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Verteidigung

Schweden kurz vor der Berufsarmee

Publicerat fredag 26 mars 2010 kl 12.45

Schwedens Verteidigung steht vor dem Systemwechsel. Ab Herbst sollen nur noch Freiwillige zum Wehrdienst einrücken. Schwedens Regierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die allgemeine Wehrpflicht aufheben will. Im Bedarfsfall soll sie jedoch rasch wieder eingeführt werden und betrifft dann Männer und Frauen gleichermaßen. Eine schlanke Truppe mit gut ausgebildeten Soldaten, die überall in der Welt einsetzbar sind, so wünscht es sich Verteidigungsminister Sten Tolgfors. Aber sind die Jugendlichen auch interessiert?

Auf der Messe Ung Företagsamhet in Boden präsentieren Schüler ihre Unternehmensideen. Von Fotokalendern und Internetplattformen bis zur selbstgebackenem Brot. An strategisch guter Stelle hat sich das Militär postiert, die Kompanie I 19 wirbt für den Beruf Soldat. Jens Sundström hat die Aufforderung zur Musterung bereits enthalten und ist noch unsicher, ob er sich freiwillig meldet. „Es kann ja von Vorteil sein bei der späteren Jobsuche, und es kann ja auch Spaß machen bei der Fahne.“

„Es macht total Spaß,“ versichert Soldat Gustav Holm, der in Wintertarnung und mit Maschinengewehr am Stand eine gute Soldatenfigur abgibt. „Man macht ja stets was Anderes, viel Abwechslung und man sammelt Erfahrung. Macht sich später gut im Lebenslauf, der Militärdienst.“ Auf der Messe sind nicht alle Jugendlichen gleichermaßen interessiert. Drei Mädchen aus Luleå schütteln nur abweisend den Kopf und drei Jungs aus Jokkmokk klingen auch eher uninteressiert: „Vielleicht, weiß nicht.“ „Nein, zu anstrengend. Ich bin etwas faul.“ „Ich werde nicht dienen, lieber arbeiten in der Zeit.“

Historisch konsequent

Die Stadt Boden ist seit ihrer Gründung mit dem Militär verbunden, strategisch günstig gelegen, sollte die Festung Boden mit ihren fünf Forts die Erztransporte sichern und die Russen fernhalten. Der Festungsbau begann mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht 1901. Das Verteidigungsmuseum in Boden zeigt die wechselvolle Geschichte des schwedischen Militärs und der Wehrpflicht, die eigentlich seit Jahren ausgehöhlt wird, wie Thorbjörn Wikström vom Verteidigungsmuseum erklärt: „Wir haben unsere Verteidigung ja lange als Invasionsverteidigung betrachtet. Da wir uns im Falle eines Krieges neutral verhalten würden, wollten wir für den Fall des Angriffs gerüstet sein. Aber mit dem Ende des Kalten Krieges änderte sich die Lage, es standen sich nicht länger die Sowjetunion und der Warschauer Pakt und die NATO gegenüber. Die Idee der Einsatzverteidigung wurde geboren, die davon ausging, dass man Schweden sicherer macht, indem man die Welt sicher macht und an anderen Plätzen unter UN-Mandat agiert.“

Gut ausgebildet und motiviert

Dazu kommt, dass die Ausbildung der Soldaten immer teurer wurde. Immer neue Geräte, Panzer, Flugzeuge mit neuester Technik forderten aufwendige Schulungen und Training. In den letzten Jahren wurden bei Weitem nicht alle Jugendlichen zur Armee eingezogen. Mehr Klasse statt Masse, das Prinzip soll auch künftig gelten. Und die Soldaten, die Schwedens Sicherheit an allen Plätzen der Welt verteidigen können, wie sollten sie beschaffen sein? In der Truppe kursieren schon Befürchtungen, die Berufsarmee würde zu viele Söldner anlocken. Die Zweifel kann der Kommandeur des Regiments I 19 in Boden, Olof Granander, zerstreuen: „Es gibt schon das Risiko, dass Bewerber allein durch die Abenteuerlust getrieben werden. Aber zum einen muss man auch eine gewisse Abenteuerlust haben und bereit sein, mit dem Leben zu bezahlen, es ist ein gefährlicher Job. Zum anderen haben wir ja selbst in der Hand, die richtigen Menschen mit den passenden Eigenschaften zu rekrutieren.“ 

Mehr Steuerzahler

Die Militärstadt Boden musste in der Vergangenheit einen Abbau von Einheiten verkraften, nun freut sich Kommunalrat Olle Lindström sich über die neuen Steuerzahler, die die Berufsarmee mit sich bringt. „Früher waren die Rekruten ja nicht verpflichtet, sich am Wehrdienstort anzumelden. Für die Vertragsangestellten gilt aber die Meldepflicht. Bereits jetzt im Herbst kommen 170 Soldaten nach Boden, bis 2012  zwischen 600 bis 700. Das bedeutet für uns mehr Einwohner, und auch mehr Steuern und Staatshilfen.“

Auf dem Messegelände erklärt Offizier Cecilia Joneby aus Uppsala die Haubitze 77 drei interessierten Mädchen. Sie kann den Wehrdienst empfehlen, vor allem jungen Frauen: „Es sollten sich mehr Frauen bewerben. Die meisten denken, man müsse besonders stark und hart sein. Das hängt aber vom Einsatz ab. Es gibt zwar schon viele Frauen in der Truppe, es werden aber mehr Frauen gebraucht.“

Katja Güth

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