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Monarchie

Wer bezahlt die Königsfamilie?

Publicerat fredag 18 juni 2010 kl 10.00
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Auch das Kronprinzessinnenpaar kann Erziehungsurlaub nehmen, wenn der Nachwuchs kommt.
Kronprinzessin Victoria und Prinz Carl Philip bei den Nobelfeierlichkeiten. Kleid und Frack bezahlen der Staat.
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Kronprinzessin Victoria und Prinz Carl Philip bei den Nobelfeierlichkeiten. Kleid und Frack bezahlen der Staat.

Schwedens Königshaus genießt einen ausgezeichneten Ruf als Sprachrohr und Repräsentant des Landes und des Schwedischen in aller Welt. Besser könnte eine professionelle PR-Agentur Schwedens Image kaum darstellen. Doch was sich viele Schweden fragen: Lohnt sich das Königshaus auch finanziell – was kostet der Spaß? Eine Frage, auf die man nur teilweise Antwort bekommen kann, denn die Finanzen der Monarchen sind geheim.

Gut eine Milliarde Kronen, umgerechnet etwa 100 Millionen Euro, haben Schwedens Steuerzahler im vergangenen Jahrzehnt an das Königshaus gezahlt, erklärt Jesper Lindau, Journalist bei der Nachrichtenredaktion des Schwedischen Rundfunks, der die königlichen Finanzen durchleuchtet hat. „In diesem Jahr erhalten die Königlichen Hofstaaten rund 12,5 Millionen Euro vom Reichstag, seit der Jahrtausendwende sind es insgesamt rund 100 Millionen gewesen, die sie für ihre Arbeit erhalten“. Wie sich die Beträge verteilen, ist nur zum Teil bekannt, denn weil der Hof laut Grundgesetz von 1809 nur begrenzt Rechenschaft ablegen muss, lehnt man auch jeglichen Kommentar gegenüber den Medien ab.

Schlösser und Kronjuwelen gehören dem Staat
Offiziell ist jedoch, dass gut die Hälfte des Geldes dem so genannten Schlossstaat zugehen, der die königlichen Schlösser, Parks und Inventar verwaltet. „Die Schlösser sind nicht im Besitz des Königs, aber er hat das Dispositionsrecht seit 1809. Der Schlossstaat verwaltet neben Gebäuden auch 250 000 Inventarstücke, Möbel, Vasen, Geschirr, vergoldete Spiegel, sowie die Kronjuwelen, die also auch vorrangig in Staatsbesitz sind. Nur einige Schmuckstücke gehören dem Königshaus privat und einige sind im Besitz von Stiftungen.“

Die andere Hälfte des Geldes, rund sechs Millionen Euro, sind die Apanage. Und ihre Verwendung unterliegt nicht der Rechenschaftspflicht. Die Apanage ist keineswegs als Einkommen für die Familie Bernadotte gedacht, sondern eher als Budget der Behörde Königshaus. Von dem Geld werden die Flugtickets für Staatsbesuche bezahlt, Bankette, wenn andere Staatschefs zu Besuch kommen, Büromaterial und Mitarbeiter, um all die vielen Briefe zu beantworten, die ans Königshaus geschickt werden, die feinen Ballkleider für die Nobelfeste und ähnliches.

Eigene Budgets für König, Königin und Kronprinzessin
Offiziell bekannt ist, dass drei Familienmitglieder eigene Budgets haben: Der König natürlich, Königin Silvia und seit einigen Jahren auch die Kronprinzessin. Prinzessin Madeleine und Prinz Carl Philip werden über das Budget der Mutter abgerechnet. Stellt sich die Frage: Wovon leben die Mitglieder des Königshauses? „Die Königsfamilie lebt zum Einen von ihrem Privatvermögen. Man bekommt Renditen für Aktienbesitz und Fondanteile, und Angaben darüber lassen sich in den Akten der Steuerbehörde einsehen. Aber darüber hinaus wissen wir es nicht. Wir wissen einfach nicht, welches ,Gehalt’ sie aus der Apanage für ihre Arbeit erhalten. Das ist Sache des so genannten Hofstaates und ist geheim.“

Einkommenssteuer bezahlen Carl Gustaf, Silvia und Victoria Bernadotte jedenfalls nicht, denn die Apanage wird nicht als Einkommen gerechnet – und offiziell auch nicht für private Zwecke verwendet, so Jesper Lindau. „Die königlichen Hofstaaten beteuern, dass die beiden Pfeiler der königlichen Finanzierung auseinander gehalten werden, aber – wir können es nicht überprüfen. Normalerweise unterliegen staatliche Behörden einer Kontrolle. Die Bürger können Informationen verlangen, der staatliche Rechnungshof kann die Bücher prüfen, das geht bei allen anderen Behörden – aber die sechs Millionen Euro für die Hofstaaten lassen sich nicht nach verfolgen.“

Sui Generis
Der Königshof ist eben keine Organisation wie jede andere, er ist eine „Sui Generis“, ein einzigartiges Gebilde. Ein Begriff, der im Übrigen in der Juristerei auch für die Institutionen der Europäischen Union – und Teile der dort vergebenen Geldmittel – verwendet wird.

Die einzelnen Mitglieder der Königsfamilie sind dennoch im Sinne des Gesetzes Bürger wie Eriksson und Svensson, mit Stimmrecht, Steuerpflicht und Pass. Und, sagt Jesper Lindeau: „Sollten alle Stricke reißen, alle Aktien ihren Wert verloren haben, alle privaten Immobilien verkauft sein, dann haben auch sie ein Anrecht auf Sozialhilfe. Das hat jeder schwedische Bürger – aber da müssten natürlich zunächst einmal alle anderen Versorgungsmöglichkeiten abgeklärt und ausgeschlossen sein.“

Luise Steinberger

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