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Jubiläum

Fünf Jahre Nationalfeiertag

Publicerat måndag 7 juni 2010 kl 12.48

Am Sonntag wurde der schwedische Nationalfeiertag zum fünften Mal begangen. 2005 war der 6. Juni vom „Tag der schwedischen Flagge" in einen offiziellen Nationalfeiertag umgewandelt worden - im Austausch gegen den Pfingsmontag, der zum normalen Arbeitstag wurde. Am 6. Juni 1523 wurde Gustav Vasa zum schwedischen König gewählt. Doch noch immer hadern die Schweden mit dem Feiertag.

Der Fanfarenzug der Musikschule steht bereit, die Fahnenträger sind versammelt, den Weg säumen ein paar wenige Zuschauer. Es ist Nationalfeiertag in der Militärstadt Boden und am Truppenstandort beginnt gleich die Feierstunde.

Die fünfjährige Titty Jakobsson wartet mit ihrer Mutter Johanna und Großmutter Viviane Isaksson auf den Vorbeimarsch des Feierzuges. Titty hat zum Feiertag eine Schwedenfahne aus Papier bekommen, mit der sie auch schon kräftig gewunken hat: „Die habe ich gekriegt da in der Stadt, wo wir waren, um Musik zu hören... Das macht Spaß, damit zu winken.“

Ihrer Mutter Johanna macht es Spaß zu feiern: „Ich finde es richtig, dass wir den Feiertag gekriegt haben. Wir sollten uns als Nation sammeln, diesen Zusammenhalt finden und sich stolz fühlen und darüber freuen.“

Kinderfasching hatte sich die Stadt Boden als Teil des Festprogramms überlegt, mit Schminken, Ballon- und Fahnenausteilen. Später am Nachmittag der kurze Marsch mit Fanfaren und Fahnen zum Ehrenplatz, der ist diesmal am sogenannten Hafermagazin, einem Vorratsgebäude aus der Zeit der berittenen Armee.

Das Hafermagazin wurde zum Kunstmuseum umgebaut, und das wird bald eingeweiht. Nachbar mit dem neuen Museum ist auch Familie Olofsson. Deshalb sind sie gekommen, sonst hätten sie den Feiertag, wie viele andere Schweden auch, ignoriert. „Wir sind das nicht gewöhnt, das Nationaltagsfeiern, war ja auch lange kein Feiertag,“ sagt Kerstin Olofsson.

Rituale finden
Wie soll man den Nationalfeiertag feiern? In Luleå wurde die umgebaute Einkaufsstraße am Nationalfeiertag eingeweiht. Der Nationaltag nur als Anlass für Einweihungen von Einkaufsstraßen oder Kunstmuseen? Oder soll man ihn feiern mit Aufmärschen und Fahnenschwenken, wie es die Norweger an ihrem 17. Mai tun? „Nein, soweit sind wir noch nicht,“ meint Birgit Engström. „Man müsste sich das eigentlich mal angucken und von den Norwegern lernen.“

Vor dem Hafermagazin in Boden jedenfalls ist der Fanfarenzug angekommen und der Bürgermeister Olle Lindström von der konservativen Partei , Moderaterna, würdigt den Feiertag: „Wir können uns darüber freuen, dass der Nationalfeiertag an Bedeutung gewonnen hat, und immer mehr unsere Nation und unsere blau-gelbe Flagge ehren. In einer Zeit, die immer mehr Veränderungen fordert, müssen wir uns auf unsere schwedische Kultur und Geschichte besinnen.“

Die Tradition des Nationalfeiertages muss sich erst finden. Fünf Jahre sind eine kurze Zeit. Doch es gibt eigentlich einen naturgegebenen Nationaltag, meint Journalist und Autor Pär Granlund, Mittsommer: „Der sechste Juni ist ein künstlicher Nationalfeiertag, sehr viel besser geeignet wäre Mittsommer. Ein Nationalfeiertag sollte doch das Besondere einer Nation betonen und für Schweden ist das Jedermann-Recht besonders, und das feiern wir an Mittsommer. Alle Städte sind wie leer gefegt und die Schweden sind draußen in der Natur, um zu feiern.“

Hymne an Nordeuropa
Vom innigen Verhältnis zur Natur kündet schließlich auch die schwedische Nationalhymne „Du gamla, du fria“, die Ode an das altehrwürdige, freie, freundschaftliche Land im Norden mit den hohen Bergen und weiten Wiesen. Also hat man eigentlich bereits einen Feiertag? Mittsommer. Zuschauer Olle Metz stimmt zu: „Das dauert bestimmt 50 Jahre, bis der Nationalfeiertag denselben Status hat wie Mittsommer.“

Und es braucht Zeit, einen gesunden Nationalstolz zu entwickeln. Und den sollte es auch geben, meint die Künstlerin Eva Persson: „Die Schweden-Demokraten haben versucht, den Nationalfeiertag für sich zu vereinnahmen und die schwedischen Politiker haben nicht angemessen reagiert, plötzlich war es hässlich, sich als Schwede zu fühlen. In manchen schwedischen Schulen ist es verboten, en T-Shirt mit Schweden-Flagge zu tragen. Da ist eine dumme Schieflage entstanden.“

Am Festplatz in Boden sind alle aufgestanden und singen die Nationalhymne. Und plötzlich ist, aber ja, Stolz zu spüren. Die letzten Zeilen der Hymne: „Im Norden will ich leben und sterben“, erschallt und klingt schon fast pathetisch.

Katja Güth

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