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Macho-Image

Die Jäger - Teil 2 Krimi-Dreharbeiten in Norrbotten

Publicerat fredag 1 oktober 2010 kl 10.51
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Wartete lange auf eine Fortsetzung des Jäger-Films: Regisseur Kjell Sundvall
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Eine übel zugerichtete Leiche wird im Sumpf gefunden
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Die beiden Polizisten Erik (Rolf Lassgård, li.) und Torsten (Peter Stormare, re.) mit Gerichtsmedizinerin Johanna (Lo Kauppi)

Düster, roh und kriminell – dieses Image hatte die nördlichste Provinz Norrbotten nach der Ausstrahlung des Filmes Jägarna (Die Jäger) mit Rolf Lassgård in der Hauptrolle. Die Jäger im Film betrieben eine umfassende Wilderei und schreckten nicht vor Misshandlung und Mord zurück. 770.000 Besucher haben den Film „Die Jäger“ 1996 in den schwedischen Kinos gesehen. Gerade wird die Fortsetzung des umstrittenen Filmes in der nordschwedischen Kleinstadt Överkalix und den umgebenden Wäldern und Sümpfen gedreht. „Die Jäger 2“ soll später auch in deutschen Kinos gezeigt werden.

Der Aufnahmeleiter mahnt Ruhe an für die Probe der Szene: Eine Mädchenleiche wird im Sumpf gefunden. Selbst Leichen können besser aussehen. Diese hier wirkt wirklich übel zugerichtet. Das Filmteam probt gerade den Auftritt der Gerichtsmedizinerin, gespielt von Lo Kauppi. Sie feilt noch etwas am Text. Soll sie sagen: Der ganze Bauch ist weg, weggenommen, rausgeschnitten? Das klingt barbarisch und soll es auch, betont Regisseur Kjell Sundvall:

„Das wird ein sehr scheußlicher Film. Ist doch logisch, dass wir kein Nähkränzchen in Pajala oder die Sitzung des Lions Clubs in Överkalix zeigen. Wir halten es mit Shakespeare, Dramatik beruht auf schrecklichen Dingen. Es wird blutig und schön, das ist ein Teil Norrlands, den es gibt. Ich will zeigen, was passiert, wenn in einem kleinen Dorf, wo jeder jeden kennt, ein Mord passiert.“

Erst vor drei Jahren hat der ganz reale Mord an Caroline Stenvall aus Piteå die Menschen erschüttert. Ihre Leiche wurde grausam zugerichtet in der Nähe von Överkalix gefunden. Gemordet wird überall, das ist nicht der Punkt.

Schlecht für’s Image?

In der nördlichsten schwedischen Provinz Norrbotten reagierten viele auf den Film „Die Jäger“ despektierlich, weil er ins Mark traf. Dass eine ganze Jagdgesellschaft Wilderei betreibt und versucht, unbequeme Mitwisser einfach bei der Jagd zu erschießen? Die Elchjagd gilt ja schließlich als Volksbewegung, der Beginn der Jagd am ersten Wochenende im September ist vielen heilig. Die Jagd, letzte Domäne der alten Männer, die patriarchischen Strukturen verhaftet sind?

Regisseur Sundvall stammt aus Norrbotten und geht selbst auf die Jagd. Er legte mit dem Film „Die Jäger“ bewusst den Finger in die Wunde: „Ich habe mit diesem Film keine Nordschweden-Vorurteile bedient. Gewildert wird nun mal, man kann nicht das Gegenteil behaupten. Ich habe mich 15 Jahre lang geweigert, eine Fortsetzung der Jäger zu drehen, weil es die Geschichte meines Lebens war. Ich habe viele schlechte Drehbücher zum zweiten Teil gelesen, bis wir schließlich diese Grundidee gefunden haben. Da dachte ich nur, dass kann verdammt noch mal besser werden als der erste Film.“

Im ersten Film kommt der Polizist Erik, gespielt von Rolf Lassgård, aus Stockholm zurück in sein Heimatdorf in Nordschweden, um dort bei der Polizei zu arbeiten. Das Drama nimmt seinen Lauf, als er seinen Bruder und die Jagdgesellschaft beim Wildern erwischt. Im zweiten Film kommt Erik nun als Verhör-Experte für die Lösung eines Falles zurück in die Heimat. Sein Gegenspieler bei der örtlichen Polizei ist Torsten, gespielt von Peter Stormare, der sonst in Hollywood anheuert; am bekanntesten wurde er durch seine Rolle als Schurke in „Fargo“. In Schweden spielte Stormare zuletzt einen Rentierzüchter, der einen Wolf erschießt und dafür im Gefängnis landet.

