Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Skandinavischer Strommarkt

Ökonomen: Norwegen treibt künstlich schwedische Strompreise in die Höhe

Publicerat fredag 1 oktober 2010 kl 12.48
1 av 2
Ob der Strom frei fließt liegt in der Hand des Netzbetreibers.
2 av 2
Thomas Tangerås

Für die extrem hohen Strompreise des vorigen Winters waren nicht nur die schwedischen Stromversorger, sondern auch die Nachbarn in Norwegen verantwortlich. Diese These vertreten in einem Artikel in der Tageszeitung Dagens Nyheter zwei Volkswirte des Stockholmer Instituts für Wirtschaftsforschung. Bei Stromknappheit, beispielsweise wenn große Kälte herrscht, verzerren nationale Interessen die Funktion des gemeinsamen nordischen Strommarktes.

„Man kann sagen, dass das Unternehmen Statnet, Eigentümer des norwegischen Stromversorgungsnetzes, zur Entstehung von Preisspitzen in Schweden beitrug, indem es die Kapazität seines Netzes gezielt reduzierte“, das sagt einer der Verfasser, der Volkswirt Thomas Tangerås.

Strompreis 30-facher Höhe

Der vorige Winter stellte mit wochenlang vorherrschenden zweistelligen Minustemperaturen die Stromversorgung in Skandinavien auf die Probe. Zu Spitzenzeiten stieg an der nordischen Strombörse NordPool in Oslo der Strompreis für die Versorgung in Schweden auf Notierungen von 14 Kronen pro Kilowattstunde, 30 Mal so hoch wie an einem durchschnittlichen Verbrauchstag. Thomas Tangerås und sein Kollege studierten das Preisbild im gesamten nordischen Markt und machten eine erstaunliche Feststellung. „In den Stunden, in denen der Strompreis in Schweden auf über 10 Kronen hochschnellte, pendelte er in Südnorwegen zwischen 40 Öre und 1,60 Kronen pro Kilowattstunde.“ Grund, so die Forscher, sei ein Engpass im Versorgungsnetz, der dafür sorgte, dass norwegischer Strom in Norwegen blieb und nicht, wie auf einem gemeinsamen freien Markt eigentlich zu erwarten, über die Grenze nach Schweden floss.

Engpässe ändern das Preisbild

„Man kann sich den Stromfluss ungefähr vorstellen wie Wasser. Der Strom fließt von seinem Produktionsort aus frei und breitet sich im Netz aus. Wenn nun das Netz an einer Stelle einen Engpass hat, staut sich der Strom auf. Und so entsteht zu beiden Seiten des Enpasses ein Preisunterschied.“ Tangerås und sein Kollege rechneten aus, dass in dem aktuellen Fall ohne den Engpass der Strom auf beiden Seiten der norwegisch-schwedischen Grenze im Höchstfall rund 2,80 Kronen gekostet hätte.

Von selbst können diese Engpässe kaum entstanden sein. Die Artikelverfasser verweisen auf die unternehmenseigene Website, auf der Statnet seinen vom norwegischen Staat erlassenen Versorgungsauftrag erklärt und angibt, in Zeiten erwarteter Knappheit im eigenen Land drossele man die Stromzufuhr ins Nachbarland. Das Verfahren ist an sich nicht neu, Statnets schwedischer Gegenpart, Svenska Kraftnät, bediente sich bis vor Kurzem derselben Methode. Wenn in Südschweden Verbrauchsspitzen abzusehen waren, drehte man den dänischen Nachbarn den Hahn ab. Dagegen schritt die EU-Kommission ein, die dieses künstliche Handelshindernis im europäischen Binnenmarkt bei Androhung von Bußgeld untersagte. Norwegen ist zwar nicht EU-Mitglied, doch dank des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum gelten in Norwegen dieselben Regeln. Rein rechtlich wäre dem Problem also beizukommen, sagt Thomas Tangerås.

Politischer Wille gefragt

Praktisch sei es jedoch nicht, sich auf den Rechtsweg verlassen zu müssen, zumal es für Außenstehende extrem schwierig sei, sich ein Bild über die Preisbildung im Strommarkt zu machen, denn die Stromproduzenten betrachteten die Angaben über ihre Einspeisung als Unternehmensgeheimnisse. Eine Lösung sehen die Ökonomen jedoch, die einen ungehinderten Stromfluss im gesamten Netz ermöglichen würde. Allerdings setzt sie eine politische Einigung und die Hintanstellung nationaler Interessen voraus: „Eine Variante wäre, zu überlegen, ob das Stromversorgungsnetz von einem gemeinsamen Akteur betrieben werden sollte, anstatt, wie derzeit der Fall, von mehreren nationalen.“

Luise Steinberger

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".