ist die Partei grundsätzlich ein starker Anhänger freier Schulen; weit verbreitete Skepsis besteht allerdings gegenüber den religiös ausgerichteten Schulen. Sie verstärkten die gesellschaftliche Isolation verschiedener Gruppen, meint man bei den Liberalen. Samad Tiemari, Abgeordneter aus Linköping, plädiert daher offen für ein Verbot: „Wenn ich bestimmen könnte, würde ich solche Schulen schlieβen wollen. Es soll die gleiche Bildung für alle geben; Religion hat nichts mit Bildung zu tun. Will man religiös sein, kann man sich dem ja zu Hause widmen.“

Rücksicht auf den Koalitionspartner
Nach einer aktuellen Meinungsumfrage der Schulbehörde sieht das Gros der Schweden dies genauso: 46 Prozent der Befragten wollen demnach freie religiöse Schulen verbieten, 40 Prozent wollen sie behalten. Für die liberale Parteiführung ist eine klare Stellungnahme freilich nicht so leicht: Schliesslich ist die Christdemokratische Partei, Koalitionspartner in der bürgerlichen Regierung, ein Anhänger religiöser Freischulen – und ein Koalitionsstreit in dieser Frage erscheint im Wahlkampf kein glücklicher Griff. Der von Schulminister Björklund nun vorgelegte Entwurf eines neuen Schulgesetzes trägt daher die Züge eines Kompromisses: In dem Gesetz ist von einer Abschaffung der religiösen Schulen nicht die Rede. Stattdessen wird betont, der dortige Unterricht müsse „objektiv und sachlich“ sein. Inwiefern dies zu realisieren sein wird, bleibt bisher noch offen.

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