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Gerichtswesen

Richterberuf lockt wenige

Publicerat tisdag 28 september 2010 kl 10.04
Camilla Brännström, Verwaltungschefin beim Landgericht Göta hovrätt in Jönköping, steht mit vier vakanten Richterstühlen vor einem erheblichen Problem.

Vielerorts in Schweden herrscht ein akuter Mangel an Richtern. Und das Anstellen neuer Juristen an den Gerichten ist zum Problem geworden, da sich auf Ausschreibungen oft nur wenige melden beziehungsweise Stellen bisweilen gänzlich ohne Bewerber bleiben.

„Oft haben wir nur wenige Bewerber, und die sich bewerben, haben zumeist dünne Zeugnisse. Und wenn wir dann schließlich jemanden anstellen, dauert es lange, bis der neue Mitarbeiter eingearbeitet und voll einsatzfähig ist“, beklagt Camilla Brännström, die als Verwaltungschefin beim Landgericht Göta Hovrätt in Jönköping tätig ist. „Die Lage ist ernst. Im Moment haben wir vier Vakanzen, darunter ein paar Führungspositionen. Wir wissen nicht, wann wir diese besetzen können, und müssen zurzeit pensionierte Richter bemühen.“

Pensionierte Richter tun Dienst

So muss Göta Hovrätt in Jönköping pensionierte Mitarbeiter zu Hilfe holen und Überstunden anordnen, um der Fülle der Prozesse Herr zu werden -  keine Maßnahmen, die auf Dauer das Richteramt attraktiver machen.

Grund für den Richtermangel ist zum einen die Tatsache, dass viele alteingesessene Richter derzeit in Pension gehen. Zum anderen hat eine Kampagne zur Verstärkung der Polizei in den vergangenen vier Jahren zu mehr Fällen auf den Tischen der Richter geführt. Zwar wurde die Zahl der Richterstellen entsprechend auch erhöht – von 936 auf 1062 in den vergangenen zehn Jahren – aber wenn keine Juristen zu finden sind, ist guter Rat teuer.

Andere Berufe attraktiver

„Der Grund sind die großen Pensionsabgänge, aber auch, dass junge Juristen heute wesentlich mehr interessante Wahlmöglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt haben als noch vor zehn bis 15 Jahren“, sagt Camilla Brännström. Die staatliche Behörde für das Gerichtswesen, die für die Verwaltung der gesamten Gerichtsbarkeit zuständig ist, hat aufgrund der prekären Lage eine Studie in Auftrag gegeben, wie man mehr Juristen für den Richterberuf interessieren kann. „Wir müssen besseres Marketing für Schwedens Gerichte machen, zeigen, was wir beruflich zu bieten haben und wie wir im Vergleich mit anderen Arbeitgebern dastehen“, sagt Personalchefin Karin Nacke. Leicht wird dies nicht sein, denn das Richteramt wird ein immer gefährlicherer Beruf. Erst in der vorigen Woche zog sich eine Richterin – auf Anraten der Sicherheitsabteilung der Polizei – aus einem viel beachteten Prozess wegen einer Gruppenvergewaltigung zurück, nachdem sie massiv bedroht worden war.  

Die Situation an den Gerichten

  • Die Zahl der Richterstellen stieg zwischen 2000 und 2009 von 936 auf 1062.
  • Die Zahl der Prozesse stieg im selben Zeitraum um 94 000 oder 34 Prozent.
  • Im Mai 2011 nimmt ein neuer Umweltgerichtshof die Arbeit auf, hierfür werden ebenfalls Juristen als Richter gebraucht.
  • 2011 bis 2015 erreichen 245 Richter das 65. Lebensjahr. Nach schwedischem Arbeitsrecht können sie dann in Pension gehen.
  • Göta Hovrätt beschäftigte 2009 an 303 Gerichtstagen pensionierte Richter
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