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Ship to Gaza

Generelles Handelsboykott gefordert

Publicerat torsdag 3 juni 2010 kl 15.54
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Israelische Apfelsinen wollen viele vorerst vorerst aus schwedischen Regalen verbannen
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Schließt totalen Einfuhrstopp aus: Mona Sahlin

Nach dem Angriff des israelischen Militärs auf den Hilfskonvoi „Ship to Gaza“ mehren sich in Schweden die Stimmen, die zum Boykott israelischer Waren aufrufen. In vorderster Front steht die Chefredakteurin des Politikressorts der Zeitung Aftonbladet, Helle Klein. Aber auch die Verbrauchergenossenschaft diskutiert, ob israelische Produkte vorerst aus den Regalen der Coop-Läden verschwinden sollten.

Der israelische Angriff auf die Hilfsflottille, bei dem neun Menschen starben, weckt auch in Schweden starke Gefühle. Demonstrationen mit aggressivem Unterton gab es zwar nur an Tag Eins des Dramas, doch die Proteste gegen Israel gehen weiter. 

„Ich bin im Moment ziemlich gegen Israel“, sagt ein junger Mann im Schwedischen Rundfunk. „Wenn im Laden eine Apfelsine aus Israel liegt, würde ich sie nicht nehmen.“ Anders sieht es die ältere Dame: „Ich habe das Gefühl, man sollte mehr Verständnis aufbringen und Israel nicht so verdammen. Ich boykottiere jedenfalls keine Waren von dort.“ 

Handelsboykott soll Israel zum Umdenken zwingen 

Bei der Verbrauchergenossenschaft in Westschweden setzt man sich für einen Handelsboykott ein. „Das Geschehene hat für einigen Aufstand in Schweden gesorgt“, so die Vorsitzende Carina Malmer, „und viele wollen eine Antwort auf die Frage, wie wir zu einem Boykott israelischer Produkte stehen.“ Sollte eine Mehrheit der 47 Genossenschaften landesweit der Forderung zustimmen, müssten sämtliche Coop-Einkaufsläden dem Boykott folgen und israelische Waren aus dem Sortiment nehmen. 

Helle Klein, Chefredakteurin des Politikressorts der Zeitung Aftonbladet, erhofft sich von einem Handelsboykott und ähnlichen Sanktionen, dass Israel seine Politik ändert. Im Schwedischen Rundfunk machte Klein deutlich, dass bisherige Druckmittel in Form von UN-Resolutionen und Stellungnahmen der EU nichts gebracht hätten. Israel verfolge weiter seine Okkupationspolitik und verstoße konsequent gegen internationales Recht. „Je stärker ein Handelsboykott und je weitere Kreise er zieht, desto schwieriger wird es für Israel“, so Klein. „Die Methode des Boykotts war von entscheidender Bedeutung im Kampf gegen das Apartheidregime in Südafrika. Mit dem Handelsboykott damals wurde das Ende dieses Regimes endgültig besiegelt.“ 

Sozialdemokraten-Chefin gegen generellen Boykott 

Die Vorsitzende der Sozialdemokraten, Mona Sahlin, erteilte der Forderung nach einem generellen Handelsboykott ein klares Nein. Gegenüber der Nachrichtenagentur TT betonte Sahlin auch, dass sie ein Abbrechen der Beziehung zu ihrer israelischen Schwesterpartei ausschließe. Ein solcher Schritt wäre äußerst ungünstig für die weitere Entwicklung. Es gäbe durchaus Kräfte in Israel, die Frieden und Versöhnung wollten, daher wäre es katastrophal, diese Verbindungen zu lösen. 

Gleichzeitig machte Sahlin deutlich, dass sie sich voll und ganz hinter die Linie der schwedischen Regierung stelle. Außenminister Bildt habe keinen Zweifel daran gelassen, wer die Verantwortung für die jetzige Situation trägt.

Liv Heidbüchel

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