Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Gesundheitssystem

Bettenmangel in Krankenhäusern Risiko für Patienten

Publicerat fredag 4 juni 2010 kl 10.21
1 av 2
Funktionierendes Gesundheitssystem - solange es nichts Ernstes ist
2 av 2
Von der Notaufnahme geht es nicht selten in die falsche Abteilung (Foto: Erik Thyselius/SR)

Der Bettenmangel in Schwedens Krankenhäusern nimmt immer dramatischere Formen an. Trotz wiederholter alarmierender Berichte bekommen die zuständigen Provinziallandtage das Problem nicht in den Griff. Ein neuer Bericht des Zentralamtes für Gesundheit und Sozialwesen zeigt, dass sich die Abwärtstendenz fortsetzt. Demnach ist die Lage besonders für die medizinische Versorgung von akuten Krankheitsfällen desaströs.

(Radio Schweden, 28.5.2010)


Selbst bei renommierten und großen Krankenhäusern wie den südschwedischen Unikliniken in Malmö und Lund können akut Erkrankte nicht mehr mit sofortiger Behandlung rechnen. Dass Patienten an ein anderes Krankenhaus verwiesen werden, sei leider keine Seltenheit, bedauert Klas Sjöberg, Oberarzt im Akutzentrum in Malmö, im Schwedischen Rundfunk. „Es ist überaus beunruhigend zu sehen, dass wir in der Notaufnahme täglich Patienten weiterschicken müssen, manchmal sogar Alte und Schwerkranke – und so sollte es nicht sein. Die Qualität der medizinischen Versorgung leidet, es entstehen Probleme für die Angehörigen und alles wird enorm verlangsamt.“ 

Diese Lagebeschreibung dürfte so manchem Kranken und auch potenziell Kranken Angst machen. Doch der Trend ist ungebrochen: Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der Betten in Schwedens Krankenhäusern um 7.000 zurückgegangen. Gleichzeitig werden Patienten immer früher entlassen. Dabei wird die Bevölkerung immer älter und entsprechend pflegebedürftiger. 

Horror aller Krankenhäuser: Sommer 

Die jüngste Umfrage des Zentralamtes für Gesundheits- und Sozialwesen nun bestätigt, dass der Bettenmangel eine ernsthafte Bedrohung für die Patientensicherheit und die Qualität der medizinischen Versorgung darstellt. Verglichen mit anderen OECD-Ländern hat Schweden schon viele Jahre den traurigen Spitzenplatz als Land mit den wenigsten Krankenbetten per 1.000 Einwohner inne. 

In den Sommermonaten steigt der Druck noch einmal: Viele Krankenhäuser und Polikliniken arbeiten nur mit halber Personalstärke, weil Ärzte und Krankenschwestern so wie andere Angestellte in Schweden ihr Recht auf vier Wochen zusammenhängenden Urlaub vorzugsweise im Sommer wahrnehmen. Die Folge: Patienten bleiben länger in der Notaufnahme als nötig und werden dann nicht selten in Abteilungen abgeschoben, wo das Personal unter Umständen keine Erfahrung mit der Erkrankung des Betroffenen hat. 

Widerwillige Einsicht: Qualität hat ihren Preis 

Die klammen Provinziallandtage stehen nun vor der schwierigen Aufgabe, Gelder aufzutreiben oder so umzuverteilen, dass das Gesundheitssystem auch künftig noch seinen Namen verdient. Dem Schwedischen Rundfunk zufolge tun sich die Entscheidungsträger allerdings nach wie vor schwer mit der Einsicht, dass mehr Betten auch mehr Personal benötigen, kurz, dass Qualität kostet. Die Umfrage unter den Provinziallandtagen zeigt immerhin, dass eine Mehrheit für den Ausbau etwa der Geriatrie und Chirurgie in den kommenden Jahren ist. 

Oberarzt Sjöberg warnt jedoch vor jeder weiteren Verzögerung und vergleicht das schwedische Gesundheitssystem mit dem Prinzip des gekochten Frosches. 

„Es heißt, wenn man einen Frosch in heißes Wasser legt, so springt er heraus. Legt man den Frosch jedoch in kaltes Wasser und wärmt es langsam auf, reagiert der Frosch nicht – bis es zu spät ist. Im Gesundheitssystem haben wir uns über Jahrzehnte Stück für Stück an immer engere Rahmen und weniger Spielraum gewöhnt. Das ist problematisch, denn am Ende hat man das Gespür für den Ernst der Lage verloren.“

Liv Heidbüchel

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".