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Schulabschlussfeiern:

Eine Tradition zwischen Spaß und Ernst

Publicerat torsdag 17 juni 2010 kl 11.45

Bunt geschmückte Wagen haben in dieser Woche überall das Bild in den schwedischen Städten geprägt: Nach dem Abschluss der Gymnasialschule haben Tausende Schüler allerorten das Ende der Schulzeit gefeiert. Das ging nicht immer reibungslos ab: So wurden in Umeå drei Feiernde beim Einsturz eines Treppengeländers verletzt. Radio Schweden begleitete Schulabsolventen in Luleå.

Madeleine Nyberg stellt sich geduldig den Fotoapparaten der Verwandtschaft. Klick hier, lächeln da. Um den Hals hat sie eine Flasche Sekt und Blumen, Kuscheltiere und ein Kuschelherzchen mit dem Spruch: Jag har tagit studenten (Ich habe Abi.) Alles hängt stilgemäß an blau-gelben Schwedenbändchen.

In der Hand hält sie das Examensschild, mit einem Bild der kleinen Madeleine. „Das kriegt man von den Verwandten, wenn man aus der Schule kommt. Und dann hat man die Studentenmütze auf. Es ist gut und herrlich, mit der Schule fertig zu sein.“

Die ganze Woche über wurde der Schulabschluss bereits gefeiert, davon künden auch die leeren Sekt- und Weinflaschen im Park um das Gymnasium.

Teures Vergnügen
Die meisten Gymnasien laden ihre Absolventen zum Ball ein. Die Studentenbälle sind inzwischen zu einem gesellschaftlichen Ereignis geworden, bei dem das bewährte Motto gilt: Dabei sein ist alles. Die besten Kleider oder flippigsten Autos schaffen es als großformatige Fotos in die Zeitung.

Dieser Trend ist in den vergangenen Jahren immer exklusiver geworden, meint Madeleines Tante Marielle Forsberg, die vor neun Jahren ihren Schulabschluss gemacht hat: „Ja, das ist leider ziemlich teuer alles in allem, und nicht alle können sich das leisten. Zum Ball gehört das Kleid, neue Schuhe, Frisur und Make-Up muss man machen, dann dasselbe vielleicht für den Partner. Manche verzichten auf den Ball und geben ihr Geld lieber für eine Reise aus.“

Marielle hat übrigens damals ihr Kleid selbst genäht, sozusagen als Gesellenstück zum Abschluss ihrer Designausbildung.  Ein paar Meter weiter füllt sich bereits der erste Wagen mit pfeifenden, singenden und winkenden Absolventen, beobachtet von den Film- und Videokameras der Eltern und Verwandten. „Ich bin fast ein wenig benommen“, gesteht Svante Öberg und zeigt auf seine jüngste Tochter Maja da oben auf dem Wagen. Mutter Susanne Öberg meint: „Das jüngste von drei Mädchen, das wir nun ins Leben entlassen. Ich habe gemischte Gefühle, etwas wehmütig, aber auch phantastisch. Ich wünsche ihr wirklich, dass alles gut geht.. Aber sicher vergieße ich auch die ein oder andere Träne.“

Der Traktor mit dem Absolventenwagen im Schlepp setzt sich in Bewegung, Traktorfahrer ist der Geschichtslehrer der Abiturienten. Kjell Nilsson ist sich seiner Verantwortung bewusst: „Man muss vorsichtig fahren, dass sie sich nicht verletzen. Das ist meine dritte Tour, eine ehrenvolle Aufgabe, seine Schüler zu fahren.“

Die Examensfeiern sind zum einem beliebten Ritual für alle geworden, der Schritt ins Erwachsenenleben, meint Journalistik-Lehrer Jan-Ivar Johansson: „Ich habe die Schule 1956 abgeschlossen, da waren es nur 40 Prozent, die auf dem Gymnasium waren. Heute sind es 99,5 Prozent, die aufs Gymnasium gehen. Es gelingt zwar nicht allen, einen guten Abschluss zu machen, aber immerhin.“

Fahrt ins Ungewisse?
Immer mehr Jugendliche landen nach dem Gymnasium direkt in der Arbeitslosigkeit, vor allem jene ohne Abschluss. Die Jugendarbeitslosigkeit ist ein zentrales Thema im Wahlkampf. Absolventin Madeleine Nyberg ist dennoch nicht beunruhigt: „Erstmal ruhig angehen lassen und dann mal gucken, ob man zum Herbst Arbeit kriegt.“

Maja Öberg will keine Zeit verlieren: „Ich werde im Sommer auf jeden Fall erst mal arbeiten.“

Mikael Alanko weiß schon, was er nach dem Sommer macht: „Ich arbeite in einem Geschäft, drei Angebote habe ich.“

Alle sind sie sich einig, was jetzt passiert: „Die Nacht durchfeiern.“ „Auf dem Wagen fahren und dann Saufen.“ „Saufen.“

Auch diese Tradition scheint zwangsläufig zum Erwachsenwerden dazu zu gehören.

Katja Güth

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