Stormare gibt gerne den harten Naturburschen: „Allein, einen Nordschweden zu spielen und auf die Probleme der Provinz hinzuweisen, finde ich spannend. Ich mag Nordschweden, ich mag die Wälder, ich bin hier geboren. Nicht direkt hier, aber nicht so verdammt viele Autostunden von hier. Ich glaube, es würde mir schwer fallen, einen Südschweden zu geben, oder einen aus Skåne. Hier fühle ich mich pudelwohl und kann außerdem meinen Heimatdialekt anwenden, die Sprache meiner Kindheit.“

Der schwedische Hang zum Düsteren

Das kann sein südschwedischer Kollege Rolf Lassgård im Film nicht. Lassgård hat zahlreiche Rollen in preisgekrönten Filmen gespielt und ist nicht zuletzt bekannt aus den Wallander-Verfilmungen nach den Krimis von Henning Mankell. Auch in Skåne nur Düsternis und schreckliche Morde. Und immer neue schwedische Krimis kommen auch in Deutschland auf den Markt.

Der Hang zum Düsteren kommt aber nicht vom kalten Klima, meint Lassgård: „Die Kriminalgeschichten aus Schweden haben ja explosionsartig zugenommen in der letzten Zeit. Ich glaube aber nicht, dass wir so sonderlich düster sind. Sondern wir haben seit Sjöwall/Wahlöö, die in den sechziger Jahren die Beck-Geschichten geschrieben haben, die Tradition Gesellschaftskritik in Krimis zu üben.“

In Nordschweden jedenfalls soll es auch wie nach dem Vorbild der Wallanderfilme in Skåne ein bisschen Tourismus in den Spuren der Jäger geben. Die Bürgermeisterin von Överkalix, Birgitta Persson, erhofft sich einiges vom Film: „Wir wollen den Film zur Vermarktung unserer Stadt nutzen. Beispielsweise ein Paket mit Hotel und Führung zu den Schauplätzen des Filmes anbieten. Es liegt ja kein Buch zugrunde, wie bei den Wallander-Filmen in Ystad.“

Nordschweden-Porno

Zurück zum Set am Sumpf. Manchmal stört die Sonne, manchmal eine Wolke, nach mehreren Versuchen jedenfalls ist die Leiche abgedreht und die Gerichtsmedizinerin hat ihren Auftrag im weißen Gewand. Mehr Nebel, der Sumpf soll schön geheimnisvoll aussehen, was Peter Stormare nahezu nordschwedisch poetisch werden lässt: „Mit dem Nebel wird das Bild hübscher. Wir nennen das Nordschweden-Porno, weil die Natur so verzaubert aussieht.“

Lo Kauppi spielt die Gerichtsmedizinerin Johanna im Film. „Sie ist aufgeschnitten worden und der ganze Bauch-Inhalt ist weg“, sagt sie zu den Polizisten Erik und Torsten. „Aufgeschnitten, wie ein Tier?“ Die Gerichtsmedizinerin zeigt auf einen Käfer, der, so darf es vermutet werden, noch ein paar Mal auftaucht, an womöglich weiblichen aufgeschnittenen Leichen.

„In diesen Film bin ich die Polizistin, die aus Stockholm mit ihrem Fachwissen anreist. Und, um es einfach auszudrücken, den Fall löst. So sehe ich das zumindest. Ich bin eine der wenigen lebenden Frauen im Film, die einfach hierher kommt und ihre Arbeit macht.“

Noch drei Wochen Dreh, dann kehrt wieder Ruhe ein in Överkalix. Bis die kleine Stadt am Polarkreis im nächsten Jahr wieder ein bisschen Ruhm abbekommt, die Weltpremiere des Filmes „Die Jäger 2“ ist nämlich in einem Jahr in Överkalix.

Katja Güth

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