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Der Countdown läuft

Stockholm zwischen gespannter Vorfreude und Gleichgültigkeit

Publicerat fredag 18 juni 2010 kl 15.46
Vor der Storkyrkan wird man am Samstag keinen Fuß vor den anderen setzen können

Der Countdown läuft. Am Samstag um 15.30 Uhr geben sich Kronprinzessin Victoria und Daniel Westling das Jawort. Die Hochzeit gilt in Schweden als das Ereignis des Jahres, wenn nicht gar des Jahrzehnts. Etliche Baustellen haben den Arbeitnehmern den letzten Nerv geraubt, unter der Flut von Souvenirs und Rund-um-die-Uhr-Informationen ist so manchem schon die gute Stimmung vergangen und nun sind auch weite Teile der Innenstadt für den Straßenverkehr abgesperrt: Die Stadt ist im Ausnahmezustand. Tatsächlich aber gibt es auch viele Hauptstädter, die sich auf die Hochzeit freuen.

„Wir haben ein paar Freunde zum Mittag eingeladen und werden uns zusammen die Hochzeit im Fernsehen ansehen und mit Sekt auf das Brautpaar anstoßen. Weil wir alle Kinder haben, gucken wir uns wohl nur den Hochzeitsakt an sich an. Dann gehen wir in die Stadt und erhaschen hoffentlich noch einen Blick auf die Kortege", erzählt Pernilla Engman auf dem Weg zum Einkaufen. Die 35-Jährige muss noch mit ihren beiden kleinen Söhnen im Schlepptau die letzten Besorgungen machen, ein bisschen festlich soll es auch bei ihr Zuhause zugehen.

„Ich finde das super. Wer weiß, wie lange wir überhaupt noch eine Monarchie haben. Lange, hoffe ich natürlich, denn die Königsfamilie repräsentiert Schweden doch wunderbar. Jedenfalls ist es toll, jetzt dabei zu sein, so eine echte Prinzessinnenhochzeit findet nicht alle Tage statt."

Kärlek statt Love

Auch über das 14-tägige Festival unter dem Motto „Love Stockholm 2010" findet Pernilla nur lobende Worte. „Wir waren mit den Kindern bei ein paar Aktionen und ohne Kinder wäre ich wohl auch noch zu mehr Konzerten gegangen. Ich fand es klasse mit so vielen Angeboten. Eine Sache vielleicht: Warum mussten die das nun „Love" nennen? Hätte man da nicht ein schwedisches Wort nehmen können? „Kärlek" hätte es heißen sollen."

Auch beim Veranstalter des Festivals, der Stadt Stockholm, zeigt man sich zufrieden über den regen Zulauf, den die immerhin 1.500 Veranstaltungen aller Art bisher gehabt haben.

„14 Tage mit Programmpunkten zu füllen, ist natürlich eine Herausforderung", so Pressechef Per Björklund. „Jeden Abend gibt es Konzerte, und auf Skeppsholmen kann man jeden Abend Mittsommer feiern. Unser Eindruck ist, dass es gut gelaufen ist. Bei den Konzerten waren jeweils rund 7.000 Besucher und es sind so viele Leute auf dem Festivalplatz im Kungsträdgården unterwegs. Das Festival ist geglückt, das zeigen auch die vielen strahlenden Gesichter."

Feiern schadet nicht

Nur ein Event dieser Tage ist noch größer, die Fußball-WM. Statt Liebe auf allen Kanälen gibt es im Kungsträdgården auch Public Viewing für die Fußballinteressierten. Inger Victoria genießt noch ein letztes Eis, das nächste Mal setzt sie ihre Füße definitiv erst nach der Hochzeit wieder in die Innenstadt. Den Samstag wird die weißhaarige Dame sich nicht vom Fernseher wegbewegen, soviel steht fest.

„Ich finde, wir müssen feiern, so viel wir nur können, um ein bisschen Freude in die Stadt zu bringen. Absolut! Diese kurze Sommerzeit müssen wir alle miteinander verbringen, egal, welche Nationalität wir haben oder wo in Schweden wir wohnen. Es ist doch schön, wenn sich alle verstehen. Und endlich wird Stockholm auch so eine offene Stadt. In meiner Kindheit in den 1950er und 60er Jahren war das noch ganz anders. Alles machte um 18 Uhr zu und das war's. Endlich werden wir eine Weltstadt und das finde ich großartig."

Gegen das Feiern hat auch Peter Engström nichts, nur dass es gerade eine Prinzessinnen-Hochzeit sein muss, stört den Familienvater.

„Ist man mit Punk und Ebba Grön und der Anti-Monarchie-Bewegung groß geworden, bleibt man dabei, auch wenn man älter ist. Von der Hochzeit und der Hysterie drum herum hat vor allem die Monarchie etwas, und das macht die Sache nicht besser. Aber die Monarchie wird nun nicht in einer Woche abgeschafft, nur weil ich dagegen bin. Nun findet die Hochzeit statt, das muss man akzeptieren."

Herkömmliche Wurst adé, jetzt kommt das Hochzeitswürstchen

Ohne Abstriche dürften sich die Ladenbesitzer und Unternehmer über das Fest der Feste freuen. Allein der Souvenirverkauf wird voraussichtlich 250 Millionen Euro Gewinn machen. In der Würstchenbude unterhalb des Schlosses in der Altstadt arbeitet der gebürtige Iraker Rabee Niami. Schon seit zwei Monaten macht er deutlich mehr Umsatz als in den Sommermonaten üblich. Am Hochzeitstag bringt seine Kette eine neue Fast-Food-Spezialität auf den Grill: das Hochzeitswürstchen.

„Das wird eine leicht würzige Wurst sein. Wir wünschen uns, dass die Beziehung zwischen Victoria und Daniel mit Liebe gewürzt sein wird, und deshalb ist an der Hochzeitswurst also ein bisschen mehr dran als normal. Das wird hoffentlich unser großer Erfolgsschlager."

Und um es mit der Eis essenden Inger im Kungsträdgården zu sagen:

„Es ist wundervoll, dass Victoria den Richtigen gefunden hat und ich wünsche ihr alles Gute. Ich hoffe, dass der König und die Königin Daniel Westling als den geliebten Gatten ihrer Tochter und Vater ihrer Enkelkinder akzeptieren."

Liv Heidbüchel 

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